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Interview mit Frank „Bones“ Trobbiani – Mammoth Mammoth

(js) Im Rahmen der Europa-Tournee von „Mammoth Mammoth“ hatte ich die Möglichkeit, mich mit deren Drummer Frank „Bones“ Trobbiani zu unterhalten. Was er zu sagen hatte gibt‘s im nachfolgenden Interview.

Ihr habt euch im Jahre 2008 gegründet. Wie habt ihr damals überhaupt zueinander gefunden?

Um eine lange Geschichte kurz zu machen: Mikey (der Sänger) bat mich damals, seiner Band namens „Black Fang“ anzuschließen. Bevor wir diese Sache aber ins Rollen bekamen, wurde er selbst gefragt, ob er nicht Bock hätte, bei „Mammoth Mammoth“ zu singen. Das tat er und brachte mich gleich mit. Wir kannten uns damals aber alle schon, zumal ich vorher auch gemeinsam mit Cuz (dem Gitarristen) in der Band „Furious Dragon Love“ spielte.

Wer zeigte für euren skurrilen Bandnamen eigentlich verantwortlich und wie kam es dazu?

Dafür waren Cuz und Gash, unser erster Bassist, verantwortlich. Sie wollten unbedingt einen riesigen, schwarzen und haarigen Namen. Und da dafür ein Mammut längst nicht groß genug war, verdoppelten sie es einfach in „Mammoth Mammoth“. Ein „Mammoth Mammoth“ ist ein riesengroßes Mammut, dessen Fürze Einhörner töten können.

Wie würdet ihr euren Musikstil bezeichnen, wenn ihr ihn jemandem erklären müsstet, der euch nicht kennt? Stoner, Punk oder einfach nur arschtretender Rock’n’Roll?

Es ist letztlich wohl von Allem etwas. Wir selbst nennen unsere Musik entweder „Good time murder fuzz“ oder auch „Musik, die mächtiger ist als Gottes Titten“. Aber generell ist Stoner Rock eh ein überstrapazierter Begriff. Und deshalb haben wir uns auch nie als Stoner Band bezeichnet. Unsere Musik wurde schon „Beer Rock“, „Dirt Rock“ oder „Biker Rock“ genannt. Aktuell wurde sie in einem Artikel des „Metal Forces“ sogar auch mit dem „Outlaw Rock“ der 60er und 70er verglichen. Und mit genau dieser Einstellung können wir auch prima leben.

Es ranken sich ja einige Legenden um euch. Hausverbote in Melbourner Clubs, Sprünge durch Fensterscheiben oder verlorene Lederjacken während eines Konzerts. Klingt nach ordentlich viel Spaß, oder?

In unseren frühen Tagen waren wir eigentlich immer irgendwie in Problemen. Wir waren damals sicherlich die gefährlichste Band der Stadt. Mikey war in diesen Tagen äußerst schwierig unter Kontrolle zu halten. Weitestgehend lag es wohl daran, dass unsere Shows einfach auch als Reaktion auf diesen „pussy footing Rock“ gedacht war, der uns aus vielen anderen Clubs in Melbourne entgegen stank. Langweilige, gefakte Musik ohne jedes Leben. Es mangelte in vielen lokalen Clubs an Herzblut, an Eiern, an Mut und auch an musikalischer Aufrichtigkeit. Ja, und dann kamen wir und sorgten für viele gebrochene Herzen, gebrochene Knochen und gebrochene Fenster.

Ich habe euch nunmehr 4 mal live erleben dürfen. Und kann bestätigen, dass eure Show die letzte sein sollte, die man verpassen darf. Wie wichtig sind euch die Live-Gigs und wie intensiv erlebt ihr sie?

Oh ja, selbst auch unglaublich intensiv. Wir sind einfach eine Live-Band. Wir lieben es. Und wir sind wirklich überzeugt davon, dass jede Person im Publikum mit einem „Holy fuck! I just witnessed a real fucking rock show and it was a hell of a ride!“ auf den Lippen unser Konzert verlassen sollte.

Ihr seid 2012 zu Napalm gewechselt. Wie kam der Kontakt zu Stande?

Sie sind auf unser drittes Album „Hell‘s likely“ aufmerksam geworden und haben uns einfach angesprochen.

Ein derart großes Label kann natürlich Wohl und Wehe zugleich sein. Welche Vorteile habt ihr daraus ziehen können und habt ihr in dieser Zeit etwas an Eigenständigkeit einbüßen oder musikalische Kompromisse eingehen müssen?

Nein, nie. Wir haben ein unglaublich gutes Verhältnis zum Label. Sie haben nie Einfluss genommen, haben nie ändern wollen, was und wie wir es taten. Auch weil sie spürten, dass wir unglaublich stark auf unsere Arbeit fokussiert waren und sie es verstanden, wofür „Mammoth Mammoth“ immer stehen soll. Sie sind glücklich, uns unser Ding machen zu lassen.

Ihr ward von Beginn an ein fester Bestandteil der Melbourner Pubszene. Inwieweit sind Auftritte in eurer Heimat dort vergleichbar mit denen in Übersee?

