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Der Detze Rockt – 15.6.-16.6.2018 in Daun-Rengen

 

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(hjs) Raucherpause beim Hell Over Hammaburg. Nein ich rauche nicht aber jeder weiß, die wichtigen Dinge werden draußen besprochen.  So kam das Gespräch auf das DDR (Anm: Der Detze Rockt) Festival in der Eifel. Ob ich es mir mal anschauen wollte? Na klar und wie. Immerhin sind mit Dead Lord und Hällas zwei meiner Neuzeit Heroen am Start. Der Detze heißt eigentlich Detzenberg und liegt nahe der Ortschaft Daun in der Eifel. Neben dem Sportplatz, in luftigen Höhen, liegt das Festivalgelände. Wunderschön eingebettet in die Landschaft, präsentiert es sich mit kurzen Wegen, einem sehr guten Sound, einem tollen Billing und einer Rundumverpflegung. Sogar duschen ist möglich, dabei hieß es doch früher mal: „Duschen ist kein Heavy Metal“. Wer mochte, konnte seinen morgendlichen Reinigungsgang mit einem lecker Frühstück verbinden. Toiletten waren ausreichend vorhanden und wurden auch geleert und gereinigt. Kurz, irgendwie fehlte…nichts!

Am Vorabend anzukommen war auch kein Problem, man konnte sich also in Ruhe auf das Festival vorbereiten.  Musikalisch wurde folgendes präsentiert:

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Hier war für jeden etwas dabei und vor allem die beiden Headliner sollten zünden.. Zu erwähnen wäre noch das Wetter. Es war ganz und gar nicht Eifel-typisch, nämlich überwiegend schön. Abgesehen von zwei kurzen Schauern war es perfekt.

Tag 1: Ruynor mussten als Opener ran und wie schon ein paar Wochen zuvor gefielen sie mir sehr gut. „We Don’t Care“ ist natürlich das Statement das man von einer Band solchen Schlages erwartet. Eine kleine Hommage durfte auch nicht fehlen („Hey Ho, Lemmy Go“) und zum Schluß wurde das Ganze dann mit „Blitzkrieg Bop“ rund.

Aus Koblenz traten Final Fortune an um das Publikum bei Laune zu halten. Es gelang Ihnen ziemlich gut. ein mit Pailletten besetzter und mit rosafarbenen Saiten am Instrument ausgestatteter Basser wummerte was das Zeug hielt, die anderen standen ihm in nichts nach. Der erste sing along Einsatz beim Publikum kam mit „Hungry For Love“. Später durfte noch abgestimmt werden, entweder „Tonight I’m Coming Home“ als Ballade oder „Suicide Attack“. Da es noch früh am Tage war (vermutlich deshalb) wurde die Ballade abgewählt. Sehr gut war auch die Bandvorstellung mit Solo-Einlagen der Bandmitglieder.

Slaughter Messiah holten dann den Knüppel raus. Kreisende Mähnen in den ersten Reihen, die Nackenmuskeln wurden gestärkt. 10 Stücke die keinem Luft zum Atmen ließen, inkl. Bathory’s „Die In Fire“. Das einige Fans im Publikum waren hörte man sehr gut bei der Ansage „Black Speed….“ – pause, dann Publikum „… Terror“. Ja, die Jungs waren eine erfrischende Abwechslung.

Ranger musste ich dann leider verpassen, aus Gründen und war dann bei Ambush wieder direkt vor Ort. Wie schon vor Wochenfrist wieder ein *hüstel* geiles Set. Bei den Schweden weiß man was einem serviert wird. Lupenreiner Heavy Metal! Dadurch dass sie einen Hammersong wie „Possessed By Evil“ an den Anfang des Sets setzten hatten sie gleich leichtes Spiel. Damit auch keiner während des Sets verdurstete kümmerte sich Sänger Oskar Jacobsson rührend und schüttete seinen Mitstreitern etwas edlen Gerstensaft in die Kehlen. Ein Oskar kommt selten allein. Zur Unterstützung am Tieftöner konnte Oskar Andersson, seines Zeichens Gitarrist und Sänger bei Night, gewonnen werden. Als Zugabe gab es dann noch einen neuen Song.

OD Saxon habe ich nie mit der nötigen Aufmerksamkeit verfolgt. Diesmal nahm ich mir vor dieses nachzuholen. Es gab eine Setlist zum Niederknien („Strong Arm…, Denim And…, Dallas 1pm, 747…, Wheels…“) eine Band die glänzend aufgelegt war mit einem Sänger Bri Shaughnessy, der stimmlich keine Wünsche offen lies. Das war ein richtig amtlicher Headliner.

Anschließend gab es noch die Aftershow Party größtenteils unter freiem Himmel. Was auch gut war, das Wetter spielte ja  mit.

Tag 2: Wer die Cocktails bei der Aftershow Party überlebt hatte der konnte sich ab 13:30 zum Freibier einfinden. Und ja, die meisten waren bereit. Musikalisch begleitet wurde es von „Old Mother Hell“. Sie sind ja ein bisschen die Shooting Stars im Moment. Als Trio bestens aufgestellt verkündeten sie eine klangliche Botschaft aus epischen Doom mit leichtem Metal Einschlag und spielten fast in Gänze ihr erstes Album durch.

