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Desertfest Berlin 2017, der Sonntag

Dritter Tag, Füße tun schon weh, aber egal! Fazit: Es waren wieder 3 coole Berlin Desertfest Tage mit jeder Menge neuem Input und superlieben Menschen, die ich nicht missen möchte. Eine besondere Ehre als „Vipphotobändchen“ dabei sein zu dürfen,  obwohl ich erst 2014 als harmloser nichtsahnender Besucher anfing zu desertfesten. Zum neuen Konzept: Heutzutage werden wir sowieso von allem überflutet, Medien etc. pp…..Der Mensch als Gewohnheitstier tut sich da natürlich immer noch schwer herauszukristallisieren: was gefällt mir am Besten, was tut mir gut? Für Prokrastination ist kein Platz mehr. Oder eben umgekehrt herangehen: sich treiben lassen und das Schicksal entscheiden lassen. Aber schön wäre doch: weniger meckern! Wenigstens Musik sollte doch von Zensur, „Hatereien“, Kriterium zur Abwertung anderer Geschmäcker und Vorlieben frei bleiben. Schön wär´s.

Wir beginnen mit einer Mega Kombo, The Devil and the Almighty Blues. Wie fang ich an? Wie beschreibe ich diesen Bluesrockenden Wahnsinn ohne völliges Tastaturdurchdrehen des Berichterstatters? Ok, ich versuche es, let´s go: Bass – Kim Skaug, Gesang – Arnt O. Andersen, Gitarren – Petter Svee, Torgeir Waldemar Engen, Schlagzeug – Kenneth Simonsen. Dieses Quintett aus Oslo salbte meine Seele, durch und durch. Stärkte meinen Glauben, das es immer noch großartig vorgetragenen, harten Bluesrock ohne Frickeleien und Brimborium gibt. Wer mich kennt, kennt meine Vorliebe für diese Art Musik. Five Horse Johnson sind so ein Fall, ich liebe diese Band abgöttisch und ab heute auch ganz besonders TDATAB. Ich mochte ihre beiden Platten und die drei Track Promo sowieso, aber das hier und heute? Was für eine Bluesrockdusche von 16:30 – 17:15 Uhr. „Storm Coming Down“ kroch langsam wälzend in unsere Ohren, unter die Füße, kein Halten mehr, nicht lange schnacken, Kopp in´Nacken und ab ging die Massage. Dann der Oberübermasterclassknaller vom neuen Album „II“, „These Old Hands“, eine elfminütige Orgie für meine Seele. Kenneth und Kim groovten wie die Teufel an der Crossroad, Petter und Torgeir wechselten sich ab in Rhythmus und Lead, und Arnt shoutete sich den Blues aus der Seele, schaut euch nur das Bild an! Und ich war völlig hin und weg. Es folgte „Root To Root“ vom ersten Album, ein sehr schöner pianissimo Blues, Zeit zum verschnaufen. Ich war ungelogen jetzt schon sickeklätschnass geschwitzt. Dann der erste Schlepper vom Album „II“, „Low“, ein Zeitlupen- oder SlowBlues der gemeinsten Art. Und ich hab in meinen nun auch schon 45 Jahren, in denen ich zu Konzerten pilgere, selten eine so unfassbar geile Stimme wie die von Arnt gehört. Zum Abschluß der Schlepper vom ersten Album, „The Ghost Of Charlie Barracuda“, da fällt mir jetzt fast nix zu ein, was für ein SONG! Hinter mir grinsten Lene und Motte und Sarah und Sabine und Vanessa und…., und Willi und Pierre Henri neben mir genauso selig wie Volker! Und unsere Nacken wogten im Midtempo durch harten Bluesrockwind….

Arnt O. Andersen- The Devil And The Almighty Blues…..these old hands

The Devil And The Almighty Blues – Root To Root

Mother Engine: Zum ersten Mal im letzten Frühling live erlebt bei unserem Freak Valley Fest und seitdem stehen wir uns öfter im Weg, ähh, laufen uns über den Weg. Die im Vogtland untergebrachte Band besteht aus: Chris – Gitarre, Christian – Bass und Cornelius – Drums, ein energiegeladenes, instrumentales Stonertrio in der Tradition wie Rotor und frühere The Machine, auf Konserve und Live ist damit filigranschwerer Abflug garantiert und natürlich auf Rezept erhältlich. Ihre eigenständige Musik ist mittlerweile, auch bedingt durch die vielen Auftritte, eine Hausnummer in der Szene, immer wieder gern gehörte Gäste in nah und fern. Die drei harmonieren, wie immer, prächtig, drücken uns mit deftigen Attacken die Gesichter selig, pumpen die Halle voll mit Energie und spielen, holldrio, auch zwei neue Stücke: Prototyp und Biosp(i)rit, die Klassiker Bretthart und Hangar vervollständigen die sehr kurzweiligen 45 Minuten. Dankeschön ihr lieben Vogtländer!