Jeez, Jens, du stellst aber viele Fragen (lacht). Also die Melbourner Szene? Sie ist sicherlich klasse, um musikalische Erfahrungen zu sammeln. Jeder bekommt dort einen Gig. Das ist einerseits natürlich toll, andererseits aber eben auch nicht. Wir hatten immer das Gefühl, dass die Clubs von den Bands erwarteten, dass diese nur aus Liebe zur Musik und ohne jede Bezahlung spielen wollen. Bis auf die Bands hat also jeder daran verdient und die Musikszene profitierte davon. Aber lass uns nicht vergessen, dass die australische Musikszene grundsätzlich winzig ist. Du hast ein Land in den Ausmaßen der USA mit der Bevölkerungszahl Belgiens. Also ein wahnsinniges Areal und kaum Menschen. Das macht das Touring durch Australien natürlich wahnsinnig interessant. Aber in Deutschland, eigentlich in Europa, geht alles grundsätzlich weitaus professioneller vonstatten. Die Konzerttouren sind weitaus besser organisiert und Konzertbesuche fließen hier quasi durch die Lebensadern des Kontinents.

Im Jahre 2013 ging es für euch auf die erste Europatournee. Ein einziger Erfolg?

Ja, es war groß. Und hier zu touren ist immer geil.

Wie wichtig ist euch grundsätzliche das europäische Publikum? Und auch der europäische Markt.

Jedes Publikum ist uns überall gleich wichtig.

Aktuell seid ihr mit eurem neuen Album am Start, „Mount The Mountain“. Wie immer ist auf dem Cover eine Dame abgebildet, die ihre Klamotten sucht (lacht). Wer ist bei euch fürs Artwork verantwortlich?

Das erledigen wir alles selbst. Wir involvieren zwar Freunde, die Fotografen oder Regisseure sind, aber alle Ideen stammen von uns.

Wie lange habt ihr benötigt, um „Mount The Mountain“ einzuspielen?

Im Studio waren wir 3 Wochen. Daran gearbeitet haben wir aber insgesamt knapp 12 Monate.

Darf man sich eure Studiosessions eigentlich ähnlich wild und hemmungslos vorstellen?

Nein, leider nicht. Dafür ist das Equipment einfach zu teuer (lacht).

Als wir uns 2015 das letzte Mal im Pitcher in Düsseldorf trafen, waren AC/DC auch in der Stadt. Inwieweit waren oder sind sie oder auch Rose Tattoo für euch musikalische Vorbilder?

Weitaus weniger als viele Journalisten meinen. Wir selbst haben keine musikalischen Idole.

Die australische Rockszene an sich ist hier in Deutschland zwar beliebt, aber aufgrund der Ferne nicht wirklich bekannt. Welche Bands kannst du uns zwingend empfehlen?

„Riff Fist“ selbstverständlich.

Zumal ihr mit jenen „Riff Fist“ ja auch eine australische Band nach Europa mitbringt. Wie kam der Kontakt zustande?

Unsere Agentur hat uns zusammen gebracht. Aber diese Jungs wissen „wie man Ärsche gehörig rockt“.

Ich weiß, dass du, aber auch Sänger Mikey samt Familie, momentan fest in Berlin wohnst. Wie kam es dazu und wie lang sind eure Aufenthalte geplant?

Es ist einfacher hier zu wohnen, währenddessen wir in Europa touren.

Wie sehr sind die Lebensweisen in Australien und Deutschland überhaupt vergleichbar, wenn man das nach den wenigen Wochen überhaupt sagen kann?

Das lässt sich eigentlich gar nicht vergleichen. Berlin ist aber eine verdammt coole Stadt. Und sie hat diese „Leben und leben lassen“-Einstellung, die uns wunderbar passt.

Aber genügend Pubs können wir euch ja in Berlin bieten.

Das stimmt, das ist ein massives Plus.

Abschließend wünsche ich euch viel Erfolg für die Zukunft. Und danke fürs Interview.

Cheers, mein Freund, es ist immer gut zu plaudern. Aber zur Hölle, wie kann man so viele Fragen stellen?

Weitere Tourdaten:

10.05. Kiel, Schaubude
11.05. Chemnitz, AJZ
12.05. Cottbus, Zum faulen August
13.05. Lichtenfels, Paunchy Cats
14.05. Linz (A), Stadtwerkstatt
15.05. München, Feierwerk
16.05. Stuttgart, Goldmarks
17.05. Würzburg, Immerhin
18.05. Saarbrücken, Garage
19.05. Luzern (CH), Bruch Brothers
20.05. Olten (CH) COQ D’OR
17.06. Netphen, Freak Valley Festival
30.06. Bingen, Binger Open Air Festival
09.09. Fraureuth Open Air Festival

Hiesiges Review des aktuellen Albums: https://rockblogbluesspot.com/2017/04/18/mammoth-mammoth-mount-the-mountain/

https://www.facebook.com/mammothmammothband/?fref=ts

Frank Trobbiani ©KikiNo

Mammoth Mammoth ©VolkerF

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Prophecy Fest in der Balver Höhle am 28./29.07.17

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Trafostation 61 Festival Frechen-Grefrath vom 11.-13.08.17

Brainstock Generator Party im Band-House Düsseldorf Reisholz am 09.09.17

Magnificent Music Festival am 06.+ 07.10. in Berlin und Jena

Light Town Blues Eindhoven 03.11.17

Helldorado – The Incredible Rock & Roll Freakshow Klokgebouw/Eindhoven 18.11.17

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