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Circle of the Sun – Jams of Inner Perception

(as) „Cosmic Fall“-Schlagzeuger Daniel Sax beherrscht auch Melodieinstrumente und versteht etwas vom Arrangieren musikalischer Ideen – klar, wenn man den Einfällen anderer als Stockschwinger metrisch bzw. rhythmisch Struktur verleihen muss … Bei „Circle of the Sun“ handelt es sich um ein Soloprojekt, mit dem er sich rein instrumentalem Wüstenrock hingibt.

Zunächst einmal ist „Jams of Inner Perception“ dahingehend ein Achtungserfolg, als Sax alles allein eingespielt und produziert hat; einzig die Abmischung und das Mastering – letzteres übernahm Grobschnitt-Eroc – vertraute er fremden Händen an, und auch das hübsche Artwork stammt wie bei seiner Hauptband von ihm selbst.

Der gemeinsame Nenner zwischen deren Musik und dieser Scheibe besteht in der schwerelosen Atmosphäre, auch wenn die Gitarren oft Stoner-gemäß braten. Um ihren improvisatorischen Charakter zu erkennen, braucht man nicht erst den Titel zu lesen, und hierin verbirgt sich zugleich die größte Schwäche des Materials: Sax dudelt sich in einem fort durch die Pentatonik, was zwar zu einem einheitlichen Klangbild führt, aber über die gesamte Spielzeit hinweg ermüdet.

Das Ganze ist quasi Blues ohne strikte Bindung an ein Zwölftakt-Schema, weshalb auch wesentliche Akkordwechsel fehlen, was die Unterscheidung der einzelnen Stücke voneinander erschwert. Den verhältnismäßigen Tiefpunkt – um nicht missverstanden zu werden: „Jams of Inner Perception“ enthält keine akustische Grütze – markiert „Jamming in Paradise“: eine krumme Gurke, die nicht wusste, in welche Richtung sie wachsen sollte, bevor sie gepflückt wurde.

Als Lichtblick, den man ergo auch zum Probehören empfehlen darf, erweist sich das einfühlsame, kurze wie treffende „Desert Sun“, das dem Schöpfer eine Lehre sein sollte; kommst du schneller auf den Punkt, lässt du trotzdem nichts missen und gibst gleich ein wesentlich überzeugenderes Statement ab.

Kurzum – Sax‘ abgesehen davon gefühlt endlose Jams mit bauchig drückendem E-Bass, die im Frühling 2018 eingespielt wurden, wirken wie entschleunigte Earthless, und selbst die gehen live wie auf Platte nach etwa einer halben Stunde auf den Zeiger. Weniger wäre mehr gewesen, also genießt die A- und B-Seite mit einer gebührenden Pause dazwischen, wenn ihr die demnächst erscheinende Vinyl-Version kauft.

http://www.circleofthesun.bandcamp.com

Buffalo 06:25

Acid Dream 04:45

Liquid Sand 09:50

Jamming in Paradise 07:03

Moongroove 08:32

Desert Sun 03:11

Besetzung: Daniel Sax (alle Instrumente)

Andreas Schiffmann

Filed under: Album Reviews, Classic Rock, Hardrock, Jam,

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