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Ghalia & Mama’s Boys – Let The Demons Out

(hwa) Da knallt einem plötzlich wieder Mal ein Album entgegen, das mich sprachlos macht. Zumindest fast, denn ich möchte das Album allen Bluesenthusiasten ja wärmstens ans Herz legen: Ghalia Vauthier trifft auf Johnny Mastro and his Mama’s Boys. Eine faszinierende Geschichte …

Ich kannte Ghalia Vauthier vorher nur vom Hörensagen, sie war mir eher ein unbeschriebenes Blatt – bis zu diesem Album, das schlichtweg verblüfft. Ghalias Aufstieg begann 2013 mit Auftritten als Straßenmusikerin in ihrer Heimatstadt Brüssel und als Mitglied in gleich zwei Bands, The Naphtalines und Voodoo Casino.

Vauthier suchte sich aber dennoch die größtmögliche Herausforderung: Amerika. Und so zog die R&B-affine Gitarristin und dynamische Sängerin durch sämtliche Hochburgen des Landes: Von Chicago und Memphis bis nach Nashville oder folgte dem legendären Mississippi-Trail.

Ihre Authentizität und Liveperformance muß der Überlieferung nach so beeindruckend gewesen sein, dass sie Hallen zum Beben brachte. Und das, obwohl sie in den Staaten so gut wie niemand vorher kannte.

Im Laufe der Zeit aber dann doch: Sie bekam plötzlich eigene Soloshows angeboten. Und als sie in Louisiana aufschlug, traf sie auf die dortigen Lokalmatadoren Johnny Mastro & The Mama’s Boys (By the way: Volker und ich sind unstillbare Fans der Band). Mastro war von den Socken und machte Ghalia Vauthier umgehend ein Angebot für eine gemeinsame Session.

Sie nahm an und herausgekommen ist ein Album, das vor Spielfreude in den Bereichen, Rock, Blues und R&B nur so strotzt.

Das Album deckt somit alles ab, was Johnny Mastro plus Band und Ghalia Vauthier auszeichnet, nämlich das untrügliche Gespür für Drive und Authentizität im Blues – einschließlich aller Facetten.

„Hiccup Boogie“ (Track 12) ist eine Referenz an Canned Heat. Bob „The Bear“ Hite und Alan „Blind Owl“ Wilson werden mit diesem Song und vielen anderen Songs des Albums auf Wolke 7 ihren Spaß haben und mitfeiern. Da bin ich mir sicher!

Für mich hat dieses Album keinerlei Schwächen. Es strahlt durch eine betörende Harp, einen betörenden Slide und nicht zuletzt durch Ghalias ausdrucksstarken Gesang.

Es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn dieses Album nicht zum Geheimtipp avanciert.

Lasst euch überraschen, ihr werdet von Ghalia begeistert sein. Die Demons werden jedenfalls mit Nachdruck rausgelassen.

Der Bandname Ghalia & The Mama’s Boys erscheint mir marketingtechnisch nicht optimal. Insbesondere Johnny Mastro wird nicht erwähnt. Als bluesinteressierter Käufer würde mir aber Johnny Mastro sofort ins Auge stechen. Ich weiß, es scheiterte alleine schon daran, dass Ghalia bis auf drei Ausnahmen die Songs selber geschrieben hat. Nun gut, es ist wie es ist.

Von Ruf-Records erwarte ich ein ebenso spannendes Nachfolgealbum. Tom kriegt das mit Sicherheit hin.

Panta rei – Alles fließt!

(Heinz W. ARNDT)

Lineup:

Ghalia Vauthier – Vocals & Guitar

Johnny Mastro – Harmonica & Vocals

Smokehouse Brown – Guitar & Backing Vocals

Dean Zucchero – Bass & Backing Vocals

Rob Lee – Drums & Percussion

Setlist:

01 4AM Fried Chicken

02 Let The Demons Out

03 Press That Trigger

04 Have You Seen My Woman

05 Hoodoo Evil Man

06 Addiction

07 All The Good Things

08 I’m Shakin’

09 Waiting

10 See That Man Alone

11 Hey Little Baby

12 Hiccup Boogie

Ghalia & Mama’s Boys – “Let The Demons Out”

Ruf Records 1250

Oktober 2017

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