rockblog.bluesspot

musikalisches schreibkollektiv

King Of The North – Get Out Of Your World

kotn-album(js) Staubtrockener Rock’n’Roll eines australischen Duos? Gemeinhin dürfte auf diese Frage eher “Jackson Firebird” als Antwort genannt werden. Seit 2012 aber rocken auch King Of The North ebenfalls die australische Wüste und haben in der Kürze der Zeit mit John Garcia (“An incredibly hard act to follow), Monster Magnets Dave Wyndorf (“You guys F@cking ROCK!”) und Airbournes Roadsy (“One of the most Powerful Rock bands to come out of Australia in the last few years.”) bereits prominente Kollegen von sich begeistern können.

King Of The North sind Gitarrist und Sänger Andrew Higgs sowie Schlagzeuger Steve Tyssen, die mit „Get Out Of Your World“ ihren zweiten Longplayer am Start haben.

Und diese Platte klingt so voluminös, als sei sie von einer vielköpfigen Band eingespielt worden. Der Riff-Rock, wie die Band selbst ihren Stil nennt, ist groovig und kraftvoll und enthält Spurenelemente der Genres Blues, bisweilen Classic und vor allem Stoner Rock.
Gitarrist, und Kopf der Band, Higgs hat für sein Instrument eigenhändig ein eigenes Pedalsystem gebastelt, welches ihm erlaubt, auf drei Amps zu splitten. Eine Lead-, eine Rhythm- und schlussendlich eine Bassspur. Er zeigt zudem bis auf den Hendrix-Klassiker „Manic Depression“ für alle Songs eigenverantwortlich und betonte, dass man auf dem neuen Output musikalisch dazu übergegangen sei, nicht mehr nur Lautstärke 10 zu spielen, sondern vielmehr versuche, vielschichtiger und stilistisch deutlich abwechslungsreicher zu agieren.
Und dies kann der Rezensent wohlwollend bestätigen.

Wobei die Platte mit dem Song „Rise“ durchaus wieder ungehörig laut und fuzzig startet. Ein spaciges Intro führt letztlich in einen kopfnickenden Song. „Get Out Of Your World“ führt musikalisch ein wenig in die 70er und ist eins dieser Lieder, welches partout nicht mehr unseren Kopf verlassen mag. Er bietet zu genüge Riffs und eine wahnsinnige Hookline.

Es folgt den Blues streifender Rock’n’Roll mit „Love Like Fire“. Die musikalische Weiterentwicklung lässt sich kaum besser als am folgenden „Burn“ ablesen, in dem man beinahe die Doors wiederfindet.
Um einen progressiven Klang zu erzielen, hat man für „Burn“ gar einen der renommiertesten australischen Prog-Schlagzeuger, Lucius Borich, als Special Guest hinzugezogen. Und ja, es funktionierte, weil sich selten ein KOTN-Song derart vieler gelungener Rhythmus-Wechsel ausgesetzt sah.
„Hard Wires For Hard Times“ bietet dann den Arschtritt-Rock, der einen immer wieder feststellen lässt, dass die wenige qm² große Kemenate, in die man sich zum rezensieren zurückzieht, einfach nicht ausreicht, um das vom Großhirn an die bewegungsunterstützenden Körperteile gesendete Signal namens „Tanz, du Freak“ adäquat aufzufangen.
Mittels „Ride like you’re free“ wird der Rock’n‘Blues ausgepackt und „Down tot he devil“ steht für den bekannt schleppenden Stoner-Sound, der zudem äußerst lässig dargeboten wird.
„Dry as stoner should be“ eben.
Auch die psychedelischen, mit Led Zep-Anleihen versehenen Klänge vom schweren „The Mountain“ sind zur Gänze neu in der musikalischen KOTN-Vita. Abwechslungsreich, cool. Wunderbaren Garage-Rock gibt’s anschließend mit „Caught Between Two World“ und „Hard Days Are Done“, bevor das instrumentale „No stone left unturned“ hier und da den Anfangsjahren Sabbath entstammen könnte und zudem namentlich kaum mehr Pate für die musikalische Entwicklung der Band stehen könnte.
Das finale Hendrix-Cover „Maniac Depression“ sehe ich unter dem Aspekt „kann man so machen und ist auch OK so“. Recht nahe am Original gespielt und sich der Sorge bewusst, dass eine Neuaufnahme eines derartigen Klassikers gehörig in die Hose gehen kann, überzeugt mich auch dieses finale Stück des Albums. Zeigt es doch die Leidenschaft und die instrumentalen Fähigkeiten der zwei Australier.

Ich empfehle dieses Album wirklich immerzu jedem Rock Musik affinen Freund.
Hört es euch einfach mal an. Es ist tatsächlich abwechslungsreicher geworden als der Erstling, und dürfte somit in Higgs Agenda als „mission completed“ geführt werden.
Die musikalische Entwicklung auf „Get Out Of Your World“ ist so vielversprechend, dass ich schon händeringend auf das dritte Erzeugnis warte.
Und wenn ich den Albumtitel beim Namen nehme, kann ich für mich nur feststellen: „klar, komme ich aus meiner Welt heraus. Allein schon, um immer wieder mal für eine Albumlänge in eure einzudringen, ihr australischen Könige des Nordens….(js)

Tracklist:

  1. Rise
  2. Het Out of your World
  3. Love Like Fire
  4. Burn
  5. Hard Wired for Hard Times
  6. Ride Like You’re Free
  7. Down to the Devil
  8. The Mountain
  9. Caught Between Two Worlds
  10. Hard Days are Done
  11. No Stoned Left Un turned
  12. Manic Depression

http://www.kingofthenorth.com.au/
https://www.facebook.com/kingofthenorthband/?fref=ts

(jens.s)

Einsortiert unter:Album Reviews, Blues, Rock, Stoner, ,

Oktober 2016
M D M D F S S
« Sep   Nov »
 12
3456789
10111213141516
17181920212223
24252627282930
31  

Unsere Facebookseite

Link zu unserem You Tube Kanal

SOL präsentiert: The Atomic Bitchwax / Greenleaf / Steak Tour November/Dezember 2017

St.Hell Festival am 27.+28.12. 2017 im Gruenspan/Hamburg

Tonzonen Labelnight in der KuFa Krefeld am 13.04.18

Diese Artikel werden gerade gelesen:

%d Bloggern gefällt das: