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Soulsplash – Recovery

soulsplashcd(ro) Manchmal erwischt es einen sofort.  Ja, manchmal genügt nur eine Minute. Man legt eine CD ein – von einer Band, von der man niemals zuvor gehört hat, von Musikern, deren Namen man nicht kennt – und spitzt sogleich die Ohren. Hey….wer ist das? Wessen Stimme geht da sofort und intensiv direkt ins Ohr? Ich muss schon sagen, so eine Entdeckung wie “Soulsplash” mache ich persönlich wirklich gerne, denn dahinter stecken zwei Herren, die mit Songs zwischen klassischem Rock, Country und einem guten Schuss Southern-Soul wirklich Eindruck machen. Was ja sicher nicht die schlechtesten Koordinaten sind.

Wie ich erfuhr, sind die beiden Hamburger Raimund Mierswa (Vocals & Guitar) und Matze Grün (Bass & Background Vocals) schon seit über 25 Jahren dicke Freunde und hatten stets ein Faible für die gleiche soulsplashbandArt von Musik. Zum Beispiel spielten sie gemeinsam bei der Wolfsburger Thrashmetal-Band „Square Waves“.
Aber sie mochten auch Johnny Cash.  Diesen unabhängigen Kämpfer und Individualisten, der die Countrymusic aus der hintersten Kuhfladen-Hinterwälder-Stall-Ecke holte.
Und was lag näher, als dann, irgendwann, als sie entspannt und fasziniert zugleich im offenen, roten Cadillac ihres Vorbildes saßen und sich den Wind aus Nashville um die Nase wehen ließen, den Entschluss zu fassen, ein gemeinsames Album aufzunehmen?

Und so präsentieren sie nun ihr Debütalbum „Recovery“ mit acht Songs voller zeitloser, musikalischer Geschichten, in die man sich mühelos hineinversetzen kann.
Oh ja, Raimund und Matze kennen sich aus. Sie erzählen ungemein glaubwürdige und handfeste, nachvollziehbare und wahre Storys aus dem echten Leben, in denen es um ehrliche Emotionen, um Sehnsucht, Freiheit, Wut, Einsamkeit, Depression und Leidenschaft geht.
Von musikalischer Lagerfeuerwärme erfüllt, kreieren sie eine Atmosphäre nachdenklicher Vertrautheit und gewähren den Blick in ein besonnenes, zuweilen zweifelndes und dennoch hoffnungsvolles Inneres.

Sieben der Songs stammen aus ihrer eigenen Feder und dazu gibt es noch als Schlußtrack einen von „Soulsplash“ wunderbar interpretierten Song, nämlich „Personal Jesus“ von Martin Gore.
Ein Lied, das schon oft gecovert wurde, u.a. auch von Marylin Manson, Nina Hagen und – wunderbar gänsehauterzeugend – Johnny Cash.
Und an Cash, den Mann mit dem Baßbariton und dem altertümlichen Longjacket, der seit den frühen Siebzigern nur noch in Schwarz auftrat, erinnert mich auch die Stimme von Raimund Mierswa.
Ja, genau das ist es, was mich an diesem Album aufhorchen lässt.
Diese Stimme –  markant, warm, packend und emotional und somit gleichbedeutend mit Authentizität, Reinheit und stilsicherem Umgang mit unterschiedlichem Liedgut.

soulsplashdreiSchon gleich mit dem Opener „Rock City“, einem klassischen, handgemachten Rocksong, in dem immer wieder fette gitarreske Momente imponieren, wird dem Hörer/ der Hörerin ganz wunderbar gezeigt, was die beiden Herren in Zusammenarbeit mit Jost Schlüter vom pure sonic studio (Langelsheim) produziert haben.
Nie über- und ebensowenig unterfordernd, stets abwechslungsreich und mit einem unverkrampfen Charme behaftet, vermag dieses Werk zu erfreuen.

Das darauf folgende balladeske „Coming Home“ fällt gedämpfter aus,  bewegt sich geschmeidig durch folkig-nachdenkliche Momente und scheint dabei wie von sanft flackernden Flammen umhüllt.
Diese Nummer ist sozusagen am anderen Ende des Gefühlsspektrums angesiedelt, wenn ein Mehr an Nähe oder vielleicht sogar eine bestimmte Person herbeigesehnt wird.
Der Refrain  „The world without you is dark and blue / bitter feelings stick like glue / alone I am a half man, that is true / I see your picture just for a while / and it makes me smile….“  mit seinem wie beiläufig geseufzten Bedauern und gleichzeitigem Hoffen gehört für mich persönlich zu den Highlights der Platte.
Dazu mit einem Text, in dem jedes Tun, sämtliche Sackgassen und alles Bedauern authentisch ist, weil er von den Fehlern erzählt, die man möglicherweise sogar selbst schon mal begangen hat, und weil er Hoffnungen schildert, an die man auch selber (immer noch) glaubt.

Erwähnen möchte ich auf jeden Fall auch noch den Track „Nothing at All“, der mit einem eigenwilligen, originären und vom Sound voluminöseren Moment den souveränen stimmlichen Vortrag von Raimund Mierswa in Szene setzt und wunderbar ausstaffiert. Ich finde, dieser Song, der mit einer stakkatohaften Fiebrigkeit in gewisser Weise aus der Reihe tanzt, lässt erahnen, wohin die Reise dieses Duos noch führen könnte.
Ich bin gespannt! (..Rosie..)

http://soulsplash.de/

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