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Armin Sabol – Back In Blue

Robuster Blues-Rock aus Stuttgart

(ro) Armin Sabol ist ein Mann mit vielen musikalischen Talenten. Nicht nur, dass er bereits 1977 die Hard Rock Band „Shiva“ gründete, die u.a. Im Vorprogramm von Bands wie Whitesnake, Colosseum II usw. die Fanbase begeisterte.
Nein, er heimste auch Anfang der 80er zusammen mit dem Sänger Peter Schilling, einem der erfolgreichsten Künstler der „Neuen Deutschen Welle“, und dem Song „Major Tom (völlig losgelöst)“, vier goldene Schallplatten ein. Unzählige TV-Auftritte, Arbeiten als Studiomusiker für Acts wie Eric Burdon, Hazel `O`Connor oder die „Fantastischen Vier“ folgten.

Und nicht nur das. Auch als erfolgreicher Producer blieb Armin am Ball, arbeitete mit Bands wie Sinner oder Rage, wirkte bei der deutschen Partyband „Lollies“ mit und produzierte parallel dazu Instrumentalmusik für TV- und Werbezwecke.
Wenn das mal nichts ist!

Aber, wie es manchmal so geht – seine alten Lieben, nämlich die zur E-Gitarre und zum urwüchsigen, krachenden Bluesrock, ließen den mittlerweile 62jährigen Vollblutmusiker nicht los.
Das Ergebnis dieser langen Verbundenheit liegt nun hier auf meinem Tisch: nämlich sein neues, kraftvolles Album, betitelt „Back in Blue“ (Yellow Muffin Records).

Von Beginn an sind die Weichensteller dieser energiegeladenen Musik nicht zu überhören.
Da wären zum Beispiel Thin Lizzy oder Jimi Hendrix, aber auch der großartige John Lee Hooker, von dem eine herrlich funkelnde Version von „Boom Boom“ präsentiert wird.
Ja, hier ist ganz schön was los und alles ist so stimmig, harmonisch und ohne irgendwelches, überflüssiges Trallala, dass mich diese Platte als gesamtes Paket von Beginn an überzeugt.

Die zwölf Songs klingen so catchy, so mitreißend, rockig und zeitlos, ohne auf irgendeine Art gewollt oder artifiziell daherzukommen. Der Hörer/die Hörerin wird mitgenommen auf einen dynamischen musikalischen Ritt, auf dem Herr Sabol zusammen mit einer Vielzahl von exquisiten Studiomusikern immer wieder neue Rock-Raketen entzündet, die einfach niemanden kalt lassen können.
Eine hemdsärmelige Faszination türmt sich auf und es scheint, als ob die Jungs von Cream mit Joe Bonamassa und Dusty Hill (R.I.P.) am Lagerfeuer sitzen würden.
Dabei überzeugt der bekennende Biker nicht nur als souveräner Gitarrist, Songwriter und Producer, sondern er steuert auch die mehr als passende Stimme zu seiner Musik bei.
Energisch geht er in die Vollen, singt sich phasenweise fast um Kopf und Kragen, kratzt, schmirgelt und erzählt – und das alles ohne Pathos und ohne sich zum Affen zu machen.
Keine Frage, den Blues hat er und das zeigt sich sowohl in seinen eigenen Songs, als auch in den ausgesuchten Coverversionen.

Los geht es mit „Got Her In A Bag“. Kaum hängt man 30 Sekunden vor den Boxen, da grinst man auch schon selig.
Saftig, kraftvoll und satt groovt es durch das Wohnzimmer, alles sitzt auf dem Punkt.
Alles poltert und ist so ungeheuerlich stimmungsreich, so dass man es immer weiter hören möchte.

Rauhbeinig und intensiv zugleich kommt dann „Sharp Dressed Man“ von „ZZ-Top“ daher – eine greifbar nahe, bluesgetränkte Gitarre, ein mühelos hüpfender Baßlauf, und schon steckt man bis zu den Ohren drin in dieser Perle von Song und seiner umwerfenden Ohrwurm-Melodie, aus der man fast nicht mehr herauskommt.

Alles läuft wie eine Eins. Und während der laue Herbstabend die Sonne am Horizont verschluckt und ein kühler Wind ins Gesicht weht, lasse ich mich einwickeln von der fabelhaften Version des Tracks „Key To The Highway“, geschrieben von dem unvergessenen Riley B. King (R.I.P.).
Alles wunderbar.
Der Fuß wippt, das Bier schmeckt.
…(..Rosie..)..

Songliste:
1. Got her in a bag
2. Bad harvest
3. Going down
4. All out in the numbers
5. Hold on
6. One trick pony
7. Boom boom
8. Key to the highway
9. Sharp dressed man
10. The house is rocking
11. Ready to roll
12. The old school of life

Besetzung:
Gesang – Armin Sabol
Gitarre – Armin Sabol, Marcel Bernhardt
Keys – Armin Sabol
Bass – Uwe Jesdinsky, Ullrich Schmauder
Schlagzeug – Micha Kasper, Horst Künzl, Frank Dapper
Backing Vocals – Wolfgang Terne, Wolfgang „Thunderwolf“ Schorer

www.arminsabol.com
Yellow Muffin Records

Fotos: Von der Facebook-Site

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