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Rockblog on PLANET ROADBURN DAY 2

 

(KiS) Die erste Nacht auf dem besten Festival Camping ever! Geschlafen wie ein Baby, es ist so ruhig, es gibt Strom, lecker Frühstück, nette Duschen. Stadscamping Tilburg baut das Camp extra für das Roadburn im Stadion auf, und man merkt, dass hier mit viel Liebe zum Detail, Erfahrung und Organisationstalent gearbeitet wird! Herzlichen Dank!

RBBS Camp

Zeltstadt, vermietet

(ol)Nach der ersten kalten Nacht und einer warmen Dusche auf dem Stadscamping Tilburg gab es zur Einstimmung auf den zweiten Festivaltag zunächst einmal einen Abstecher zur FULL BLEED Poster Ausstellung mit Werken von BARONESS Frontmann JOHN BLAIZLEY, BECKY CLOONAN, ARIK ROOPER und JACOB BANNON, die in den letzten Jahren bereits  das Artwork des Festivals entscheidend geprägt haben. Weiter gab es  interessante Entdeckungen wie  MARALD VAN HAASTEREN, dessen  düstere Werke mich besonders fasziniert haben. Eines der schönsten Bilder wurde von Mitburner Jan dann auch direkt mit persönlicher Widmung für die heimische Wand eingekauft.

(KiS) Ich starte den Tag um 14 Uhr mit Atala im Extase mit Besuch aus Köln und einem 0,0 Jupiler, fein! Ein kleiner Berserker bestimmt hier die Bühne. Sein Begleiter läßt mich abschweifen mit der Frage wie sinnvoll ist ein Tattoo vorne am Hals bei Bartträgern?

Atala

Aus der Californischen Wüste angereist lassen Kyle Stratton (Gitarre und Gesang) Jeff Tedtaotao (Schlagzeug) John Chavarria (Bass) das Extase schon zu früher Stunde kochen mit krachendem Psych-Sound. Praktischerweise kann man gleich vor Ort verweilen um als nächstes King Woman kennenzulernen. KRISTINA ESFANDIARI ist rot wie Blut und schwerer Rotwein. Ihre Stimme wie eine sanfte aber kraftvolle Massage für den Schmerz deiner Seele. Die Frauendichte unter den Zuhörern ist hier enorm hoch. Der Doom ergreift uns, läßt uns aber nicht verzweifelt zurück, sondern umhüllt uns mit der roten Wärme des Mutterleibs.

KING WOMAN

 

(ol)Mein erster  musikalischer Programmpunkt war dann als Ersatz für den verpassten BATUSHKA Auftritt am ersten Tag liturgischer Black Metal von SCHAMMASCH aus der Schweiz, passenderweise im PATRONAAT. Düstere Growls und schwarzmetallische Riffgewitter erwiesen sich als perfekter Einstieg in den zweiten Tag. Nachdem das erste Bier des Tages geleert und Körper und Geist wieder aufnahmefähig sind ruft allerdings der straffe Zeitplan und ein guter Platz an der Mainstage muss gesichert werden, um den edlen Art Rock des Avantgarde Urgesteins aus Frankreich, MAGMA genießen zu können.

Schlagzeuglegende CHRISTIAN VANDER gibt auf seinem Vintage Drum Kit den präzisen Beat vor auf dem sich die kantige Schönheit der frühen MAGMA Kompositionen perfekt entfalten kann. Ein kleiner Chor, elektrische Violine, E-Piano, Keyboards und ein klassisch geschulter Heldentenor als Frontmann bewegen sich sicher auf dem vertrackten Terrain zwischen Jazz, Klassik, Kobaianischen Texten und Prog . Ein faszinierender Ausflug in das von dem Ausnahmemusiker CHRISTIAN VANDER begründete Genre ZHEUL.

