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Desertfest Berlin 2017, der Samstag

DOMKRAFT: Her-vor-ra-gend! Hab ich mich also nicht vertan als ich „The End of Electricity“ im November in die Finger kriegte!  Die Reise ging zum Desertfest Berlin. https://rockblogbluesspot.com/2016/11/11/domkraft-the-end-of-electricity/ Meine Herren, da wurde von den drei Schweden was geboten zu Beginn von Tag 2. Volle Power doomiger Space-Metal. Das Foyer ist voll und vollendst begeistert. Besser kann man nicht in den Musiktag starten, vielen Dank!

 

Killer Boogie, was für ein Bandname. Aber der ist Programm! Und wie: Die drei Italiener LUIGI COSTANZO – DRUMS, GABRIELE FIORI – GUITARS, VOCALS und MATTEO MARINI – BASS hauen uns, für eine Stunde, Boogie und Bluesrock der heftig deftigen Art unter die Füße, boooooogie all night long! Genauso wie auf ihrem Album „Detroit“, das ich besitze, brettern die drei mit uns sofort und ohne Gnade ab auf den Boogie Highway mit dem Eröffnungs Speedboogie „Bad Rebel“. Links und rechts, neben und hinter mir fliegen Frauen- und Männerhaare um die Wette, bei mir, zwischen einigen photografischen Auslösungen, die Barthaare. Sie (die Band, nicht meine Barthaare) preschen mit uns durch ihre schon benannte LP und auch zwei ihrer drei Songs der Split LP zusammen mit The Golden Grass, Wild Eyes und Banquet kommen aus den Boxen. Etwas gesitteter wird die „Summertime“ beschworen, nicht verkehrt angesichts der Temperatur draussen vor dem Badehaus. Hier drinnen wird sehr gut geheizt, Danke Jungs!

Mars Red Sky: Weiter zur Main Stage, keine 10 Minuten später, der nächste Burner. Erstmalig 2013 beim Yellowstock Winterfest entdeckt (von Mr. Kruisberghs, dem Talentfinder) bin ich heute immer noch begeistert. Abfliegen ist hier gar kein Problem, die Herren sind engagiert, grooven und bringen die Massen in der Halle zum Träumen. Gut, wer Sopran-Herrengesang nicht mag steht hier auf verlorenem Posten, alle anderen wiegen hin und her und genießen: Julien Pras Gesang und Gitarre, Jimmy Kinast Bass und singt auch, Matgaz bearbeitet das Schlagzeug.

Wucan: im letzten Jahr viermal live erlebt, immer mit vollstem Einsatz von Francis – Mikro, Gitarre, Theremin, Tim – Gitarre, Patrick – Bass und Phil hinterm Schlagzeug. Sie konnten, da ihr Soundcheck ratzfatz erledigt war, einige Minuten länger spielen. Sie nutzten die Gelegenheit dieses Auftritts auch, uns auf ihre demnächst erscheinende LP hinzuweisen, indem sie daraus drei Songs vortrugen, und das hörte sich an als wäre auch bei ihnen der Fortschritt nicht aufzuhalten: „keine Atempause, neue Songs werden gemacht, es geht voran!“ Frei nach Fehlfarben“. Gut so!

Phil – Wucan

Tim – Wucan

Francis – Wucan

Samsara Blues Experiment: 20:15 zur Besten Sendezeit auf der Hauptbühne, der Vorhang geht auf, wie die Irren rennen an vorderster Front „Team Italia“, dicht gefolgt vom „Team Fotografen“ im Kampf mit „Team treueste Fans“ in die erste Reihe. Die erste Reihe auf der Bühne, Chris Peters – Gitarre und Gesang,, Thomas Vedder – Drums und Hans Eiselt am Bass brachte vor einigen Tagen ihren neuen Fünfteiler „One With The Universe“ auf die Erde und daraus zitierte das Trio live und in Farbe „Vipassana und One With The Universe“. Chris besitzt ja eine Stimme, die auch live voll drin und  energisch klingt und sein großartiges Gitarrenspiel unterstützt das Grooveduo Thomas und Hans wie immer, perfekt. Chris fing ja mit diesem Sound schon 2000 an, der Heavy-Psych-Rock seiner damaligen Wernigeröder Band „Terraplane“ hat sich dann stetig und mächtig weiterentwickelt und nach der Auflösung dieser Band wurden die Ideen, der Sound und die Songs immer besser und anspruchsvoller. Der Übersong von Samsara für mich, „For The Lost Souls“, kam dann, zum sehr guten Schluß, auch noch. Mit einem seeligen Lächeln und den durch Samsara erst verlorenen und dann wiedergefundenen Soul schwirrte ich danach ab zum Badehaus, weiterschweben!

