rockblog.bluesspot

musikalisches schreibkollektiv

Orango – Evergreens

(LW) Stell dir vor, du bist an einem kalten Novemberabend unterwegs. Der eisige Wind schneidet in die Haut und du suchst nach einer Kneipe oder Bar, in der du dich aufwärmen kannst. Du gehst die Straße weiter entlang und hörst gedämpft durch die Tür, Live-Musik. Es klingt wie eine positive Aufforderung, wie eine Einladung. Du trittst ein und findest dich dort wieder, wo sich die Menschen im kleinen Raum dicht vor die Bühne drängen und der Live-Akt voll im Gange ist. Auf der Bühne steht das Trio aus Norwegen und empfängt dich mit ihrem Rocksong „Glow out of time“; dem ersten Track Ihres neuen Albums. Du möchtest bleiben.

Es geht weiter in „Loco“ mit tollen Gitarren-Solos und echoendem Refrain. Das Stück ist wilder, treibender, ein Bild leichter Verzweiflung kommt dadurch auf, von dem du dich mitziehen lässt und dich auf die Suche machst. Stille Bitten im Echo, direkte Botschaften im Refrain.. Du verlässt die Bar und folgst. Irrst umher und Track 3 bringt dich zur nächsten Tür. Wo bist du gelandet? Der knabenchorhaftige Gesang, für den Orango bekannt ist, am Anfang des Tracks und die Parts, in denen die Orgel einsetzt, lassen dich glauben, es sei eine Kirche. Du schaust dich weiter um und stellst fest: Irrtum! Surrende E-Gitarren, melodische Parts, die etwas heller sind, als in den bisherigen Stücken begleiten uns runter. In ein Kellergewölbe. Ein Ort, an dem wir aber irgendwie schon mal waren. Versuchend, die Erinnerung hervorzukramen schauen wir uns langsam um. Hier konnten wir schon mal ankern, der Titel „Old Shores“ passt, aber trotzdem schwappt die Welle der Erinnerung noch nicht so ganz ran. Mit „Hillside Man“ taucht tatsächlich jemand auf; bist du jetzt dort angekommen, wo du hinsolltest? Nein, Bassist Hallvard Gaardløs, Drummer Trond Slåke und Gitarrist Helge Bredeli Kanck nehmen dich weiter mit.

„Blue Heart“- Vor allem hier wird Kontrast der hellen, klaren Stimmen der Musiker zu den eher verzerrter, schnarrenden Gitarren deutlich. Absoluter Rock´n Roll Song und herausragendes Komposition von Kontrasten. „Sunny Bay“ ist ruhiger und gibt uns die Möglichkeit, langsam zurückzukehren. Irgendwie etwas erschöpft landen wir in „Evergreens“.

Der Titel, der prägend für das Album gewesen zu sein scheint und knapp 17 Minuten geht. Er birgt viel Feingefühl und zeigt unmittelbar, dass die Musiker, der 1999 gegründeten Band, hier lang dran gefeilt haben. Beginn mit einer wunderschönen Konzertgitarre, Gesang noch eher im Hintergrund. Aufbau durch hinzukommende Instrumente, langsam einsetzendes Schlagzeug mit Trommeln, Bass und weitere Gitarre folgen. Dann wird der Gesang klarer, alles scheint nun auf einer Ebene. Ab der vierten Minute dann ein Rhythmuswechsel, der den Rock-Charakter nochmal etwas hebt. schnellere Gitarren, schriller und die Stimmen greller. Bei fünfeinhalb Minuten ein erneuter, kleiner Cut. Die Folge: Komplette Entschleunigung, Eigenbesinnung und Rückkehr. Ab der siebten Minute folgt ein Part, der nur noch aus Instrumenten besteht. Statt Vocals sind nun anderen Instrumente dabei, wie z.B. Querflöte. Schließlich folgt nochmal das Finale, es wird nochmal aufgedreht. Die Gitarren und Stimmen kommen zurück. Orgel und Schlagzeug wirbeln nochmal auf, anspruchsvolle Gitarrensolos klettern die Tonleitern rauf und runter und mischen sich mit wirbelnden Drums, bis nach einem heftigen Schlagzeugeinsatz alles nach knapp 17 Minuten vorbei ist und die wunderschöne Konzertgitarre wieder allein steht. So, wie sie es auch am Anfang tat. Du bist zurück in der Bar, nimmst deine Jacke und gehst nach Hause. Was für ein verrücktes Konzert. Was für ein Album, das man jedem empfehlen kann, der Lust auf derben Rock, z.T. auch Blues-Rock hat, gepaart mit klaren, dazu passend-konträren Stimmen….(leonie)

Label: Stickman Records

Format: CD, LP

VÖ: 30.11.2018

Aufgenommen: Ocean Sound Recordings, Giske and Calmeyer Studio, Oslo.

Tracklist:

Glow out of time
Loco
Old shores
Hillside man
Blue heart
Sunny bay
Evergreen

Line Up:

Hallvard Gaardløs: vocals, bass, guitar

Trond Slåke: vocals, drums

Helge Bredeli Kanck: vocals, guitar, bass

Web:

FB: https://www.facebook.com/orangotheband/

Webseite: http://www.orangotheband.com

bandcamp: https://orango.bandcamp.com

Orango in unserem Blog

Filed under: Album Reviews, Bluesrock, Classic Rock, Hardrock, Rock, Southern Rock, , ,

November 2018
M D M D F S S
« Okt   Dez »
 1234
567891011
12131415161718
19202122232425
2627282930  

Link zu unserem You Tube Kanal

Clostridium Labelnight Vol.1 in der Pauluskirche Dortmund am 13.04.19

Diese Artikel werden gerade gelesen:

%d Bloggern gefällt das: