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Electric Orange – netto

cover(je) Von Adansonia Records liegt bereits seit einigen Wochen eine weitere Perle deutschen Neo-Krautrocks vor, um sich willig in die Gehörgänge des geneigten Musikgenießers zu schmiegen.

Nach „Krautrock From Hell“, die ich hier schon an anderer Stelle wohlwollend rezensiert habe, gibt es nun mit „netto“ die achte offizielle Studioveröffentlichung der Aachener Neo-Krautrocker zu hören.

Die Aufnahmen stammen bereits aus dem Jahr 2011, sind aber bisher nur auf CD erschienen. Der spannende Sound wird nun einmal mehr analog von luxuriösen Vinylversionen reproduziert: Limitiert auf 500 handnummerierte Kopien, jeweils mit Download-Code, darf man sich für ein 180g schweres Doppelvinyl in schwarz, grün-schwarz oder gelb/ grün entscheiden. Sofern es natürlich nicht schon ausverkauft ist.

Auf „netto“ gibt es neun improvisierte Instrumentalstücke zu hören, die während der Studiosessions spontan entstanden sind. ELECTRIC ORANGE verwenden dabei ausschließlich Instrumente und Tontechnik der Sechziger und Siebziger Jahre, was den Sound in die zeitlose Tradition der frühen deutschen Krautrockbands wie Tangerine Dream und Can einreiht.

Instrumentale Werke sind dafür prädestiniert, den aufgeschlossenen Musikliebhaber auf eine wilde Reise der Phantasie zu schicken. Das Vorgängerwerk „Krautrock From Hell“ erinnerte mich mit seiner düsteren Atmosphäre an Science Fiction Filme der Siebziger.

Auf „netto“ sorgen schon allein Songtitel wie „Polyzysten“, „Raumschaf“ oder „Supptruppen“ für ein surreales Kopfkino der Extraklasse! Wurden hier ein paar Buchstaben vertauscht oder vergessen? Geht es hier vielleicht doch um „Suchtruppen“, „Polizisten“ oder „Raumschlaf“? All das bleibt jedoch meiner Phantasie überlassen und Antworten gibt es natürlich… mehrere!

Die sphärischen und düsteren Klangteppiche („Fluff“) und elektronischen Soundlandschaften entführen mich erneut in eine kalte und unfreundliche Endzeit-City wie man sie aus „Blade Runner“ oder auch „Die Stadt der verlorenen Kinder“ kennt. Auch diesmal entfaltet der Sound von ELECTRIC ORANGE besonders nachts seine hypnotische Wirkung und zieht jeden Genießer von experimentellen Kraut- oder Spacerock unweigerlich in seinen Bann.

Soeben ist zu den „netto“-Sessions noch ein kleines Ergänzungswerk namens „companion“ erschienen, welches weitere unveröffentlichte Stücke enthält. Darauf sind dann unter anderem „brutto“ oder das siebzehnminütige Werk „Schaf im Abgang“ zu hören. Na dann wünsche ich viel Spaß beim Zählen, Hüten und wieder Einfangen derselben. „netto“ passt jedenfalls als musikalischer Rahmen wunderbar dazu!….. (jens)

Websites:

http://www.electric-orange.com

https://electricorange.bandcamp.com/album/netto

Titel:

  • Polyzysten
  • Basslochner
  • Fluff
  • Perpetuum Mobiliar
  • Netto
  • Supptruppen
  • Auslauf
  • Zeitheiser
  • Raumschaf

Besetzung:

  • Bass – Tom Rückwald
  • Gitarre – Dirk Bittner
  • Keys – Dirk Jan Müller
  • Schlagzeug – Georg Monheim / Dirk Bittner

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