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Electric Moon – Live In Kosmos

(tn) Diesmal dreht sich ein etwas umfangreicheres Werk von „Electric Moon“ auf dem Vinylabspielgerät. Die Aufnahmen wurden im Zeiss Planetarium in Bochum am 10. September 2015 gemacht. Hört man sich das Konzert an, kann man umgehend in einen ganz besonderen Moment eintauchen, der nicht automatisch bei einem Livekonzert entsteht, aber passieren kann, wenn man als Band einen guten Abend erwischt. Man bekommt ein Gefühl dafür, was drei Musiker mit ihren Instrumenten anstellen können und wie sie die Hörer mit auf einen Trip nehmen und Gefahr laufen, den Rückweg nicht mehr zu finden. Sehr beeindruckend!

Auf drei schwarzen Scheiben sind insgesamt sechs Tracks zu finden, der kürzeste knapp sechzehn Minuten lang. Der längste Track hat eine Spieldauer von fast sechsundzwanzig Minuten – hier kommt man an die technischen Grenzen des Vinyls, das mit zwanzig Minuten Spieldauer pro Plattenseite eigentlich seine Kapazität klanglich ausgeschöpft hat. Trotzdem darf man eine akzeptable Klangqualität erwarten und wird hier auch nicht enttäuscht werden. Der Schnitt auf dem Vinyl ist dementsprechend etwas enger ausgefallen.

Man nehme sich also knapp drei Stunden Zeit: Sprung in den Sound. Der folgende Space-Trip wird immer nur durch das Wenden des Vinyls unterbrochen. Also Luft holen, durchatmen – weiter geht‘s. Man kann auf diesen vertonten Fahrten durch den Space, die fast nahtlos in musikalische Rauschzustände übergehen, einen leichten Hauch der Unendlichkeit spüren, der zwischen den Klängen und Tönen durch den Raum weht. Und so ist vielleicht der Veranstaltungsort Planetarium durchaus weitsichtig und sinnhaftig ausgewählt worden.

Die von extensiven psychedelischen Klängen angefüllten Tracks verkünden von einer souveränen Handhabung der Materie – und das nicht erst, als in „Sunburst Odyssey“ über weite Passagen die Doom-Maschine einsetzt und die Bassläufe die psychedelische Führung übernehmen und die Gitarren mit der Arbeit an den Pedalen beschäftigt sind. Und wenn man die Raumfähre beim langsamen Landeanflug brummen hört, scheint die Landung zwar kurz bevor zu stehen – aber es wird mit „Star Factory“ noch einmal durchgestartet. Improvisationen lassen einen die langen Melodien verfolgen, ein Vorschein von Unendlichkeit scheint durch die Sounds hindurch. So hört sich Glück an!

Und wieder kommen ausufernde, psychedelische Minuten, in denen die Improvisationen verschmelzen und die Spannung und Dynamik der Songs einen nicht zum Durchatmen Zeit lassen. Nach sechs Seiten Vinyl, fünf mal kurzem Aufstehen mit Plattenwechsel, nach über zwei Stunden, hat man eine ausgeklügelte, gut durchdachte und offensichtlich durchkomponierte Reise hinter sich gebracht, die man sicherlich noch des öfteren wiederholen wird. Großes Kino im Breitwandformat. Hier kann man auf hohem Niveau „Electric Moon“ auf eine ihrer Reisen begleiten und unbeschwert durch den „Kosmos“ driften. Dank an die Reiseleitung. (Thomas Neumann)

Label: Sulatron Records

Format: 3LP

VÖ: 10. Juli 2018

Aufgenommen: Live aufgenommen im Zeiss Planetarium Bochum, 2015.

Tracklist:

  • A The Last Words Of Mister P. 25:58

  • B Air To Space 15:47

  • C Radio Contact Was Lost 19:38

  • D Close Encounter Of The 4th Kind 24:42

  • E Sunburst Odyssey 24:45

  • F Star Factory 24:43

Line Up:

  • Komet Lulu – Bass, Synthesizer, Effekte

  • Marcus Schnitzler – Schlagzeug

  • Sula Bassana – Gitarre, Synthesizer, Effekte

Web

FB: https://de-de.facebook.com/ElectricMoonOfficial/

Webseite: http://www.electricmoon.de

Bandcamp: https://electric-moon.bandcamp.com/

Discogs: https://www.discogs.com/de/artist/2058206-Electric-Moon

Filed under: Album Reviews, Classic Rock, Experimental, Krautrock, Psychedelic, Rock, Space, , , , , ,

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