Suma: Brett, woouw, das volle Brett wird hier angereicht. Wenn die Welt untergeht überlebt wer? – Die Kakerlake!! Die können´s eben, die Schweden. Da wird gedoomt und gerifft, in wahnwitziger Aufstellung drängeln sich die Musiker auf der kleinen Bühne im Foyer. So viel los, ich konnte mich gar nicht sattsehen und hören! In Düsterem Nebelgehüllt, geblendet von 1000 Strahlen wirbelt Suma wie ein Orkan durch den Raum. Der Schlagzeuger schwitzt und windet sich, Mr. Effektgerätemaster bildet den ruhigen Pol, ….wie schon 2012 hier gespielt? Da steckte ich ja leider, leider noch in den Kinderschuhen,  aber ab jetzt wird dieser Name nicht mehr aus dem Gedächtnis verschwinden!

Während sich Kirsten Sumatisch bedoomte, spacede Volker im Badehaus mit Giöbia durch den Orbit. Start, Flug und Landung fanden fast ausschließlich in englischem Wetter statt, also Nebel, für den die Musik noch verstärkenden visuellen Charakter des Sounds aber prächtig geeignet. Start, Augen zu und ab ging das Raumschiff mit den vier Kommandanten, davon einem sehr weiblichen, zwischendurch kurze Linsenanhebung, etwas verzogener Nebel, schnell Photo machen, Augen zu und weiter. Vorbei an zerberstenden Sternen, Kometenschweife schossen vorbei, die Sonne sandte einen heißen Sturm über die Menge der bis zum Horizont stehenden Flugbegleiter, die mächtig mit den Musikern abschwirrten. Was für eine abgefahrene Erleuchtung! Grazie!

Detrji (Paolo Basurto) – Giöbia

SLEEP: Der Headliner des Tages, wer wohl alles nur deshalb heute erschienen ist? Grüne Nebelbeleuchtung und Doombands, gibt’s da eigentlich einen Zusammenhang? Sleep inspiriert und besänftigt uns zugleich. Philosophier….wegträum…nee –  dafür bringt die Band wirklich genug Brachiales an den Start. Und auch rein optisch gibt’s viel zu sehen.  Daß natürlicherweise „Dragonaut“ die Massen restlos begeistert, der Schnarre-Bass durch Herz und Nieren pulsiert, hach, einfach schön ———

Lowrider Spezial: natürlich, aber bedingt durch die weiche Landung nach dem italienischen Raumflug, bekam ich das Lowrider Spezial nur um eine Ecke und etliche Treppenstufen aus Stahl hoch mit, Cassiopeia full of Lowriders in the Nebula! Aber nicht nur die Split LP damals zusammen mit Nebula, die heuer den 18ten Geburtstag feierte, sondern auch neue Klänge erfreuten den Stoner. Neues Material, lujah, Halleluja! Und noch ein Trost: am Sonntag gab`s die volle Dröhnung Lowrider für mich in der Mainstage, holldrio!

RIFF FIST: Die Rockberserker aus down under, Coza (2,10 m) am Bass und himmelhohem Mikro, Casey an der Gitarre und Joel hinterm Schlagzeug prügelten die Feiermeute vor der Bühne zum Abschluß des zweiten Tages windelweich. Es gab reichlich auf die Glocken, Bier, Schweiß und Freudentränen flossen in Strömen mit „The Good, The Loud And The Riff“. Und großartig, wieviel Spaß diese Musiker verbreiteten. Coza, Teilzeit-Berliner, und der neue Berliner Funkturm, schrie und röhrte sich die Seele aus dem Leib, Joel punchte den Soundschweiß gnadenlos nach vorne und Casey knallte uns Riff um Riff in die Hörgänge. Und meistens Vollgas, ohne Geschwindigkeitsbeschränkung, Tempolimit? Lächerlich, linke Spur, ab in den Metallischen Stoner Fuzz Psychedelic Himmel. Was für ein Fest für Körper und Geist, die bei mir aber auch danach dafür sorgten, das ich mich zu meinem Hotel begab, fertig und glücklich kaputt, und: Australien Rock rules the night…..(kirsten und volker)

Hau weg die Scheiße…..

Coza

 

 

 

 

 

 


 

 

 

Alle nicht gekennzeichneten Fotos: á Kiki No

Tag 3, der Sonntag, bitte hier entlang:….

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