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Frayle – The White Witch

(KiS) Noch leicht verschlafen am Sonntagmorgen, mit der ersten Tasse Kaffee. Mit Milch. Aber das 12” Vinyl strahlt heller auf dem Plattenteller. Liegt schwer in der Hand. Ein echtes Schmuckstück, das mir hier wieder von Lay Bare Recordings vorliegt. Es liegt überhaupt alles vor, was ich erwarte: Texte! Edle Verpackung, perfekter Sound. Reduzierung auf das Wesentliche in 4 Tracks.So jetzt gehts los wie üblich:

Schublade: „Tuning low and playing slow“. Doom.

Cover: Gwyn präsentiert Gesichtsschmuck.

Band: Sean Bilovecky & Gwyn Strang (+ unknown Kombo)

Side A

Let the Darkness in – ein fließender Soundteppich, eingewoben der be-unruhigend – beruhigende Gesang. Beinahe ein Flüstern. Gleitet er in Resignation oder doch mehr in Bedrohung ab ? Von einem Vorwurf bis hin zur Selbsterkenntnis. Markanter hypnotischer Schlagzeugtakt konkuriert mit schnarrendem Bass in Slowmotion. Slow aber wuchtig. Massiv.

The White Witch – schnarrt heftig mit schwerem Kopfnicken in den Titelgeber des Albums. Mehr von Allem. Mehr Gesang, mehr Hall, mehr Doppelung. Mehr Zeit. Mehr Wucht, mehr Knarz. Mehr Magie, mehr Tragik. Mehr Gänsehaut. Während der erste Track noch einen leicht depressiven Unterton zu haben scheint, verstärkt sich hier mehr ein aufstrebendes, sehnsuchtvolles Gefühl. Die positiven Kräfte der Natur streben ans Tageslicht.

Side B

Wandering Star – als alter Portishead-Fan hatte ich ein wenig Angst mir das anzuhören. Coverversionen können ja bekanntlich gehörig schief gehen. Besonders diesen „Hit“ habe ich immer geliebt als Liebekummer- Begleiter. Frayle wagen es. Es liegt ihnen im Blut. Wie mit Leichtigkeit fügt sich die der Portishead-Flair in den Workflow von Sean und Gwyn ein. Was von vielen beim Originalsong als zu wehleidig oder zu süßlich kritisiert wurde, ist hier eliminiert. Dieses Lied ist erwachsen geworden.

Things That Make Us Bleed – Autsch. Der absolut schmerzhafteste Titel, ebenso intensiv zu hören. …the blood I bleed is black indeed..fällt mir dazu nur ein…ohne Sauerstoff, man ringt nach Luft, so schwer lastet der Track auf der Brust. Lüge und Betrug. Was hält mich trotzdem zu glauben? Ein ungesundes Beziehungsmuster? Wahre Liebe?

Es bleibt nur eine logische Konsequenz: dies ist ein intensives Musikwerk. Es lotet Abgründe aus und macht mich sehr, sehr neugierig auf eine Live-Performance. Zum Glück muss ich darauf nur noch 8 Wochen warten bis: Desertfest Antwerpen – yeah.

Sexinessfaktor: werft die Keuschheitsgürtel über Bord und seid zärtlich zu euren imaginären Gebliebten.

https://frayle.bandcamp.com/album/the-white-witch-ep

www.laybarerecordings.com

 

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Clostridium Labelnight Vol.1 in der Pauluskirche Dortmund am 13.04.19

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