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The Crazy Left Experience – ‚Death, Destruction And Magic‘

(pmck) (Segue abaixo a versão em português!)

‚Was die Raupe Ende der Welt nennt, nennt der Rest der Welt Schmetterling.‘ – Lao-Tze

Die Underground Szene in Portugal erstaunt mich immer wieder aufs Neue. Vor allem, was Neo Psychedelia angeht: 10 000 Russos, Saturnia, Gala Drop… nun war Mitte April The Crazy Left Experience dran, mich erneut zu überzeugen. The Crazy Left Experience sind Rui Inácio am Schlagzeug und Drone Gitarre, Luís Abrantes an der Gitarre und Tiago Machado am Bass. Mit ihrer siebten Veröffentlichung ‚Death, Destruction And Magic‘, ein politisches Konzept Album, haben die Lissabonner durchaus eine neue Stufe der Improvisationskunst erklommen.

Solche Platten mag ich am liebsten. Solche, die einem bei jedem Tonwechsel den Atem rauben und einen sehr großen Raum für Interpretationen lassen. Dieser fängt im neuen Album schon beim Cover an. Gemäß dem Plattentitel werden drei Dinge abgebildet, von unten nach oben: ‚Death‘ – der Tod wird durch die Menschen der Vergangenheit repräsentiert, Kriegsmilitäre, die konzentriert einen Kernwaffentest beobachten – was wiederum ‚Destruction‘ darstellen soll. Der Baum, der aus dem Rauch herauswächst und die bei einem Atomtest zu erwartenden Raketen ersetzt, soll letztendlich ‚Magic‘ verkörpern und damit die Fähigkeit zu schöpfen, anstatt zu zerstören. Wer sich fragt, wem das einzige erkennbare, nach hinten gedrehtes Gesicht gehört: das ist Zé Pedro, ein Musiker der portugiesischen Rock Band Xutos e Pontapés. Letztes Jahr verstorben, aber immer in Erinnerung bleibend… The Crazy Left Experience wollte mit dieser Bildkomposition Zé Pedro ein Denkmal setzen.

Alle Alben der drei Portugiesen sind live und improvisierte Jams, so auch ‚Death, Destruction And Magic‘. Es sind 4 Songs aufgespielt: Death, Destruction, And und Magic. Jeder Track hat einen interessanten und für Interpretationen wie geschaffenen Untertitel:

01. // Chapter I

DEATH [08:08]

In the Beginning there was sound, and sound is vibration.

02. // Chapter II

DESTRUCTION [15:15]

By ultimate knowledge of sound, man can not only create, but he can also destroy.

03. // Chapter III

AND [07:32]

A Song for Rosa.

04. // Chapter IV

MAGIC [09:00]

Magic is the power to use supernatural forces to make impossible things happen.

Es beginnt ironischerweise mit Death, ein Terminus, der gewöhnlich für das Ende steht. Oder auch für den Anfang? Man kann natürlich auch denken, dass jedes Ende mit einem neuen Anfang verbunden ist; dass mit jedem Tod ein Leben beginnt. ‚Leben und Tod, vollendete Zweisamkeit!‘ (Manfred Hinrich) Death fängt an mit einem Fade-in der Gitarre an, die sehr vintage und progressiv-psychedelisch klingt. Mit dem Einspiel kommen die ersten vibrations an, die sich zu einer Sound Explosion steigern. Der Bass spielt Riffs, die stetig im Songs wiederholt werden und baut mit dem Schlagzeug eine beständige Begleitung auf. Die Gitarre darf sich bei Death am meisten zeigen – bis sie stirbt… und dann mit neuen Effekten wieder aus der Asche erwacht. Das Schlagzeug wird jazzig, die Saiteninstrumente aggressiver und somit wird der gesamten Eindruck des Songs verändert, was eine Vorbereitung auf den nächsten Track darstellt. Fade-out.

