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Child – Blueside

artwork-rgb(vo) Ich hab sie in 2015 live beim Keep It Low erlebt (fand sie dort etwas langweilig), kannte da aber schon ihre erste Lp und war von dieser recht angetan: schwerer, dunkler, kriechender Heavy Blues mit fiesen Ecken und scharfen Kanten, perfektes Zeug um sich im Musikclub des Vertrauens die Lampen anzuschiessen. Die Australier stecken, meiner bescheidenen Meinung nach, bis zum Hals im harten British Empire Heavy Blues ala Free, Savoy Brown, TYA und Groundhogs, aber auch ihre Landsleute Buffalo haben diesen Style mitgeprägt (Australien – Empire).

Blue Cheer und Taste mischen aber im gehörten Sound auch mit.
Die „neue“ und zweite Platte, Blueside, ist in Sachen Weiterentwicklung ein Satz nach vorne, der Neuling ist noch bluesiger, unpolierter, rauher, ruppiger als der Vorgänger.
Tempo und Hektik ist beim Trio aus Melbourne eh keine Option, slow oder im untersten Midtempobereich kriechen die fünf Songs, in ausgedehnten Jams erschaffen, aus den Boxen.
Classic Rock, wie ihn in dieser Art von den neueren Bands wenige so interpretieren.
„Nailed To The Sailing“ beamt mich in seiner Grundeinstellung stark in die musikalischen Pressluftschuppen, die ich in meiner Jugend in Wuppertal und Umgebung besuchte, da lief auch son Zeug. Der Song beginnt gemächlich mit gutem Groove, markantem Gitarrenspiel, im Hintergrund mischt ein Tasteninstrument kräftig mit und die helle, ausdrucksstarke Stimme von Mathias gibt dem Sound weitere Klasse. Klasse, wie im letzten Drittel das Saitentreiben immer fetter und fetter angerührt wird.
„It`s Cruel To Be Kind“ ist ein harter Bluesschleicher vor dem Herrn, da wackeln die Wände im Honky Tonk deines Vertrauens, der Song erinnert mich in der Herangehensweise an den Savoy Brown Titel „Tolling Bells„, mit dem unvergleichlichen Chris Youlden am Mikro, dort mit Piano, hier bei Child mit harten Riffs ausgestattet. Feinster Stoff!
Im gleichen, harten Bluessumpf schwimmt sich „Blue Side Of The Collar“ frei, nur hier sind die Gitarrenattacken im Gegensatz zum Vorgänger noch intensiver und härter. Nach diesem Gewitter plädiere ich dringend für eine Child Tour zusammen mit Savoy Brown, Spektakel garantiert, garantiert!
Child sind wohl ab April 2017, so angekündigt, auch in deutschen Landen auf Tour.
„Dirty Woman“ ist intensiver, sehr rhythmischer Stoff mit tiefergelegtem Sound. Das brummt ordentlich. Und der gedoppelte Gesang von Mathias und den Backgroundern Harmony und Neil sorgt für zusätzlichen Schliff im Sound.
Der längste Song, „The Man“, ist ein tiefer, ratzekahl abgehobelter, reiner Slowblues, ohne Fisimatenten und Gefrickel, der dem Bluesfan sämtliche Haare aufstellt, selbst die Bluespolizei schreibt da keine Verwarnung aus.
Das ist ein Sound, der wahrscheinlich in keinem Radioprogramm unserer Mainstreamrepublik publik wird, und, sie sind mit ihrer Musik ziemlich allein auf weiter Flur im aktuellen Classic Rock, von der Intensität des Songmaterials her habe ich da nur das Soloprojekt von Christian Hede Madsen, Bellhound Choir, auf gleicher Höhe auf dem Schirm.
Die Musik gibts seit dem 02.12. auf der Bandcampseite und bei Kozmik Artifactz, die Links dazu siehe weiter unten….. (volker)

Songs:
Nailed To The Ceiling
It’s Cruel To Be Kind
Blue Side Of The Collar
Dirty Woman
The Man

Band:
Bass – Danny Smith
Gesang/Gitarre – Mathias Northway
Schlagzeug – Michael Lowe

Organ – Joe Cope
Backing Vocals – Harmony Byrne and Neil Wilkinson

Child Bandcamp

Kozmik Artifactz

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