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Duke Garwood – Konzert 20.2.2017 Köln, Blue Shell/ Review Garden of Ashes

14632855_10154726649718958_4062731559077856449_n(KiS) Endlich bin ich ins Konzertjahr 2017 gestartet. Und mit was für einem himmlischen, intimen Event. Für einen Montag mit ausreichend Fachpublikum bestückten Blue Shell, leitet pünktlich die „Vorband“ den Abend ein. Jonathan, der Schüchterne. Er bringt als One-Man Show ganz selbstverständlich den Laden in musikalisches Einschwingen. Mit einer Mischung von Simon & Garfunkel, abgemischt mit Drumbeats, Bass und diversen anderen Instrumenten aus der Konserve (vermutlich alles selbst eingespielt) lässt er die ersten Knie mitschwingen. Popig, ein wenig Psych- und Liedermaching, gewürzt mit einer Prise liebevollem Gesang. Das Gesamtkunstwerk wird abgerundet von einer Leinwandshow im Hintergrund und niedlichen Hochwasserhosen. Die sympathische Darbietung vom Mann an der Gitarre und Band vom Tonband gefällt. Wenn ich nicht ganz falsch liege nennt sich sein Projekt: Kreol Lovecall. Passt!

https://www.facebook.com/kreollovecall/?pnref=lhc

Ein Debut- Album (Jangle And Chime) erscheint am 3. März 2017

Kaum gewartet, betritt der Hauptakt die Bühne. Diesmal mit realen Musikern als Besetzung.

Am Bass hier noch einmal Jonathan Richards, Schlagzeug: Paul May, der dieses auch auf dem Album bearbeitet. An Gitarre Nr.2: J.Presley. Natürlich mit Gitarre Nr.1 und unverkennbar eigenem Gesang: Duke Garwood (1969, ein guter Jahrgang…) aus London. Herr Garwood ist authentisch. Kein Bühnenoutfit-Firlefanz, falls die Schuhe abgenutzt aussehen, dann nicht weil modisch so gekauft, sondern selbst, persönlich abgetragen!

Von Anfang an gebannt. Mein erstes Mal, dass ich nun in den Genuss komme ihn mit Band zu hören, alles passt, genau wie die Musiker versunken…ich würde wetten, jeder der Herren würde den G-Punkt selbst mit geschlossenen Augen finden. Aber mit Liebe im Spiel.

Duke wechselt mehrmals die Gitarre, singt aber nur einen Song wirklich solo, wie man es eigentlich gewohnt ist. Dann wird es wird „Blue“ – ein echter Gänsehautauslöser. Duke´s Gitarrenspiel hat auch auf Mr. Presley abgefärbt, der Stellenweise ebenfalls die Saiten mit der- ich kraule meine Katze-Technik bearbeitet.

Ohne Setlist bin ich leider aber nicht so Song“fest“, dass ich etwas außer natürlich Heavy Love wiedererkenne. Zu Recht meistbejubelt, ein Hit! Aber natürlich ist das meiste auch „Neu“ und vom frisch gepressten Album: Garden of Ashes –

noch 2 Zugaben herbeigeklatscht von der eher kleinen, aber enthusiastischen Zuhörerschaft, dafür einen besonders herzlichen Dank! Schnell noch Vinyl einsammeln,- viel mehr Merch gibt es auch nicht- die Namen der Bandmitglieder vom Meister selbst erfragt und ab nach Hause, Review schreiben!

Duke Garwood – Garden of Ashes

Schubladen sagen: Blues Rock, Experimental. Cover: Duke in Jeans, das letzte Hemd hat keine Taschen- schwarz-weiß fotografiert von Pierre Wetzel.

Nehmt euch die Zeit dem Album genug Aufmerksamkeit zu schenken, es ist es wert. Ich habe auch ein paar Jahre gebraucht seit dem ersten Mal 2012 (Voxhall, Ǻrhus) als ich noch dachte, Mark Lanegan hat Duke irgendwo auf der Strasse aufgelesen und in sein Vorprogramm gepackt!

