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Lake On Fire 2019 – der Freitag

(vo) Lake On Fire/Nepomukteich/Waldhausen/Strudengau/Oberösterreich: Heuer zum dritten und bestimmt wieder nicht zum letzten  Mal dabei, und? Ich verneige mich auch in 2019 wieder vor den Machern, den Film-/Photokollegen und den Fans, es war mir eine große Ehre, ein großes Vergnügen und ein Fest:  siehe auch Berichte 2017 und 2018.

Nur war leider in diesem Jahr der Wettergott an beiden Festivaltagen nur zeitweise ein Stonerfan, er gab u.a. in Sachen Gewitter zweimal alles……einmal sogar bis zur Unterbrechung des Festes aus Sicherheitsgründen. Aber es blieb alles heile: Helfer, Macher, Musiker, Fans und Material. Und einem geborenen, wettergegebten Wuppertaler Jung wie mir macht das eh nix aus, Regen ist als DNA in uns enthalten…..

Da ich nach einer Krankheit noch nicht alles über meinen Fitheitszustand wußte reiste ich schon am Mittwoch in den Strudengau, 830 km im neuen Twingo (wackeres Kerlchen), größtenteils auf der A 3…..wir haben es gut hinter uns gebracht und in meinem Quartier, dem Gasthof Angerhof in Dorfstetten, gabs keine Änderung zum letzten Jahr: Zimmerschlüssel am Eingang auf dem Zigarettenautomaten wegen Ruhetag, und Zimmer 23 war hergerichtet. Donnerstag guckte ich mich noch ein bißchen in der Gegend um, kaufte Schartner Bomben (ich liebe diese Limo) und traf am Abend meine liebe Blog Kollegin Pearl (hauptamtlich Backstage Helferin, von ihr gibt es auch noch einen Bericht) und einige einige andere Teilnehmer des Festes: Merchleute und LOF Helfer, und Victor Aigner, einen der Macher des LOF, in der Pizzeria Riva in Waldhausen.

Pearl + Volker vorm ersten Einsatz ©Photo Javier/Willow Child

Freitag, 15:30 Uhr, der Himmel sieht noch gut aus und die Band auf der Bühne auch: Die Kärntner Vu Garde eröffneten mit ihrem sicheren Stilmix aus Blues, Doom, Heavy, Sludge und Stoner den Reigen: Sängerin Mela brachte stimmgewaltig das Mikro an seine Grenzen, Stephan verprügelte sein Schlagwerk und Sven ließ Saiten und Haare flirren und fliegen….Sie stellten einige Songs aus ihrem im Juli 2019 erschienen Debütalbum in ihrem knapp 40minütgen Auftritt vor, gaben alles und gefielen, und hatten selber ganz viel Spaß wie nicht nur mir schien…..

Haare im Gleichtakt

Ozymandias: In Linz gibt es nicht nur die berühmte Torte sondern auch großartige Musik, wie z.B. die von Armin (Tasten), Christoph (Gitarre + Gesang) und Florian (Drums). Bezeichnender Weise heißt ihr Debütalbum „Cake“, mit passender Füllung, soviel zur Heimatgeschichte. Der Dreier drosch uns seine Melange aus Metal, Doom, Grunge und allerlei Hardstoff um die Fresse, beileibe nicht als Allerlei, sondern deftig und kompakt, da schlackerstete (wird das so geschrieben?) mit den Ohren. Und Obacht auf den Gehörschutz, denn das gewaltige, Mikrofozerfressende Stimmchen von Christoph, aus tiefsten Tiefen (da steht in den nächsten Jahren sicherlich mal eine Stimmbänderinspektion an), zermalmte die Luft überm Teich…..

Ouzo Bazooka: was machen die so? Die trugen Klamotten so bunt wie ihre Musik: indiesche (ja, richtig geschrieben), psychedelische, folkloristische Middel-East Rock Klänge. Die erfüllten den Raum wie eine sanfte Brise, waberten hier- und dorthin und drangen vor allen Dingen in die Herzen der Fans, die, das kann gar nicht oft genug gelobt werden, über die gesamte Länge oder Kürze (je nach Lesart) des Festes friedlich freundlich ekstatisch begeistert feierten, eine jede Band. Und im Gegensatz zu vielen anderen Festivals (der Platz die alle zu nennen wäre leider fast unendlich, aber meist große und sehr große Kommerzereignisse) gibt es keine Vermüllung des Geländes, auch keine Zigarettenverkippungen (alle paar Meter Blechdosen für Kippen mit und ohne), Respekt!

