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THIEF – Thieves Hymn In D Minor

12inch_jacket

(jm) Das passt jetzt sehr gut in die Jahreszeit: Dunkelheit. Kälte. Sakrale Motive. Schwarzes Cover. Schwarzes Vinyl. Ein leises, verheißungsvolles Knistern der Einlaufrille. Das liegt wohl daran, dass ich den Volumeregler schon so hoch gedreht habe. Und führt dazu, dass mich der Soundteppich des Openers „Tympanum“ (in der Anatomie der Säugetiere ein Teil des Mittelohrs, in dem das Trommelfell liegt) sofort wie eine kalte Brise einhüllt und in eine andere, sehr düstere Welt entführt. In weiser Voraussicht hatte ich das Licht schon vorher gelöscht. Nur ein paar Kerzen erhellen den Raum…

… während mich die Musik mehr und mehr gefangen nimmt. Wie unser Name schon vermuten lässt, zählt bei RockBlogBluesSpot die elektronische Musik nicht zu den Genres, über die wir schon viel geschrieben haben. Was nicht heißen soll, dass wir dafür nicht offen sind. In den 90ern habe ich sehr viel düsteren Elektroniksound gehört: FRONTLINE ASSEMBLY, FRONT 242, CUBANATE, KMFDM, RECOIL oder CYBER-TEC, um nur einige zu nennen, nehmen noch heute einen respektablen Platz in meiner Musiksammlung ein. Daneben stehen auch gleich die Größen des DrumAndBass wie GOLDIE, RONI SIZE oder GROOVERIDER aus den 2000ern. Auch wenn ich jetzt organischen Sound von Space & Stoner Rock bis hin zum Jazz bevorzuge, jagt mir auch heute noch gut gemachte elektronische Musik den einen oder anderen Schauer über den Rücken. Und die kommen bei THIEF tatsächlich nicht zu kurz: Der Sound ist nicht wirklich vergleichbar mit den oben genannten Bands, wirkt eher sakral, wie Kirchenmusik, die von dezent platzierten, elektronischen Beats und Soundcollagen untermalt werden. „Thieves Hymn in D-Minor“ besteht tatsächlich und nahezu vollständig aus elektronisch manipulierter, heiliger orthodoxer Musik. In den sieben Songs des Albums vermischen sich Electronica, Trip Hop und experimentelle Sounds zu einer berührenden Mischung, die mich nicht selten an eine elektronische Variante von Dead Can Dance erinnert, auch wenn hier wahrscheinlich kaum ein organisches Instrument – abgesehen von den Stimmen und Chören – zum Einsatz kommt.

„Night music for haunted ballrooms and electric churches“ heißt dann auch die treffende Schublade, in die der Künstler seine dunklen Phantasien gern packen möchte. Wer DEAD CAN DANCE, RECOIL oder atmosphärische Filmsoundtracks liebt und dabei gern sein Kino im Kopf laufen lässt, sollte hier ein Ohr riskieren – natürlich unbedingt im Dunkeln!

THIEF ist ein Dark Electronic Projekt von Dylan Neal aus Los Angeles. Im Studio als reines Soloprojekt entstanden, wird es live von zwei Mitgliedern der hochgelobten experimentellen Black Metal Band BOTANIST unterstützt. Das Album ist im Oktober 2016 auf Vinyl, limitiert auf 250 Exemplare, über Lay Bare Recordings erschienen. Die Lyrics und ein Downloadcode liegen bei. (Jens M.)

THIEF sind:

Dylan Neal – All music, vocals, production
Robert Chiang – Drums
Chris Hackman – Bass, Vocals

Tracklist:

  1. Tympanum
  2. King of the Lepers
  3. Nave
  4. Hung From A Tree
  5. Ambulatory
  6. Skin to Jade
  7. Crack an Eye

Reinhören, Kontakt & bestellen:

http://thiefdom.com/
https://www.facebook.com/THIEFsounds/
https://soundcloud.com/thief_official
https://twitter.com/THIEF_SOUNDS
https://thief-official.bandcamp.com/
http://www.laybarerecordings.com/
http://burningworldrecords.com/artist/thief

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