Besetzung hier:

Schlagzeug: Paul May

Kontrabass: Pete Marsh

Gitarre, Bass, Gesang: Duke Garwood

Backing Vocals: Emily Mackey; Smoke Fairies

Side A

1Coldblooded

2Sonny Boogie

3Blue

4Days Gone Old

5Sing to the Sky

6Garden of Ashes

 

Side B

7Heat us Down

8Hard Dreams

9Move on Softly

10Sleep

11Coldblooded the Return

 

1Ein bluesiges, intensives Stück. Es beginnt sanft, es erschießt dich erst später. Background Vocals lassen ein leichtes gospel-feeling aufkommen. Klapperschlange rasselt das Ende ein.

2 Nur leicht melancholisch angehaucht, man kommt ein wenig in swing-mood. Schwingungen, schaukeln mit den Hüften. It´s like the sun move to a better world. Duke´s Gesang ist klar aber zurückhaltend, die Damen im Hintergrund erhöhen die sphärische Atmosphäre.

3 Gleich zu Anfang: live kommt dieser Song wesentlich besser. Liegt es an den elektronisch anmutenden Beats?

4 Der akustischste Klang bisher, man fühlt quasi den Hall im Inneren des Instruments. Duke legt leichtes Mark Lanegan-Timbre in die Stimme. Einem lauten Flüstern gleich geht es unter die Gürtelinie. Im positiven Sinne natürlich.

5 Die im Vorfeld und in Interviews oft genannte Wut des Künstlers – wo ist sie? Die Gitarre wie ein leichtes Glockenspiel, hier wird beinahe gute Laune in den Himmel gesungen.

6 Titel des Albums. Nun! Mir fehlt der Text! Lyrics, wo seid ihr? Zuhören und versuchen die Tragik der Ereignisse zu verstehen. Ich gehe mit in den orientalischen Garten. Banjo-Gitarre begleitet mich.

7 Schöner Percussion Einsatz, natürlich und handgemacht, ein leckeres Stück, heiß im Ofen gebacken. Lanegan-Timbre auch hier, das perfekte Gefühl, Gesang genau Zeit vesetzt neben Gitarrenmelodie zu setzen. Das ist Musik für Musiker. Am Ende Ausklang mit leichtem Südstaaten- Flair.

8 Ein Hall, beinahe symphonisch, ein wenig out-of-space. Im Traumland, haben wir da Zeit für ein kleines Lächeln? Die Sehnsucht, die Schwere wird hier mit Leichtigkeit verpackt.

9 Freundlich, sanft, positiv. Die ersten Pflanzensprossen erheben sich aus der Asche.

10 Schlaf! Beinahe am Ende der Platte, und ein Schlaflied? Kurz bevor wir aufstehen müssen um die Scheibe nochmals umzudrehen. Wir sind aber schon sehr, sehr entspannt. Zum Glück liegt ja auch noch ein Downloadcode dabei. Für alle, die es nicht mehr schaffen vom Sofa hochzukommen wie ich.

11 Kein bisschen müde, das letzte und ja meist längste Stück des Albums. Klingt, als kennen wir es schon. Hier ist alles reingepackt was einen guten Duke Garwood Song ausmacht! Bitte wenden Sie!

Sexinessfaktor: Beziehungsstatus: es ist kompliziert. Kein One-Night-Stand, schwerwiegende Liebe! (kirsten).

Garden of Ashes, erschienen 2017 bei Heavenly Recordings

https://www.facebook.com/dukejgarwood/

Weitere Alben: “Holy Week“ (Loog, 2005) “Emerald Palace“ (Butterfly, 2006) “The Sand That Falls“ (Fire, 2009) “Dreamsafari“ (Fire, 2011) “Black Pudding“ w/ Mark Lanegan (Heavenly/ Ipecac, 2013) “Sweet Back“ (Loog, 2005) – 7″ single “Keep Mother Vol.6“ (Fire, 2006) – split 10″ single w/ HTRK “He Was A Warlock “ (Fire, 2009) – EP “Duke/Wand“ (Fire, 2012) – split 12″ LP w/ Wooden Wand

 

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