Old School Heavy Metal aus Spanien war als nächstes an der Reihe. Witchtower schnürrte die Stiefel und legte mal fulminant los. Zwei Stücke des aktuellen Albums „Hammer Of Witches“ dienten als Warmmacher. Auffällig waren auf jeden Fall die harmonierenden Twin Gitarren. Mit „Ride Or Die“ gab es auch noch ein neues Stück auf die Ohren. Das ist kurzweilig, Heavy Metal at it’s best…

Aus dem UK kamen Amulet. Sie haben es bisher auf eine EP und eine Langrille gebracht. Das Erstlingswerk, unter anderem auch auf Tape zu bekommen, ist längst ausverkauft. Sie haben so ein wenig Underground Kultstatus, den sie sich auch verdient haben. Songs wie „Evil Cathedral“ oder „Bloody Night“ sind Songs mit Potential.  Mit „Talisman“ vom Album „The First“ zeigten sie auch dass Instrumentalsongs nicht langweilig sein müssen.

Incarceration wurde leider Opfer meines Grilldranges. Hole ich aber nach, versprochen.

Doppelschicht für Oskar Andersson, der ja gestern schon bei Ambush unterstützte. Heute musste er an den Sechssaiter und das Mikro und mit Night ein weiteres Stück vom schwedischen Musikkuchen goutieren.  Leider war es von der Songauswahl nicht so meins. Meine Lieblingsscheibe ist nun mal „Soldiers Of Time“ und „Across The Ocean“ kann man auch nicht genug hören. Das ist aber Klagen auf hohem Niveau, Night lieferte trotzdem eine amtliche Show ab.

Dealer gibt es schon seit über 40 Jahren und sie sind das erste Mal in Deutschland gewesen. Ihre aktuelle Scheibe ist von 1986 und nennt sich „First Strike“. Daneben gab es noch einen Tonträger mit unveröffentlichen Demo Songs.  Sänger und Gitarrist Trevor Short ist Gründungsmitglied und Urgestein. So nichts wissend erwartete ich auch nicht viel und wurde überrascht. Sie spielen guten Heavy Metal mit NWOBHM Einschlag. Trevor ist gut bei Stimme und die Instrumentalfraktion eine perfekte Ergänzung. Als besonderes Schmankerl wurde „Leave Me Alone“ gespielt, geschrieben vom im Jahre 2013 verstorbenen Bassisten Pete Gentil.

Für mich eine DER Entdeckungen der letzten Zeit ist Hällas. Ich danke immer noch meinem Redakteur Volker dass ich die aktuelle Scheibe rezensieren konnte. Selten hat mich eine Platte von Durchgang zu Durchgang tiefer in ihren Bann gezogen. Aber genug der Lobhudelei, was können sie live? Sehr viel! Das Spiel ist noch druckvoller als auf Tonträger. Die Band bezeichnet es ja selber als Adventure Rock. Stücke wie „Astral Seer“ oder „Star Rider“ sind live jetzt schon Klassiker. Nach kurzem Überlegen und Diskussion zu welchem Gender Sänger/Bassist Tommy Alexandersson gehört stand dem vollen Musikgenuß nichts mehr im Wege. Auch dass der Himmel kurz seine Schleusen öffnete störte niemanden.

Als vorletzte Band traten Tytan an. Die Engländer gibt es auch schon ewig und auch sie waren Anfang der 80er im Sog der NWOBHM unterwegs. Deshalb sind sie auch nicht ganz unbekannt und bei Songs wie „Money For Love“ oder „The Watcher“ wird gerne mitgesungen bzw.  gebangt. Nachdem ich sie jetzt mehrmals gesehen habe, werde ich mich adäquat um Tonträger bemühen.

Headliner ohne Frage und ohne wenn und aber waren Dead Lord. Eine Band wie für eine Rockgeschichte gemacht. Traumhaft eingespielt (was eigentlich kein Wunder ist nach gefühlten 100.000 Shows) und immer mit der richtigen Attitude sorgen sie dafür dass 70 Minuten mal so ruck zuck verfliegen. Schwerpunktmäßig sind sie mit Songs vom ersten Album unterwegs. Das ist aber auch kein Wunder denn „Hammer To The Heart“, „Hank“ oder „Onkalo“ sind echte Dauerbrenner.

Mein persönliches Fazit zu diesem Festival ist nur positiv. Ein tolles Gelände, sehr guter Bühnensound, zivile Preise, schmackhaftes Essen, tolle Leute, und…und…und.
Alles war entspannt, es gab überhaupt keinen Stress, so muss ein Festival sein. Vielen Dank an Jan für die Akkreditierung, ich hoffe bis nächstes Jahr. Diesen Festival hat seinen festen Platz in meinem Festivalkalender bekommen..

Es gibt auch schon den Termin für 2019. Es wird der 14.6. und 15.6.2019 sein. (hans-juergen)

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Clostridium Labelnight Vol.1 in der Pauluskirche Dortmund am 13.04.19

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