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Electric Orange – EOXXV

(tn) „Electric Orange“ gehört mittlerweile schon zum Urgestein der europäischen Psychedelic-Szene. Sie spielen seit Anfang der Neunzigerjahre zusammen und veröffentlichen regelmäßig die Ergebnisse ihrer musikalischen Betätigungen. Nach fünfundzwanzig Jahren Musikausübung hat jetzt das Label Adansonia Records ihr neues Studioalbum als Dreifach-Vinyl-Jubiläumsbox veröffentlicht. Jede Scheibe hat ein eigenes Cover bekommen und pro Plattenseite ist ein durchschnittlich zwanzigminütiger Track enthalten. Was dürfen wir also auf diesem Album erwarten?

„EOXXV“ wirkt wie eine Bestandsaufnahme der Band. Das Album enthält Material aus den Jahren zwischen 2013 und 2017. Haben sie auf ihren frühen Alben noch mit klassischen Songs gearbeitet, also eine Songstruktur entwickelt und daraus einen Song aufgebaut, besteht die Studioarbeit nach fünfundzwanzig Jahren Zusammenspiel offensichtlich im gemeinsamen Jammen. Dass diese Entwicklung, wie man unschwer auf dem neuen Album feststellen kann, ein Gewinn für die Band als auch für den Hörer ist, dies macht wohl jeder der sechs bzw. sieben Tracks mehr als nur deutlich.

Gestartet wird mit „Continuum“ auf der A-Seite der ersten LP. Hier fällt – vor allem im Vergleich zu den älteren Scheiben – der Gesang ebenso weg wie das Experimentieren mit merkwürdigen Samples. Man ist bei der vorbehaltlosen Jamsession angekommen. Das hat immer noch den von „Electric Orange“ bekannten treibenden Groove, ist aber wesentlich ruhiger geworden und hat sich in großen Abschnitten bei einem psychedelischen Krautrock eingefunden, der manchmal sogar an die meditativen Strukturen von „Popul Vuh“ erinnert. Und an den Stellen, wo der Bass die Kontrolle übernimmt, wie etwa in „Gnosis“, wird man fast an den Bass des frühen Eberhard Weber erinnert, der sich hypnotisch wabernd durch entspannte Klanglandschaften spielt und immer ein bisschen nach Ambient klingt.

So gibt es auf „EOXXV“ Aufnahmen mit smarten, ruhigen, dahingleitenden Klanglandschaften ebenso, wie kosmisch-spacige, sich wiederholende und fast dronige Passagen. Manchmal ist das sehr elektronisch, erinnert an den „melodischen“ Conrad Schnitzler ebenso, wie an die Zusammenarbeit von „Cluster“ und Brian Eno und ihren meditativen Ambientsound. „Electric Orange“ sind bei einer überzeugenden Mischung aus moderner Kraut-Elektronik und Jamsession angekommen. Für den Kraut-Rocker alter Schule ist das Album nicht unbedingt unverzichtbar, aber der Freund psychedelischer Klangerfahrung wird sich über die Scheiben freuen und kann hier nichts falsch machen.

Das neue Studioalbum ist eine Bereicherung für den Plattenschrank und nach fünfundzwanzig Jahren Bandgeschichte für „Electric Orange“ eine opulentes Zwischenfazit in hervorragender Ausstattung….(thomasneumann)

Label: Adansonia Records

Format: 3LP+DL

VÖ: 14. September 2017

Tracklist LP:

  • A1 Continuum 22:58

  • B1 Under The Nun 15:55

  • C1 Misophonia IV 20:00

  • D1 Misophonia V 16:39

  • E1 Faint 22:00

  • F1 Residuum 16:55

  • Bonus DL: Gnosis 20:00

Line Up:

  • Dirk Jan Müller – Tasteninstrumente

  • Tom Rückwald – Bass, Gitarre

  • Georg Monheim – Schlagzeug, Perkussion

  • Dirk Bittner – Gitarre, Perkussion

Web

FB: https://www.facebook.com/electricorangeband

Bandcamp : https://electricorange.bandcamp.com/

Label: https://www.adansoniarecords.de/shop/

Filed under: Album Reviews, Elektronik, Jam, Krautrock, Postrock, Prog, Psychedelic, Rock, Space, , ,

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