1000mods : Respekt, was die jungen Griechen in doch kurzer Zeit in ihrer Karriere abgeleistet haben. Kann man hinkriegen, mit Psychedelic Stoner Rock Karriere zu machen, wenn man so verteufelt gut ist wie 1000mods. Sie touren ohne Unterlass ( hier ausverkauft,  da ausverkauft….), liefern faszinierend gute Qualität. Heute mal abgesehen vom zeitweise kaum hörbaren Gesang, das sei der Technik angelastet, Main Stage Fehlerteufel eben. Hypnotisch, Basslastig, – also genau mein Ding – und : laut ! sind die Stichworte die hier wie die Faust aufs Auge passen. Wunderbare Glückseeligkeit, die Jungs möchte man alle knuddeln, prrrr prrrrr.

 

AVON:  Was prangt uns zuerst ins Auge? Duvel, die beliebt-bekannte Biermarke und Stolz aller Belgier. Warum? Wer die genauen Hintergründe dieses Sponsorings kennt , schreibt mir doch bitte! Ich bin neugierig, wo der ehemalige  (Zweitbesetzung) Kyuss-und Queens of the Stone Age -Schlagzeuger Alfredo Hernández diesen Deuvel-, ähm Deal her hat. Vielleicht ergibt sich ja die Gelegenheit am 10.5. in Köln im Limes nachzufragen, da gibt es sicher einen intimen, gemütlichen Auftritt. Und, gut man kann geteilter Meinung sein, ob Songs von Bands deren Mitglied man mal war heute in anderer Besetzung zum Besten geben kann/ soll/ darf. Ich jedenfalls freu mich so etwas live zu hören und nicht von`ner Kyuss Gedächtnis-LP auf dem Sofa oder im xy-Stadion aus der vorletzten Reihe.

Duvel – Sponsor of Avon ! mit Alfredo

Pontiak : ach die Woche seit dem Roadburnauftritt war lang, endlich wieder Pontiak! Schön draußen auf der Bank in der Sonne sitzen und die Ankunft von Lain, Van und Jennings  inklusive einem Fototermin beobachten zu können, läßt die Vorfreude hochschießen.Und diesmal ein paar einigermaßen brauchbare Fotos machen und nicht nur Handy hochhalten, herrlich! Wie Volker immer so schön sagt: ich liebe diese Band! Seit einer Woche erst, also noch in der Schmetterlingsphase! Ich mag diese Natürlichkeit mit der die drei Brüder zusammen auf der Bühne harmonieren, völlig in ihrer Musik aufgehen und keinerlei zusätzlich Aktionen brauchen um diese intensive Atmosphäre herzustellen. Und man wird selbst eins mit den Rhythmen, Füße, Knie, Hüfte, Hals, Haare im Takt, abwechselnd Basslauf, Schlagzeug und Gitarrenmelodie folgend. Oh, da vergeht die Zeit im Flug, ….

