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Elder – Lore

cover(co) Nach einigen Jährchen geben sich Elder mal wieder die Ehre und veröffentlichen einen neues Machwerk mit dem Titel „Lore“. Seit 2011 haben die Amis ihre Anhänger auf ihr drittes Volllängen-Album warten lassen. Zwischendurch gab es zwar Material und auch einiges an Live-Auftritten, trotzdem gut, dass es jetzt wieder ein vollwertiges Menü gibt.

Soundtechnisch sind die Amis dabei gewohnt satt unterwegs – heavy, ungeradlinig und einfallsreich. Damit siedeln sie sich irgendwo zwischen Stoner, altmodischem Metal und progressiveren bis psychic/spacigen Stilen an. Eine klare Aufteilung ist aber nicht drin: Mal rumpelt es nur so durch die Strophen und dann zeigen sich Elder wieder sehr beherrscht und verspielt.
Auch Gesang ist ein optionales Mittel. Manchmal lässt er nur lange auf sich warten, dann bleibt das Stück mal wieder nahezu instrumental (oder sogar gänzlich?). Andere Songs leben dafür aber geradezu vom Refrain.

„Compendium“ stellt einen raubeinigen ersten Gang dar und ist betont rockig gehalten. Viel Gesang und fast traditionell im Aufbau ist der Song mehr die Ausnahme. Erst gegen Hälfte der Spielzeit tischen Elder die schon erwähnten Anleihen aus allerlei progressiven Musikrichtungen auf. Danach wird es wesentlich ruhiger mit „Legend“. Und auch „Lore“ zieht mehr Kraft aus Ruhe und den aufbauschenden teils psychigen Parts. Im Titeltrack gibt es dann noch das wunderbare Intermezzo aus der Kiste mit Post Rock.
Wieder schwerer und heftiger ist „Deadweight“ zwar, bleibt aber offener als der Opener und gibt sich verspielter. Mit „Spirits at Aphelion“ (dem letzten Song) heben Elder die Stimmung etwas. Weniger düster, eher hoffnungsvoll, aber trotzdem kein Leichtgewicht. Und wieder angesetzt mit mehr Stimme.

Lediglich der Wiedererkennungswert der einzelnen Songs leidet. Von vorne nach hinten durchgespielt ist „Lore“ ein klasse Teil, aber schnell denkt man: „Wie hieß der eine Song nochmal? Der mit dem Part, der so…?“ Aber so bitter ist das nicht, man kann ja einfach das Album am Stück hören und genießen, wie von der Band hintereinanderweg serviert.

Mächtiger Sound, sauberer und spannender Aufbau in allen Songs und verdammt viel Leidenschaft.
Die gefühlte Vielfalt in gerade mal fünf Songs (mit einer Mindestlaufzeit von mehr als 9 Minuten, wohlgemerkt) macht genau diesen Nervenkitzel aus. Klar bedienen Elder da mit viel Prog und düsterem Stoner, aber gekonnt ist gekonnt. Und Grenzen in Genres wie Post, Progressive, Doom, Stoner, etc. sind doch gerne mal nur Linien im Sand. Und so episch und in dieser Gesamtheit wischen nur Elder diese Linien hinfort….(Colin)

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