Inmitten des Auftritts der Israelis kam dann leider für die nächsten 6 Stunden noch eine Band dazu: August Rain. Aber völlig egal, wir sind ja nicht aus Zucker und Zimt und mein Photoapparat kann Nässe ab, der neuerliche Test ergab nur beste Ergebnisse. Apropos Photoapparat: für uns schreibende und auslösende Gilde gab es ein Zelt: mit Stromanschlüssen, Sitzgelegenheiten, Stauraum für die wertvolle Spiegelreflexpracht und Kühlschrank, feine Idee der Veranstalter.

Es wurde Zeit für Essenfassen: zwei Leberkassemmeln und ein Almdudler, holldrio. Aber auch mal Prost.

Und was machten danach die The Picturebooks so? Die machten Spaß, mächtig viel Spaß. Sich und uns. Ein Powerduo, das im weitesten Sinne der Rockmusik frönt, mit einigen Einflüssen, aber besonders aus dem Blues gaben sie ihre Energie ans Hörvolk ab, Fynn-Gesang, Gitarren und Philipp-Drums+Percussion gaben alles, alles, musikalisch und mit Worten, da dampfte nicht nur das Teichwasser sondern auch das sehr schwer begeisterte Fanvolk, dort drin, im Volk ging die Haar- und Nackenpost ab.

Zeit für die erste Durchsicht der Speicherkarte auf der Pressezeltcouch: na ja, sind ja ein paar vorzeigbare dabei, so denn auf dem kleinen Kameramonitor erkennbar.

Nicht nur sie versank in den Naxatras Klanglandschaften

Naxatras: die drei Hellenen begeistern mich seit dem ersten Ton, den ich in 2015 erstmals erhörte. Ihre Töne verwandeln nicht nur mich in eine swingende Masse Mensch, ihre Musik fließt so unendlich wunderbar durch die Schädeldecke ins Hirn, in den Oberkörper, das es eine Freude macht. John Delias – Guitar, Kostas Harizanis – Drums und John Vagenas – Bass & Vocals spielen einen heute abend fast lupenreinen Instrumentalset von erhabener Schönheit. Mich dermaßen fernzuhalten vom Photographieren schaffen nur wenige Bands, das hieß also „mach hin mitte Photos“ und den Rest des Auftritts in Schwingungen verbringungen, äh: verbringen. 12 Points from Germany.

Danach betrat das mittlerweile zur europäischen Zugmaschine des Classic Rock gereifte Trio The Vintage Caravan, selten ruhig stehend und bestehend aus: Alexander-Bass, Óskar-Gitarre+Gesang und Stefán-Drums die Seebühne und sie griffen von der ersten Sekunde an an: Wie Piraten enterten sie vom Wasser aus die wogende Menge 100er Fans vor der Bühne, da schlugen die Nacken, nicht nur bei den isländischen Musikern, Daueralarm, Orthopäden hätten das Nackenwirbelmassaker mit Kopfschütteln der gemäßigten Art beobachtet. Die drei heizten die Teichfläche so auf wie etliche Teiche in ihrer Heimat, dem Land der Geysire und Vulkane. Und außerdem vertrieben sie zum Ende ihres Auftritts der auch permanent fliegenden Haare, bei Óskar eher nicht, aber sonst, den Regen……

…so daß das Ende der LOF Tag 1 Party mit Colour Haze trocken, nicht zu sagen staubtrocken zu einem guten Ende gebracht wurde. Die Ursuppe der deutschen Stonerszene, gegründet 1994, mit Stefan-Gitarre + Gesang, Manni-unfaßbarer Schlagzeuger und dem in sich ruhenden Basspol Philipp. die nun auch schon 20 Jahre zusammen musizieren, ist eine Bank, deren Standfestigkeit nicht durch untergeschobene Bierdeckel stabilisiert werden muß. Da wackelt nix: da gibts grollende Bassläufe noch und nöcher, der Druck des Schlagzeugspiels peitscht permanent und das Saitenspiel hat seit ewigen Zeiten diesen ganz besonderen Sound. Klassiker reihte sich an Klassiker….she said!

Mit dem Lied auf den Lippen: „hab mein Wagen vollgeladen, voll mit guter Musik“ und der Erinnerung an die vielen netten Gespräche und Begegnungen, mit zwei Leberkassemmeln und fünf mal Almdudler im Bauch trat ich „eine Fahrt nicht ohne“ nach Dorfstetten an. Stockdunkle, kurven- und tierreiche Strasse, Nebel, volle Konzentration mit dem wie ein Brett auf der Straße liegenden Twingo, ein Heidenspaß. Bis morgen, in alter Frische. (…..volker, alle Photos ©volkerfröhmer bis auf eines, das stammt von javier)

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