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All them Witches live im Luxor in Köln am 05.03.16

IMG-20160317-WA0002(ol) Am 05.03.2016 war eine der eigenständigsten und eigenwilligsten Bands der letzten Zeit im Kölner Luxor zu Gast: „All them Witches“.
Das Konzert sollte zunächst im kleineren Club 672 stattfinden.
Der Gig musste aber, da diese hervoragende Band nur 2 Konzerte in Deutschland spielte und ein dermaßen großes Publikum mit ihren beiden letzten Alben neugierig gemacht hatte, in das größere Luxor verlegt werden.

Zunächst als Vorgruppe die Kölner Newcomer MONOCLUSTER.
Schon auf ihrem Ende letzen Jahres auch in diesem Blog besprochenem Debut Album konnten sie mit ihrer ganz eigenen Mischung aus modernem Stonerrock und deutschen Texten überzeugen.
Die Stücke ihres ersten Albums brachten sie auch vor kritischem und fachkundigem Publikum mit jeder Menge musikalischer Power und Selbstbewusstsein auf die Bühne.
Beim letzten Stück bündelten sie dann nochmal alle ihre Stärken: ein toller Sänger, eigenwillige Texte, verbunden mit brachialen Rocksalven und spacigen Instrumentalparts.

Mit freundlichem Applaus endete die erfolgreiche Vorstellung ihres kurzen Programmes und hat die Jungs hoffentlich bestärkt, ihren eigenen Weg weiterzugehen.

Als dann Sänger und Bassist Charles Michael Parks Jr. die ersten leisen Töne erklingen lässt bin ich sofort gebannt von dem Feeling, das da gerade von der Bühne überspringt.
Vom ersten Moment ist klar, dass wir hier Zeuge von einem besonderen musikalischen Leckerbissen werden.
Die Band aus Nashville spielt einen Neo Gothik Blues, der immer dunkel sowie unheimlich ist, aber niemals bösartig. In diesem Gebräu mischt sich der Voodoo Blues eines Dr. John aus den tiefsten Sümpfen mit der Verletzlichkeit eines Neil Young Songs, um dich dann mit Stoner Riffs und lyrischen Gitarren Solos in die Wüste zu führen.
Eine epische Version ihres Übersongs „Charles Williams“ vom vorletzen Album “Lightning at the Door“ ist eines der unzähligen Highlight des Konzerts und auch Tage später
bei mir zuhause in Heavy Rotation.

practica006Beim runtergerasspeltem „Dirt Preachers“ vom letzten Album „Dying surfer Meets his Maker“ zeigt die Band, das sie sehr wohl auch eingängig sein kann. In einer besseren Welt müssten die Jungs mit solchen Hits bereits Stadien füllen. Die Band modernisiert den Blues auf eine Art, wie es in den letzten Jahren nur die White Stripes getan haben. All them Witches haben nur einen völlig anderen Ansatz als der gute Jack White und setzen nicht auf Dekonstruktion und Vereinfachung sondern ganz im Gegenteil: sie verfeinern und verbinden traditionelle Ansätze mit psychedelischem Jam Rock und düsterem Storytelling.

Fast 2 Stunden überrollen sie das Publikum mit einer unglaublichen Musikalität, die alle Mitglieder der Band einschließt: Charles Michael Parks Jr. packt dich mit seiner eindringlichen Stimme und seinem außergewöhnlichem, den Sound bestimmenden Spiel auf dem Bass, Ben Mcleod, der den Zuhörer immer wieder mit Solis in Welten entführt die vor ihm nur Außnahmegitarristen wie Frank Zappa erkundet haben, Allan Vancleave, der wichtige Akzente mit seinem E-Piano setzt und Drummer Robby Staeble, der in dieser musikalischen Wunderwelt den Überblick und den Laden zusammen hält. Als ich dann dachte besser kann es nicht mehr werden covern die Amerikaner als Zugabe den Jimi Hendrix Klassiker „Voodoo Chile“.
Selbst diesen oft gehörten Bluesstandard zelebrieren sie so intensiv als wäre der Song gerade erst entstanden.
Bevor die vier Jungs sich nun wieder in eine Höhle oder abgelegene Berghütte einschließen, um ihr nächstes Meisterwerk zu schaffen wäre es schön, sie würden nochmal den Weg auf die hiesigen Konzert/Festivalbühnen finden. Ich bin auf jeden Fall wieder dabei!….(olli)

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