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lowrider: auch dieser Name ist für mich Programm, und warum? Schwer pröttelnder Stoner Rock der Schweden, die schon in der  Stoner Steinzeit (1997) mit ihrem Debut die Fräse auspackten. Und außerdem war ich in den 1990er Jahren, auch schwer pröttelnd, mit einer 1979er Harley-Davidson Lowrider mit 1200er Shovelhead Motor unterwegs. Gestern leider nur ein bißchen akustisch ihren Auftritt im Cassiopeia mitbekommen (siehe Text von Samstag), aber große Freude, das sich das Quartett, so hab ich es vernommen, nach zig Jahren wieder zu Konzerten aufraffen konnte. Die Fans lechzten richtiggehend vor dem Einlass in die Mainstage nach diesem nun doch hoffentlich nicht einmaligen Auftritt, und siehe da: das Tor zum Stonerhimmel öffnete sich und alles rannte zum Herrn, äh! zu den Herren nach vorne: die Photomenschen, die Italiener, Belgier und auch die charmanten Mädels und Jungs aus Frankreich, die ich vom Freak Valley her kenne. Veranstalter Matte saß freudestrahlend links am Bühnenrand und war genauso begeistert bei der Sache wie hunderte von Lowridern. Und? Wir bekamen es, bollernd und drückend, heiß und schweißig. Die schwerststonige Ladung Lameneshma ging wie der Twin Takt in die Ohren, ein großartiger Song von ihrer Split LP mit Nebula. Und natürlich den Lowride Texas, Part 1 & 2! Und Convoy, für mich einer der Stonersongs überhaupt, Boah! Durchdrehalarm im Nacken. Das Konzert ballerte voran wie meine damalige 1200er Shovel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Danach war ich alle und müde und Füße, 61 Jahre und kein bißchen weise…..aber gerne! Deshalb hier an dieser Stelle, bevor Kirsten die letzten Bands des Festivals in die Optik nimmt, mein kursives Fazit: Drei Tage mit guter und phantastischer Musik! Nackenkräuseln, Gänsehaut, Feierstimmung, Bluesrocknirvana, Booooogiiieee, Instrumentalhimmel, Stoner Massive, Hau weg die Scheiße. Viele, viele nette und tolle Menschen: wiedergesehen, manche schätzen, manche sehr schätzen gelernt, neue kennengelernt. Lecker Essen, leckerer Trunk, feiner Merch. Keinerlei Stress, keine Hektik. Ik freu mir. Dank an alle die dabei waren! Und besonderer Dank an Kirsten für die tolle Zusammenarbeit.

Ecstatic Vision: Vollgepacktes schwitziges Badehaus, eine Sauna. Trägt zur ekstatischen Stimmung des Publikums bei. Auch Multitalent und Chefentertainer xy mit der Mundharmonika am Mega- und Mikrofon bietet Extase! Kennt jemand die tolle Frisur von Javier Bardem in Perdita Durango? Sehr gut kann ich mir zu den erklingenden Saxophontönen einen Santeria Priester auf die Bühne phantasieren, rrrrrrr.

Cosmic Dead: Quasi Hardcore Psych. Es reißt mich mit, Klangwellen breiten sich aus wie sexuelle Energie, uuh. Omar Aborida – Bass Lewis Cook – Synthesizer/ Gitarre Julian Dicken – Schlagzeug James T McKay – Gitarre aus Glasgow werden nicht zu Unrecht als schottische Hawkwind-Gedächtnis Band gehandelt. Psychedelic Rock vom Feinsten eben. Mr. Cook lässt und schweben, Mr. Aborida wummert uns Explosionen in die Ohren, der verzerrte Western-Ennio-Morricone Gitarre-Style von Mr. McKay trägt zum Space bei, wie es sich gehört. Wildes Urgetrommel von Mr. Dicken tut das Seine hinzu um einen Schallwellenorgasmus in die Wege zu leiten. Soviel Energietransfer hat mich noch mal fit gemacht für meinen letzten Haupt Act – Mr. Garcia.

– JOHN GARCIA: tja, was soll man über Legenden schreiben? Quasi Inspirator für all die Desertfeste die so nach und nach das Licht der Musikwelt erblickten. Und nun Stoner Rocker, Metalnahefreunde, Psychliebhaber und alle denen man keinen Stempel aufdrücken kann und möchte, bereichert! Seltsam verschiedene „Teilnehmer“ der Desertrockzeiten in unterschiedlichen Konstellationen auf verschiedenen Bühnen am selben Tag…. hier der Biersponsor, da die aufwendigste Technik am Start die ich bisher auf der Main Stage gesichtet habe.

Der Elvis-Hüftschwung von Hr. Garcia sitz auf jeden Fall noch und er kommt wie ein netter Kerl rüber. Wirkt auch nicht gelangweilt als er ( wenn mich nicht alles täuscht 😉 ) One Inch Man zum besten gibt. Und wieder das Thema: Dürfen in den himmelgehobene Kyuss Hymnen nie wieder gespielt werden? Wieso machen wir weiter Desertfeste,,,,,,,, Darf  mal wieder jeder seine eigene Meinung zu haben. Freu mich schon auf 2018, es bleibt spannend ? Welche famosen Headliner, Altrocker, Legenden, Newcomer, Durchstarter, Hitgaranten werden kommen? Bis nächsten April! See you next April !Fino prossimo Aprile! Tot volgend jaar April!…(kirsten und volker)

Alle nicht gekennzeichneten Fotos: á Kiki No

 

 

 

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