Gerade noch rechtzeitig erreichte ich  das EXTASE um  den ersten europäischen Auftritt von RUBY THE HATCHET zu erleben. In der prall gefüllten Rock’nRoll Bar war ihr Orgel dominierter Biker Rock ein guter Kontrast zu den strengen MAGMA Tönen. Eine charismatische Sängerin, JON LORD Gedächtnisorgel und fette Southern Riffs lassen die Temperatur und Stimmung in dem gemütlichen Club auf Höchstwerte steigen.

(KiS) Ruby The Hatchet ausgelassen um weiterer „ Arbeit“ nachzugehen: Platten zum rezensieren von der Quelle direkt abholen, bei Désirée von Lay Bare Recordings, ganz lieben Dank an dieser Stelle!!

EMPTINESS : Die Band, die mich an diesem Wochenende am meisten interessiert und die ich auf keinen Fall verpassen wollte! Also 40 Minuten früher hin, schön die heilige Kirchenatmosphäre aufsaugen. Und dann. Ein Trip aus der Dunkelheit ans Licht. Aus Verschwommen wird Klarheit, aus Besessenheit wird Erlösung.

Emptiness

Sänger und Bassist Jeremie Bezier wirkt zwischendurch wie bei einer Teufelsaustreibung, seine Stimme wie Gewitterwolken. An der Gitarre als graue Eminenz und Hohepriester Peter Verwimp, der sich auch als Ashtoreth einen Namen gemacht hat. Gitarre 2 ( Olivier Lomer) lüftet keine Sekunde seine Kapuze und Jonas Sanders am Schlagzeug versinkt sichtlich im Nebel während Dani Robnik am Keyboard für die Gänsehautmomente zuständig ist. Setlist: 1 Meat Heart 2 it might be 3 circle girl 4 your skin can´t hide you 5 behind the curtain 6 all is known 7 ever 8 let it fall

Review zum neuen Album Not for Musik: https://rockblogbluesspot.com/?s=Emptiness

(KiS) Subrosa (Subdued): da geht’s direkt mit Gänsehautflaum weiter, nur ganz Anders. Hier, ruhig und in sich gekehrt, haben wir wieder den intensiven, intimen Moment mit den Damen.

Subdued —

Whipporwill: Oh, my Sally’s done gone And it’s all my fault Oh, my Sally’s done gone I never listened to a word she said The purple hills Seem to call out her name Like the whippoorwill I didn’t listen to the warning she gave I know there’s no turning back She tried to share All her worries with me But I was bowed down with care I didn’t see the trap I was in One look in her eyes Full of knowledge and pain Oh, my pack of lies Melted fast as my alibis I know there’s no turning back And one day I’ll be like a bird in flight Floating over this valley so wide And one day I’ll be like a bird in flight Floating over this desert so wide.

(ol) Nach dem mitreißenden SUBROSA Gig auf der Main Stage am ersten Tag durfte der SUBDUED genannte halbakustische Gig der Damen aus Salt Lake City im Patronaat natürlich nicht verpasst werden. Obwohl mir hier die kraftvollen Doom Attacken etwas fehlten, zeigte die Ausnahme Band hier nochmal nachdrücklich ihre musikalischen Qualitäten und waren ein angenehmer Ruhepunkt im anstrengenden Festival Trubel.

Die ultimative Roadburn Band folgte als nächstes auf der Main Stage. AMENRA sind die Verkörperung moderner harter Musik und konnten mich bereits im letzen Jahr mit ihrer aggressiven Live Perfomance und einem sakralen Akustik Gig überzeugen. Auch in diesem Jahr war ihre Mischung aus meditativen Klängen und kakophonischen Lärm Eruptionen mit der bösartigen Stimmgewalt von Sänger Colin van Eeckhout ein Genuß. Zum Abschluss gab es als besonderes Bonbon noch eine kurzen Gast Auftritt von NEUROSIS Legende und Tour Buddy der Belgier, SCOTT KELLY dem wir im Laufe des Wochenendes noch einmal in einem ganz anderen Genre begegnen werden.

