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Zement – Rohstoff

(volker) Am 09. Juli erscheint das nächste, fest im 70ies-, Elektronik-, Experimental-, Kraut-, Psychedelic- und Space Rock zementierte Motorik Werk der beiden Jungs Christian und Philipp aus Würzburg, das sie im Hersbrooklyn Recordings by Florian Helleken einspielten. Die „acht Rohstoffe“, aus denen dieses wunderbar anzuhörende Komplett-Bauwerk besteht, erinnern in knapp 47 Minuten an etliche Heroen der Genres, die weiter vorne genannt sind, aber mit sehr eigenen Zutaten zu den Rohstoffen, die sie gekonnt aufbereitet, eingeschalt und dann in Form gegossen haben.

Und sie nehmen sich alle Freiheiten, die heutzutage möglichen Möglichkeiten mithilfe diverser elektronischer Bauteile für den Sound und dem dazugehörigen Instrumentarium auszureizen und auszuloten.

Und was soll ich noch schreiben? Ach so, natürlich: „Rohstoff“ begeistert mich nicht minder als ihre erst im Mai 2021 erschienene Platte „Schleifen“ (könnt ihr hier nachlesen).

Zu Beginn meiner „Schleifen“ Rezi schrieb ich was von „meine Fresse ist das ´ne geile Scheibe“ und ich wiederhole mich bei „Rohstoff“: meine Fresse ist das ´ne geile Scheibe!

Da stimmt einfach alles für den diese Art Musik liebenden Gourmet. So gut wie jede der acht Kompositionen wäre auch, damals in den 1970ern – die Zeit in der ich musikalisch immer breitgefächerter aufwuchs – in diversen Rausch verursachenden Stätten, in die und denen wir damals regelmäßig ein- und wegflogen (Wuppertal + 30 km), auf dem Musikdopemeter himmelhoch jauchzend angesiedelt worden.

Nehmen wir mal als ganz feines Beispiel den dritten Song „Seine“: am besten legt sich der Rezensent oder Konsument in die Waagerechte, schnallt sich auf dem Flokatie an, und gleitet anschließend, sanft getragen von unglaublich guter Midtempomotorik, über die Welt hoch durchs All.

Und keinerlei Turbulenzen können und kein schwarzes Loch kann diese wunderbaren Rhythmen durcheinander bringen oder verschlingen und du? Du fliegst und gleitest für knapp 10 Minuten durch einen Hörorgasmus……dieses motorische Kraut ist Balsam in dieser Zeit.

„Goa“: anderes Konstrukt, mit Vokoderähnlichem Gesangsintro (This is mine, this is yours) und dann geht es ab: mit unheimlich präzisem Schlagzeugwerk-Uhrwerk, da wackelste schon im Bürostuhl vor dem Rechner beim schreiben dieser Zeilen hin und her. Herrlich „weite“ Musikwelt.

„Soil“: das Groovemonster tastet sich mit zahlreicher Elektronik und wieder mit unheimlich präzisem Schlagwerk durch dein von allem losgelöstes Hirn….was für eine Reise!

Wohingegen „Kleiner3“, mit Saxophoneinschüben und dem Dschungelartigen Hintergrund, beruhigt.

Und wenn du auch noch entzücken willst, bitteschön: „Entzücken“: mit mich sehr an in einigen Klaus Schulze/Richard Wahnfried Grooveorgien erinnerndes, sehr sattes, treibendes Schlagwerk und natürlich auch sehr entzückendes, flirrendes Werk in Form von Tasten- und Saitenelektronik.

Christian und Philip: ihr seid die Verwalter und Weiterentwickler, zusammen u.a. mit Nico Seel und Camera, einer Musik, die ihren Ursprung zumeist in Düsseldorf und Berlin hatte und was ihr hier vorlegt ist für mich ein ganz großes, sehr buntes Ausrufezeichen: ich verneige mich vor eurer Kunst…….(volker)

A:
1. Goa (6:23)
2. Soil (3:23)
3. Seine (9:41)
4. Kleiner 3 (4:46)

B:
5. Zunder (2:38)
6. Entzücken (10:53)
7. Ecke 54 (2:51)
8. Atem (6:46)

All songs written and performed by Zement.
Saxophone on “Kleiner 3” and “Zunder” by Martin Pirner.
Produced by Zement & Florian Helleken.
Recorded by Florian Helleken at Hersbrooklyn Recordings.
Mixed by Lolo Blümler at Iron Bar Studios.
Mastered by Chris Hielscher at Subsounddistortion.
Artwork by Complex Pleasures and Hannah Gebauer.
Zement is Philipp Hager & Christian Büdel.

Filed under: 70s, Album Reviews, Classic Rock, Elektronik, Experimental, Krautrock, Prog, Psychedelic, Rock, Space, , , ,

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