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OJM – Heavy

OJM - CoverFür die Leute, die schon seit mehr als zehn Jahren auf Stoner stehen, ist diese Platte nichts neues: „Heavy“ war der erste full length release von den iltalienischen Rockern OJM. Seitdem sind zwölf Jahre vergangen und das Album klingt immer noch super. OJM sind danach nicht in der Versenkung verschwunden; sie haben noch drei weitere Studioalben vorzuweisen, aber die erhöhte Nachfrage nach mächtigem Stoner fördert auch vergriffenes Material wieder zu Tage.

Stiltechnisch erinnert die Platte an frühe Songs von Dozer, wird aber im Laufe der Platte immer mal wieder phychodelischer. Doomig langsame Parts wechseln sich immer wieder mit schweren Grooves ab und schaffen damit eine sahnige Atmosphäre, die sich nicht zu schwermütig über das gesamte Album zieht, aber eben auch nie nur Sonnenschein vermittelt.
Der erste Track wird Neuhörer nicht verwundern, Althörer dagegen schon: „Har(d)ucks“ ist frisches Material, blendet sich aber perfekt ein.
Die ersten Songs der Platte („Har(d)ucks“, „The Sleeper“ und „Revelations“) geben einen sehr groovigen Start mit herrlichem „altbackenem“ Stoner ab. Die Sounds rumpeln übereinander her und strapazieren direkt die Nackenmuskulatur. Sänger David Martin schwebt sich dabei nur so durch die Songs, seine Stimme zeichnet sich klar genug gegen die Instrumente ab, ohne jemals die vordergründigste Rolle zu spielen.
Die schon angedrohte beinahe doomige Walze setzt sich in dem folgenden „You Come“ vollkommen durch. Gerade nach dem fixen und positiv gelaunten „Relevations“ wirkt der Song umso mächtiger, dafür aber auch kontrollierter und spannt sich wunderbar über die vermeintlichen Grenzen von Genres.
Mit „T.V. Eye“ nimmt die Platte wieder mehr Fahrt auf. Insgesamt ist der Sound aber weniger beschwingt geworden, was nur noch von der positiven Grundstimmung in „As I Know“ unterbrochen wird. Dafür nehmen psychodelische Parts zu – speziell in den letzten Songs der Platte. „Follow My Leader“ startet noch sehr heftig, was aber von der Orgel aufgefangen wird und dann schließlich in die angekündigten psychodelisch freien Parts übergeht. Der abschließende Track „Theorem“ glänzt durch Akusikeinlagen und die lange Spieldauer, die der Band etwas mehr Raum zur Entfaltung gibt.
Im Nachhinein betrachtet waren die letzten Songs fast ein Ausblick auf die folgenden Alben der Italiener. Ob damals wohl jemand daran gedacht hat?

Das Reissue von OJMs erstem Album führt einem wunderbar vor Augen, was Stoner Rock nach Kyuss, neben den massentauglicheren Queens Of The Stone Age und vor der aktuellen Retro-Welle gemacht hat: Natürlich die Reise aus den USA heraus, aber auch mehr. „Heavy“ war schon 2002 cool und ist es auch heute noch. Das macht aus diesem Reissue wesentlich mehr als nur einen Auffüller für der heimischen Plattensammlung. So rekrutiert man bestimmt den ein oder anderen neuen Fan…..(Colin)

OJM

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