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Half Gramme of Soma – Slip Through the Cracks

(as) Die griechische Rockszene (besonders jene in der Hauptstadt Athen) dürfte mittlerweile weithin für zahlreiche farbenfrohen Bands bekannt sein, die längst nicht mehr nur alten Helden nacheifern, sondern deren Vorgaben würdevoll in die Gegenwart übertragen und mit einem individuellen Touch versehen. „Half Gramme of Soma“ tun dies seit 2011 und demonstrieren ihren Eigensinn auf ihrem jüngsten Werk besonders anschaulich.

„Slip Through the Cracks“ markiert einen gelungenen Drahtseilakt zwischen erdigen Grooves, die von tief und sicher in sich selbst ruhenden Musikern zeugen, sowie nachgerade nervösen Rhythmen, die ein bisschen an die Instrumentaltrips der britischen Space-Rave-Ikonen „Ozric Tentacles“ erinnern. Am Ende ist es hausgemachter Hardrock mit Frühneunziger-Grunge-Note, die selbstverständlich auch psychedelisch schwebende Momente einschließt.

Bewährt hat sich bei alledem die Tatsache, dass das Quintett ausgiebig mit seinen beiden ersten Alben („Half Gramme of Soma“ von 2013, vier Jahre später „Groove Is Black“, dazwischen gab es noch eine EP) auf Tournee gewesen ist. Die aktuellen Kompositionen der Band sind eindeutig auf den Gesang ausgerichtet und dementsprechend relativ schnell nachvollziehbar, ohne sich allzu leicht durchschauen zu lassen. Gesetzt wird schließlich auch auf Kontraste, die man jedoch nicht plump aneinanderreiht.

Die klug aufgebaute Dynamik von „Slip Through the Cracks“ spricht für bedächtige Songwriter, wobei die Songs die Struktur des Albums als Gesamtwerk quasi im Einzelnen abbilden. Das stete Auf und Ab wird schon mit dem Startschuss in Form von „Muck & Cheese“ und „Voyager“ offenbar, der in den Strophen und im Refrain punkig rockt, während die Instrumentalparts dazwischen rhythmisch verspielt in die Alternative-Prog-Ecke tendieren.

So changiert die Band stetig zwischen Geradlinigkeit und detailverliebt ausgetüftelter ätherischer Rock-Kunst („Magnetar“, „Sirens“ und „22:22“), derweil einem auch wegen des zeitweise – speziell im knallig kompakten „Wounds“ – an den seligen Chris Cornell erinnernden Gesangs an Soundgardens Spätphase (also das 2012er Comeback „King Animal“) denken kann. „Mind Game“ swingt hingegen wie die frühen Black Sabbath und sei hier als Anspieltipp zum Eintauchen in die Welt von „Half Gramme of Soma“ empfohlen.

Sound Of Liberation/VÖ: 30.09.2022

halfgrammeofsoma.bandcamp.com

Muck & Cheese

Voyager

Magnetar

High Heels

Mind Game

Sirens

Wounds

22:22

Andreas Schiffmann

Filed under: Album Reviews, Grunge, Hardrock, Psychedelic, Stoner, ,

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