Fade-in. Destruction erwächst aus der Ruhe des Todes. Die Gitarre bleibt am Anfang des Tracks progressiv wie die Macht der Vernichtung und klingt wegen der richtigen Mischung von Overdrive und Distortion sehr stark nach David Gilmour. Schlagzeug und Bass sind spürbar geprägt von Stoner Rock Manieren und peitschen den Song stets nach vorne. Der Track weicht vom Psychedelic Rock eher ab, da das Klangbild insgesamt klarer ist – ein musterhaftes Psych Desert Rock Lied. Es hört sich an wie ein Battle zwischen der eher sanften Gitarre und dem Bass und Schlagzeug Duo, die zusammen ein Team von aggressiven Maschinengewehren bilden. Die Flanger Gitarre kämpft mit ihrer Melodie gegen das Stakkato, als wäre sie die letzte Hoffnung für die Rettung der Welt. Mit der Zeit wird die Hoffnung stärker, alle Instrumente finden Harmonie und der Song wird insgesamt sanfter. Doch die gewalttätigen Gewehre brechen aus dem Einklang aus und übernehmen wieder die Führung. Dieses Machtspiel zwischen Gitarre vs. Schlagzeug Bass wird wiederholt, bis letztendlich die Maschinengewehre die Herrschaft für sich gewinnen. Könnte es der Triumph der Destruction sein?

Nein! Jetzt kommt der erste mystische Einsatz der Drone, der wie die aufkeimende Hoffnung nach einem verlorenen Krieg klingt – es ist noch nicht zu Ende. Der Bass wirkt wie eine Signalanlage und ist an genau den richtigen Stellen gegen Ende des Tracks verzerrt. Die Gitarre klingt immer mehr wie eine tickende Uhr: man braucht Zeit für Heilung und Entwicklung, damit Magisches wahr werden kann. Destruction neigt sich dem Ende zu, Noisy Part schafft ein Nachhallgefühl: Vernichtung bleibt nur Erinnerung. Mein Lieblingssong der Platte.

And der Tick Tack ist wieder da. Es wird noch Zeit gebraucht, um aus Destruction etwas Schönes zu machen. And stellt eine 90°-Wendung der Platte dar. Ein vollkommenes Interlude, abgekapselt vom Rest des Albums. Ein Switch, eine Pause, bevor die Magie erscheint. Runterkommen. Meditieren. Einatmen. Ausatmen. Bass vs. Noisy Gitarre. Let’s ask Rosa what she thinks. Zeit vergeht, Vorbereitungen sind getan. Es ist Zeit für Magie.

Magic fängt ganz schüchtern an. Das Delay der progressiven Gitarre schafft einen wabbernden Sound und der klare Bass zeigt, wo es langgeht. Magic baut durch und durch auf Destruction auf: es fängt dort an, wo Destruction aufhört. In der klassischen Psychedelic Stoner Rock Improvisation wird wieder das Thema Hoffnung aufgenommen. Die Instrumente sind schön aufeinander abgestimmt und der Bass sehr melodisch, wird ‚von vorne nach hinten‘ von der durch Tremolo hallenden Gitarre begleitet. Die Distortion fehlt mir allerdings beim letzten Track, diese hat den anderen Songs mehr Fülle verliehen. Das Schlagzeug wirkt wie der Herzschlag dieses magischen Ereignisses. Mit Magic wird der Zyklus von Death und Destruction vollkommen abgeschlossen.

Am besten laut und konzentriert genießen. Mehrmals, um alle Facetten genau zu enträtseln. Dies ist keine Platte zum Nebenbei hören!

‚O que para a lagarta se chama o fim do mundo, para o resto do mundo se chama borboleta‘ – Lao-Tsé

A cena underground de Portugal me surpreende sempre. Principalmente quando se trata de Neo Psicodélia: 10 000 Russos, Saturnia, Gala Drop… agora em meados de abril foi a vez de The Crazy Left Experience de me fascinar novamente. The Crazy Left Experience são Rui Inácio na bateria e drone guitar, Luís Abrantes na guitarra e Tiago Machado no baixo. Com seu sétimo lançamento, o álbum político conceptual ‚Death, Destruction And Magic‘, os músicos de Lisboa alcançaram e estabeleceram um novo nível da arte de improvisação até para si mesmos.

Esse tipo de álbum é o meu favorito. O tipo que faz o coração pular uma batida a cada mudança de tom e que deixa muito espaço amplo para interpretações. E esse espaço já começa na capa do novo álbum. De acordo com o título, vemos os mesmos três elementos representados na capa, de baixo para cima: ‚Death‘ – a morte é representada por pessoas do passado, militares de guerra, que observam atentamente um teste nuclear – que por sua vez é o representante de ‚Destruction‘. A árvore, que cresce da fumaça e substitui o esperado missil, é finalmente ‚Magic‘, e mostra a capacidade de criar ao invés de destruir. Para quem se pergunta de quem é o único rosto reconhecível na capa: é o rosto de Zé Pedro, um músico da banda portuguesa Xutos e Pontapés. Falecido ano passado mas para sempre lembrado… The Crazy Left Experience quis fazer-lhe uma homenagem com essa composição.

