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Blackmore´s Night – 17. August in München

(GeraldA) Hallo Leute! Ich wollte ja unbedingt einmal diesen sagenumwobenen Ritchie Blackmore live erleben und zwecks Mangel an „Rainbow“ Konzerten habe ich mir Karten für „Blackmore´s Night“ gekauft.
Das Ambiente in München, der Brunnenhof der alten Residenz, ist wirklich wunderbar. Durch die hofartige Innenanlage zieht auch bei 30 Grad an manchen Ecken ein laues Lüftlein, schwitzen tun trotzdem alle hier.
Ich plausche immer ein wenig mit der Security um die Stimmung der Künstler zu erkunden und war sehr überrascht. Fast alle sprachen von „Ritchie – der Diva“. Sollte er sich also seit seinen Deep Purple Zeiten nicht geändert haben? Man erinnert sich: Ritchie und Ian Gillan lagen so lange im Clinch, bis Ian seinerzeit Deep Purple verließ, weil die Stimmung unerträglich war. Zwei Genies, zwei Alfa Tiere waren aufeinander getroffen.

Die beiden Musiker, welche die Vorgruppe darstellten, spielten von 18.45 bis 19.15, um 19.30 sollte dann der Meister mit seiner Frau und Band beginnen; sollte – wenn er gut drauf war!

Unter lauten Fanfarentönen begann gegen 19.50 dann der Einzug der Gladiatoren. Ehefrau Candice strahlte und freute sich sichtlich ob der versammelten Fangemeinde, welche sich stilecht kostümiert, in den ersten beiden Reihen breitmachte. Ritchie sah aus, als ob ihm dies alles zuwider wäre und er eigentlich gar nicht wüsste, warum er ausgerechnet hier zeigen sollte, wie gut er Gitarre spielen kann. Die vielseitige Candice begann mit „Shadow of the Moon, Spirit of the Sea“ und weiteren mittelalterliche Klassikern aus ihrem Repertoire. Nach fünf Liedern wurden die Fans gefragt, was sie denn hören wollen und man einigte sich u.a auf „Cartouche“.
Candice machte noch Werbung für das heute neu erschienene Album „To the Moon and back -20 years and beyond“ in der 20. Anniversary Ausgabe. Die Fans bestimmten die CD 1, die Künstler füllten dann CD 2 auf.

Die Dialoge zwischen Ritchie und seiner Frau waren, wie soll man das jetzt am besten ausdrücken, etwas Gaga. Erklärte Candice die Jahreszahl eines bestimmten Songs, wurde sie sofort von Ritchie verbessert, welcher nicht einmal über ein eigenes Mikrofon verfügte. Es sah aus als überspiele Candice die Marotten ihres Mannes, dessen Stimme nur an ein Krächzen erinnerte. Als an Ritchies Gitarre das Schulterband abging, konnte man fast spüren wie die Audience den Atem anhielt. Aber er ließ seinen Roadie dann doch am Leben.

Nach den vielen Interviews mit Ritchie war ich sehr wohlwollend zu diesem Konzert gegangen. Die Stimme seiner Frau: unbeschreiblich klar und treffsicher. Die hohen Passagen ohne Ausrutscher, immer treffsicher gesungen. Manchmal etwas zu viel Doppler, aber ok! Der Meister ließ nur kurzzeitig seine Finesse erkennen, wenn er mit seinen Fingern die Saiten streifte. Seine Mimik wie eh und je immer auf das Instrument gerichtet, so als hoffe er, dass er die richtigen Riffs zur richtigen Zeit auch spielen könne. Auch ein Lächeln habe ich vergeblich gesucht.

Aber ich wollte diese Legende einfach mal in natura erleben und das habe ich nun abgehakt. Wer diese Musik gerne mag dem sei das neue Album empfohlen, wer es eben rockiger mag, der muß bis zum nächsten „Rainbow“ Konzert warten.

 

 

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