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Dave Kelly – 40 Years On: A Recollection

(andreas) Im Sog der British Blues Explosion Ende der 1960er sind etliche Musiker im Verhältnis zu den Platzhirschen (Eric Clapton, John Mayall und Konsorten) im Auge der Öffentlichkeit untergegangen oder gar nicht erst emporgekommen, und dazu gehört auch Dave Kelly. Der gebürtige Londoner ist bis heute nicht ins popkulturelle Allgemeinwissen übergangen, gleichwohl er achtbare Erfolge auf sowohl kommerzieller als auch ideell künstlerischer Ebene feierte.

Schließlich kennt und schätzt ihn die Szene als Triebfeder der berühmten „Blues Band“ an der Seite von Mundharmonikaspieler und Sänger Paul Jones, mit dem Kelly auch gelegentlich als Duo operierte, falls er nicht seine mittlerweile verstorbene Schwester Jo Ann auf internationalen Bühnen begleitete. Seine eigene „Dave Kelly Band“ ist über die Jahre hin ebenfalls konstant in Erscheinung getreten, doch was auch immer der Gitarrist mit der charismatischen Singstimme anpackt(e), stand mehr oder weniger ganz im Zeichen des Blues mit rockiger Note.

„Forty Years On – A Recollection“ heißt jetzt eine naheliegende Würdigung von Kellys Schaffen und ist entsprechend umfangreich ausgefallen. Repertoire Records setzt mit den drei CDs jeweils unterschiedliche Schwerpunkte, um ein umfassendes Bild des Werks des mit Howlin´ Wolf befreundeten Künstlers zu vermitteln.

Die Benennung der drei CDs des Sets erklären sich selbst: „Between The Covers“ bietet teils erstaunlich „andere“ Interpretationen fremder Stücke, mit denen Kelly Vorbildern und Zeitgenossen huldigt, etwa „The Band“ in Form von „The Night They Drove Old Dixie Down“ oder Otis Redding mit „(Sittin’ On) The Dock Of The Bay“. Die erste Scheibe enthält ausschließlich Eigenkompositionen oder Kollaborationen mit anderen Musikern, vor allem „Blues Band“-Kollege Tom McGuinness, mit dem beispielsweise das rührende „Straight Line (To My Heart)“ oder das dezent kämpferische „Don´tcha Hang Up The Phone“ entstanden sind.

Als Inbegriff eines englischen Blues-Manns trägt er sein Herz auf der Zunge und den Inhalt seiner Texte in den Titeln der Songs, wofür „Come Kiss Me Love“ und „Love Is A Compromise“ exemplarisch stehen mögen. Für Kelly-Fans markiert indes der letzte Silberling eine kleine Sensation oder zumindest Schatztruhe, denn „Alive And Kicking“, enthält bislang nicht veröffentlichte Auszüge von Konzerten an allen möglichen Orten in Europa, nicht zuletzt ein flammendes Cover des ewigen „Hoochie Coochie Man“ oder ausladende Improvisationen während des Gassenhauers „Grits Ain’t Groceries“ von Little Milton.

Mehr muss man davon abgesehen, dass dieser flotte Dreier mit Liner Notes von – mal wieder – Journalist Chris Welch und außerdem Roy Bainton aufwartet, nicht zu Blues-Verehrern sagen, um ihnen diese sehr übersichtliche Werkschau aus den Jahren ab 1979 bis 2015 an Herz zu legen.

CD 1 ALL MY OWN WORK
Straight Line (To My Heart)
Dawn Surprise
Ungrateful
Don’tcha Hang Up The Phone
Velocity And Love
Life After Love
Duisburg Blues
Worried Man
Time After Time
Waiting For Bessie
Give Me My Money
Come Kiss Me Love
Mr Estes Said
When The Blues Come To Call
Going Home
If It Fits
Watching The Fire
Love Is A Compromise
Glad I’m Living

CD 2 BETWEEN THE COVERS
Return To Sender
Foreign Station
The Night They Drove Old Dixie Down
That’s Why
Tongue Tied
Jim Canaan 2
(Sittin’ On) The Dock Of The Bay
I’m Into Something Good
Rooster Blues
In The Shade
Pancho And Lefty
Two More Bottles Of Wine
Oklahoma
Anyhow, I Love You
Ee Do Do Qua Qua
You’re Gonna Make Me Lonesome
World In Motion
Red Red Wine
Crying In The Rain
City Of New Orleans
She’s Funny That Way

CD 3 ALIVE AND KICKING
Rolling Log
That Same Thing
I Can’t Be Satisfied/Chicago Calling
Hoochie Coochie Man
Lovey Dovey
Too Bad To Be True
My Old Friend The Blues
Foolish Pride
You Shook Me
Barnyard Boogie
Walking Blues
Dust My Blues
Lights Out
Blind Man
Grits Ain’t Groceries

Repertoire Records

Andreas Schiffmann

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