Todos os álbuns dos três portugueses são live jams, inclusive ‚Death, Destruction And Magic‘. O álbum contem 4 faixas: Death, Destruction, And e Magic. Cada música tem uma legenda interessante, que nos ajuda na interpretação:

01. // Chapter I

DEATH [08:08]

In the Beginning there was sound, and sound is vibration.

02. // Chapter II

DESTRUCTION [15:15]

By ultimate knowledge of sound, man can not only create, but he can also destroy.

03. // Chapter III

AND [07:32]

A Song for Rosa.

04. // Chapter IV

MAGIC [09:00]

Magic is the power to use supernatural forces to make impossible things happen.

Ironicamente o álbum começa com Death, um termo tipicamente usado para o fim. Ou para o começo? Claro que podemos dizer que todo fim está ligado com um começo; que com toda morte começa uma nova vida. ‚Vida e morte, união perfeita!‘ (Manfred Hinrich) Death começa com um fade-in da guitarra, que soa muito vintage e progressive-psychedelic. Com os primeiros tons chegam as primeiras vibrações, que se convertem em uma explosão sonora. O baixo toca riffs que se repetem constantemente e constroem um acompanhamento contínuo com a bateria. A guitarra é o instrumento que mais se mostra em Death – até sua morte… e logo mais desperta das cinzas com novos efeitos. A bateria vira jazzy e os instrumentos de corda ficam mais agressivos e com isso mudam toda a impressão e atmosfera da música, o que é uma preparação para o próximo tema. Fade-out.

Fade-in. Destruction surge da calma da morte. A guitarra segue sendo progressiva no começo dessa track, assim como o poder e velocidade da destruição, e soa á la David Gilmour, devido a mescla correta de overdrive e distortion. Bateria e baixo com claras influências de Stoner Rock, chicoteando essa música sempre avante. O som se diferencia do rock psicodélico porque é mais claro – uma música exemplar para o gênero desert rock psicodélico. Soa como uma batalha entre a guitarra suave e a dupla de baixo e bateria, que formam uma equipe de metralhadoras agressivas. A guitarra com flanger luta com sua melodia contra o staccato, como se fosse a última esperança para salvar o mundo. Com o tempo, a esperança fica mais forte, todos os instrumentos encontram harmonia e a música fica geralmente mais suave. Mas os rifes violentos rompem a harmonia e voltam a tomar a liderança. Este jogo de poder entre guitarra, baixo e bateria se repete até que as metralhadoras finalmente ganham o controle. Poderia esse ser o triunfo da destruição?

Não! A mística e primeira missão da drone começa e soa como a esperança florescente de uma guerra perdida – ainda não chegamos ao fim. O baixo atua como um alarme e distortion é usada nos momentos certos no fim da música. A guitarra soa cada vez mais como um relógio, tic-tac, tic-tac: se necessita tempo para cura e desenvolvimento para a magia se realizar. A destruição chega ao seu fim, a noisy part cria um eco: depois da destruição permanece a memória. Minha música favorita do disco.

And o tic-tac volta. Ainda é necessitado tempo para converter destruição em algo belo. And representa um giro de 90 graus no disco. Um perfeito interlúdio, isolado do resto do álbum. Uma interrupção, uma pausa antes da magia surgir. Acalmar. Meditar. Inalar. Exalar. Baixo contra guitarra noisy. Let’s ask Rosa what she thinks. O tempo passa, os preparativos estão feitos. É hora da magia.

Magic começa timidamente. O delay da guitarra progressiva cria um som bamboleado e o baixo claramente mostra o caminho. Magic se baseia completamente em Destruction: começa exatamente onde Destruction acaba. Em uma improvisação clássica do stoner rock psicodélico, o tema esperança renasce. Os instrumentos são harmônicos e o baixo muito melódico, é acompanhado da guitarra com tremolo ‚de trás para frente‘. A distortion me faz falta nessa última track; esta dava mais riqueza as outras músicas. A bateria soa como o batimento cardíaco deste evento mágico. Magic completa o ciclo entre Death e Destruction.

A melhor maneira de desfrutar deste álbum é ouvindo-o em alto volume e concentradamente. Repetidas vezes, para poder entender todas as facetas exatamente. Este não é um disco para ser ouvido como musica de fundo! (Pearl McKurdy)

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