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Ein Nachruf auf Phil Dürr (1965 – 2019)

(vo) Philip-Phil lernte ich zuerst rein musikalisch kennen: ein Kumpel aus Rostock hatte sich in 2002 bei einem Musikversender aus Bremen eine CD (Fat Black Pussycat) von Five Horse Johnson bestellt und berichtete völlig begeistert über dieses Kleinod aus dem harten und heftigen Bereich des Bluesrock und brachte die CD beim nächsten Besuch in Wuppertal (dort wohnte ich damals) mit. Musikanlage warmgefahren, CD rein und dann ging die Post ab: „Lightning When I Need“, „Fly Back Home“, So Low“, She Don´t Know“…..und als vorletzter Song „I Cried“, schmerzlicherweise ein für diesen Nachruf passender Songtitel, kurz schütteln….. Bei diesem Song las ich im Booklet: Additional Guitar Phil Dürr. Ich besorgte mir früher und später nach und nach die Vor- und Nachgänger Alben von FHJ und verstand und verinnerlichte immer mehr die Wahrheit über diese Band aus diesem Satz von Roger Glover: „The Heaviest Blues Rock Band In The World“! Wie wahr. Nach dem 2005er Album „The Mystery Spot“ erlebte ich die Jungs am 04.09. 2006 erstmals live und in Farbe im Spirit of 66 in Verviers/Belgien. Auf der Bühne rockten, rollten und bluesrockten Eric Oblander/Voc, Harp, Brad Coffin/Voc, Guitar, Steve Smith/Bass, Michael Horrigan/Drums und eben Phil Dürr/Guitar, der nun fest zum Bandgefüge gehörte. Ich war hin und weg, was für eine Vollbedienung für die begeistert mitfeiernden Blues Rock Aficionados und natürlich für Volker. Und auch ein paar Photos sind dabei entstanden, mit damals noch ´ner etwas einfacheren Digicam, meiner ersten. Es folgte der Kauf des Albums „The Mystery Spot“ in 2009 und im Juni 2011 kam es zum ersten längeren Gespräch mit Phil, im Biergarten unseres Rock Freaks Vereinslokals Vortex in Siegen. Damals wie heute bin ich Mitglied bei den Rock Freaks (Konzerte im Vortex und Veranstalter des Freak Valley Festivals). Unserem Booker Jens Heide wurde damals ein Auftritt der Band während ihrer Europatour angeboten und er frug mich ob ich da mitmache falls das finanziell ein bißchen in die Hose gehen sollte, da nur noch der 05.06. passte, ein Sonntag, meist etwas schwierig an so einem Tag genug Publikum anzuziehen, aber es war der einzige Auftritt in Deutschland neben Berlin. Na sicher doch mach ich da mit, eine meiner Leib- und Magenbands auf dem heimischen Tablett serviert, was willste mehr. Ich machte auch noch mobil und es kamen genug Leute (sogar Kumpel Wolfgang mit Frau Sandra aus Heidenheim, ca 500 km entfernt, war dabei) das alles passte und wir einen großartigen Abend erlebten. Vorher, am frühen Nachmittag, war ich schon vor Ort, mit etlichen CDs von Five Horse Johnson, Luder und Giant Brain zum signieren im Gepäck. Im Biergarten des Vortex sprach ich Phil auf englisch an, er sah natürlich auch die Giant Brain und Luder CD und sprach zu mir, auf deutsch, „Du hast CDs meiner früheren Bands? Klasse“.  Ich war verblüfft da ich dachte er wäre auch Ami, wie die anderen vier Bandmember. Und sein Nachname wurde ja meist Durr ausgeschrieben.

Phil/FHJ – Comet Berlin 2011

Und es ergab sich ein etwas längeres Gespräch und ich erfuhr einiges über sein Leben: In Deutschland geboren, kurz nach der Geburt aufgrund des Jobs seines Vaters erst nach Mexiko umgezogen, 1979 dann nach Detroit, wohnhaft in Ann Arbor. Musikalisch sozialisierte sich Phil erst bei kleineren Bands, dann kam das erste große Ding mit Big Chief, einer Grunge Band mit Bezug zu Funk und Soul. Gegen Ende der Band in 1994 entstand noch ein Album mit Thornetta Davis, „Sunday Morning Music“. Als Big Chief sich auflöste arbeitete er u.a. bei Smallstone Records und spielte bei den Bands Luder (Indie Rock), Giant Brain (Krautrock) und Five Horse Johnson, teilweise parallel. Mitte der 2000er war er dann fest bei FHJ, mit denen ich ihn dann noch oft, aber leider viel zu wenig erlebte nach 2011, da die Band leider nicht so oft Europa aufsuchte.

Five Horse Johnson: Eric, Chuck, Steve, Phil und Brad – Berlin Comet

Verblüffend auch noch zu erfahren das sein Onkel, Heinz Dürr, einige Jahre ab 1991 mein oberster Chef war, bei der damaligen Deutschen Bundesbahn und dann DB AG (Ich war von 1970 bis 2017 dabei)!

Vortex Siegen

Noch einige Male konnten wir uns vor oder nach FHJ Auftritten u.a. in Köln/Underground, Verviers/Spirit of66, Berlin/Comet, Tilburg/O13, Roermond/Azijn Fabriek treffen und bei einigen Bier besonders über Musik, aber auch über dies und das reden….ich werde diese Gespräche nie vergessen. Ein großartiger Musiker, phantastischer Gitarrist, mit und ohne Slide, und ein toller Mensch!

Gestern abend verstarb Phil im Kreise seiner Lieben in München, Ruhe in Frieden Phil, ……I Cried

Volker

 

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