Da es beim allerersten Auftritt der schwer gehypten ZEAL&ARDOR unmöglich war noch einen Platz im Patronaat zu ergattern, sollte auf der Main Stage praktischerweise als nächstes der diesjährige Kurator JOHN DYER BAIZLEY mit BARONESS auftreten. Nach AMENRA wirkte die gefällig-punkige Rock’nRoll Show zwar etwas unspektakulär konnte allerdings mit Power Riffs und überzeugender Live Perfomance dem Anspruch als einer der Headliner des Wochenendes voll gerecht werden.

(KiS) Naðra: Beim Soundcheck und Tageslicht noch zu erkennen: ein paar Buben mit Corpsepaint. Dann Licht aus und  – Roadburn brennt! Endlich mal was los hier, zwinker. Die Isländer geben hier ihren besten Black Metal. Vier Mitglieder von Misþyrming haben sich noch einen Dämonen engagiert, der die hohe Anzahl an Damen hier zum Strahlen bringt. Kein Wunder bei soviel nacktem Fleisch und einem höllischen Bass5Seiter der teuflischen Wind der stinkenden Vulkangase verbreitet. Das macht verdammt Spass! Auch Hr. Hoeijmakers aka Walter Roadburn ist anwesend und begeistert. Wer jetzt neugierig ist, was verpasst hat oder oder, sei dieses hier ans Herz gelegt:

https://www.facebook.com/events/1278631458916835/

Naðra Demon

Naðra

Soo ooh, BARONESS, jetzt nach Naðra…klingt in meinen Ohren leider nur noch wie Tanztee, so melodiös, so, mhm ruhig. Also konzentriere ich mich auf etwas Anderes, weil es hier so gut passt: Die beliebtesten Roadburn-Frisuren!

Nr 1: John Baizley (Baroness), Beste Variante, sich vom Haupthaar zu verabschieden und einen langen Bart tragen! Wunderbar!

Nr 2 : Wenn Mann`s noch hat: Langes Haar UND langer Bart. 80% der Besucher.

Nr 3: Brett Campbell ( Pallbearer) ein schöner Old-School Irokese, perfekt auch für ältere Semester mit fortschreitenden Geheimratsecken! Daumen hoch!!

Nr 4: Kapuze! Zeitlos, formschön, steht jedem.

Nr. 5: Seit 70 Jahren out: HJ Friesen.

(ol)Nächste und letze Station des Tages war dann der Green Room in dem zunächst die tägliche Dosis GNOD auf dem Programm stand und direkt danach der Pflicht Gig von HARSH TOKE die zu Ehren von Festival Chef Walter ein spezielles und einzigartiges Programm mit ROKY ERICKSON Nummern geplant hatten.

GNOD zeigten beim zweiten Gig des Wochendes ihre punkige Seite. Ein mit JOEY RAMONE Gedächtnisperücke geschmückter Sänger, eine Backline voller Polit Slogans und garagiger Proto Rock waren die moderne Version eines MC 5 Auftritts der 60er. Auch die Stimmung im prall gefüllten Green Room war ausgelassen und der Getränke Umsatz erreichte seinen High Score.

Zum Abschluß des Tages wurde dann auf und vor der Bühne mit den Jungs von HARSH TOKE eine wilde Roky Erickson Verherrlichungsparty gefeiert. Legendäre Klassiker wie“ Night of the Vampire“, „Cold Night for Alligators“, „Sputnik“ und viele mehr wurden mit unbändiger Spielfreude und ausgelassenen Jam Parts in das Publikum gefeuert. Ein großartiges Bühnenbild und fröhliche Gesichter wo hin man schaute waren ein würdiger Schlusspunkt des Tages.

Beim Bühnenhopping gab es an diesem Tag noch kleine Happen von OATHBREAKER ( female  fronted Blast Beats),CHELSEA WOLFE (gothik/post Rock Queen mit eingängigen Songs und außergewöhnlicher Stimme) und RITUAL OBJEKT ( meditative Soundscapes vom Laptop) (olli)

Fotos: Hell Ollandy

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