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Oblivious – Creating Meaning

Oblivious - Creating Meaning - ArtworkSeit den ersten Jams und Proben Ende 2003/Anfang 2004  in ihrer Heimatstadt Linköping und vier Jahre nach ihrem Debütalbum “ Goons And Masters“ begaben sich die schwedischen Rocker  „Oblivious“ nun zum zweiten Mal in ein Studio. Acht Titel komponierten Isak, vocals, Sven und Böris, guitars, Per, bass und Jocke, drums“ für das am 01.05. 2013 bei „Transubstans Records“ erscheinende Album „Creating Meaning“.

Hauptsächlich Einflüsse aus dem Hard-, Folk- und Bluesrock der feinen englischen Art verweben die Jungs aus dem Norden mit Hendrix, Mountain, irischen Rock- und Blues Anleihen und einem Ausflug ins härtere Delta der Bluestakte. Bei den vorhandenen knapp 9,5 Millionen Einwohnern im Land spielen gefühlte 10,5 % dieser Leute astreinen Rock in diversen Macharten der 1960er und 1970er Jahre, der nicht nur für mich „kreativsten Rock Dekaden“ aller Zeiten.“ Oblivious“ unterscheiden sich von diesen zahlreichen, rockenden Landsfrauen- und männern aber insofern, das sie die weiter oben genannten Musikstile auf ganz spezielle, sehr abwechslungsreiche und völlig eigenständige Art und Weise mischen. Und es fasziniert mich nach wie vor die Menge an großartigen und innovativen Rock Bands aus diesem „kleinen“ großen Land, die dort vermehrt in den letzten Jahren wie Birken aus den Böden der riesigen Wälder schossen.

Oblivious bandDie fünf Jungs aus der Stadt zwischen Göteborg und Stockholm beginnen ihren Liederreigen mit dem kernigen und treibenden Midtempo Rocker  „Silver Tongue“. Die Gitarren kreischen und jaulen auf und nach vorne, Isak teilt mit seiner Stimme kräftig aus und der Groove von Bass und Drums schenkt uns ordentlich einen ein, skol. Ein Track, der mich aufhorchen lässt. Das hohe kompositorische Niveau hält die Band auch bei den folgenden sieben Stücken.

„Strike Gold“ erinnert mich sehr an eine Mischung der irischen Institutionen „Taste“ und „Thin Lizzy“. Mit temporeichen und sehr melodiösen Gitarrenattacken ala „Lizzy“, jazz- und bluesrockigen Phasen ala „Taste“, ein großartiger Rocker mit tollem Gesang.

„Deluded Darling“ täuscht uns in keinster Weise. Der Track beginnt mit einem Wah wah Intro und glüht danach genauso wie „Silver Tongue“. Die Schmiede- und Härtekunst der Gitarren ist unterfüttert mit sattem Groove, kräftiger Stimme und Tempowechseln. Und Abwechslung bringt die ruhige Phase mittendrin mit Akustikgitarre und runtergeschraubtem Gesang.

Und noch mehr Vielfältigkeit bringen Oblivious Oblivious logomit dem in schwedischer Sprache gesungenen Slow Blues „Bjälken I Ditt Öga“ in ihre Kompositionen. Der neunminütige Trip durch tiefsten Sumpf mit diversen, schmutzigen und harten Gitarrenwänden, harmonischem Gesang im Vorder- und Hintergrund und einer sehr tighten Rhythmustruppe ist ein Hellhound On The Trail zur Crossroad zwischen Blues und Rock. Da denke ich mit Freude an die hoffentlich demnächst stattfindende Darbietung dieses Songs live und in schwärzesten Farben, da brummt es im Juke Joint.

„What A Trip“ schreit durch den kernigen Rock förmlich nach der hochgereckten Pommesgabel und die scharfen, southernartigen Gitarrenattacken sorgen für kräftige Dehnungsübungen der Nackenmuskulatur beim mithörenden Konsumenten. Wäre ein Gassenhauer in jeder Kneipe, vor der Motorräder mit Kickstarter stehen.

Eine Wanderung zwischen Folk- und Hardrock hören wir „By The Neck“, die Spannung wird zu Anfang durch folkige Sicherungen in ruhige Bahnen gelenkt. Aber nach der Halbzeit werden die Sicherungen entfernt und die Stromgitarren duellieren sich heftig mit Gesang und Groove.

Ein ruhiger, doomiger, rund sechsminütiger Nacken Malträtierer ist der vorletzte Streich, „Your The Wall“ würde sich auch sehr gut auf einem neuen „Black Sabbath“ Album machen.

„Entering The Night“ ist ein verträumter Folksong mit akustischer Gitarre, Pianoklängen und schönen Harmoniegesängen, schwer Lagerfeuer tauglich.

In ihrer Heimat eröffneten sie in der Vergangenheit Konzerte für ihre mittlerweile in der Rockwelt sehr renommierten Landsleute Dozer, Graveyard und Witchcraft. Das könnte sich mit diesem großartigen Album sehr bald ändern, denn das strahlt für mich glatten Headlinerstatus aus. „Oblivious“, eine weitere Truppe aus dem hohen Norden mit großer Qualität, die dort oben wohl keine Grenzen kennt…(Volker)

1. Silver Tongue 2:30
2. Strike Gold 3:51
3. Deluded Darling 4:54
4. Bjälken I Ditt Öga 8:50
5. What A Trip 3:32
6. By The Neck 4:53
7. You Are The Wall 6:08
8. Entering The Night 7:00

Oblivious im Netz

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