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Das Freak Valley Festival 2017 – Ein Review in 12 Bildern

Auf dem Schwarzweissfoto da unten stehen wir. So ungefähr zwei Drittel des Redaktionsteams. Mitten im Festivalgetümmel. Für einen kurzen Moment innehalten, freundlich kucken, Robert macht mal ein Foto von uns. Das Grinsen fiel uns offensichtlich nicht schwer…

RockBlogBluesSpot

Die RockBlogger von links nach rechts: Jens S, Kirsten, Rosie, Jens M, Volker und Yvonne | Pic by Robert Lesic | http://www.robles-design.de

Irgendwie sehen wir alle sehr zufrieden aus. Glücklich. Entspannt. Neugierig, auf das, was da noch kommt. Warum das so ist, kann hier im Blog schon an anderer Stelle nachgelesen werden – in Rosie’s Gedanken oder Yvonne’s Bericht zum Festival. Als leidenschaftlicher Fotograf möchte ich heute jedoch fast ausschließlich Bilder sprechen lassen. Der bekannte Fotograf Ansel Adams hat einmal gesagt: „12 gute Fotos in einem Jahr sind eine gute Ausbeute!“ Nun, das ist nicht viel und schon gar nicht für ein Festival wie das Freak Valley. Auch in mein Portfolio schaffen es nur Bilder, die eine besondere Aussage haben, die den Betrachter bewegen und erinnern an den dort festgehaltenen, außergewöhnlichen Moment in diesem Leben. Deshalb gibt es hier nur 12 Fotos vom Freak Valley. Meine persönlichen, subjektiven „Best Of“ mit einer kleinen Geschichte dazu. Der Auswahlprozess war hart, sehr hart, besonders für mich, da ich mich entscheiden musste. Und wer hier als Musiker, Fan oder Freund nicht dabei ist, darf das nicht als fehlende Wertschätzung interpretieren. Es sind zwölf Momentaufnahmen. Zwölf von vielen hunderten, bewegenden Momenten und Erlebnissen während dieses außergewöhnlichen Festivals…

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#12 – FOCUSED ON THE STARS (In Front Of The Stage)

Im Fotograben bin ich oft so fokussiert auf die Musik und den perfekten Moment, dass ich alles um mich herum vergesse. Wäre es einfacher, wenn man kein Musik Junkie wäre und sich ausschließlich auf die Fotografie konzentrieren könnte? Ich denke nicht. Im Grunde entsteht Gänsehaut durch akustische oder visuelle Reize. Und wenn das, was ich sehe, mir nicht gefällt, kann ich es auch nicht mit dem gleichen Wunsch, dass es andere bewegen soll, auf Film oder Sensor bannen. Meiner spanischen Kollegin Marta Estellés Martin geht es da ganz ähnlich. Das Foto entstand als spontaner Schnappschuss, als ich einen Moment nicht auf die Bühne fokussiert war und entdeckte, was um mich herum noch so passiert. Es drückt für mich viel von dem aus, was die Fotografie ausmacht: Leidenschaft, Konzentration, Glück und die Schönheit des Augenblicks.

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#11 – MAIDA VALE

Eines der ersten Fotos die ich auf dem Festival gemacht habe. Die Ankunft auf dem Gelände bedeutet für mich immer innere Unruhe: Viele Freunde und Bekannte vom letzten Jahr begrüßen. Reden, umarmen, lachen, zusammen ein Bier holen, anstoßen… aber eigentlich will ich schon mal vor zur Bühne. Was ich dann für MAIDAVALE auch getan habe. Ich liebe, wie die Haare das Gesicht der Bassistin in einer perfekten Welle umspielen. Der perfekte Moment. Ohne Serienbildfunktion. Und das schwedische Quartett, bestehend aus vier Damen, präsentierte sich alles andere als nordisch kühl.

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#10 – SLO BURN

Wer meine Beiträge hier auf RockBlogBluesSpot verfolgt weiß dass ich dem Desert Rock rund um KYUSS und allem was danach kam hoffnungslos verfallen bin. Ich liebe die meisten Projekte, die John Garcia in den Jahren danach realisiert hat. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen an SLO BURN. Nach anfänglichen Soundproblemen waren die Wüstenrocker wohl etwas genervt und legten nicht allzu große Spielfreude an den Tag. Auch hatte ich davon geträumt, einige KYUSS-Klassiker hören zu dürfen – zumindest als Zugabe. Doch nichts dergleichen geschah. Gänsehaut hatte ich trotzdem – an manchen Stellen.

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#9 – DEATH ALLEY

Die Jungs aus Amsterdam haben eine tolle Show abgeliefert. Eindeutig inspiriert von den STOOGES oder HAWKWIND wurden hier keine Gefangenen gemacht. Das schwebende Haar bildete sozusagen das „Auge des Orkans“ in der schweißtreibenden Performance. Ich habe erst zu Hause am Computer bemerkt, dass sich das einzelne Haar zufällig im Schärfebereich der Kamera befand – bei Blende 4 ein Glücksfall.

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#8 – THE GREAT MACHINE

Die israelische Band um die Brüder Haviv haben mich schwer beeindruckt. Zum einen erwartet man aus Israel nicht unbedingt Stoner Rock als musikalischen Exportschlager. Doch weit gefehlt! Da rollte wahrhaft eine große Riffmaschine auf uns zu! Ich mag an diesem Bild besonders die eingefrorene Energie. Jedes einzelne Haar ist sichtbar, angestrahlt von dem dahinter liegendem Scheinwerfer.

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#7 – VODUN


Eindeutig die farbenfreudigste Band des Festivals. Samstag um 12:55 Uhr auf der Bühne zu stehen ist nicht unbedingt eine ideale Zeit. Auch nicht für die Fans. Trotzdem – ich war sehr neugierig auf den Heavy/ Afro/ Psych & Soulful Futuristic Voodoo der britischen Band. Und das „frühe Aufstehen“ hat sich gelohnt! Was für eine Stimme, was für eine Show! Meine Müdigkeit der letzten Nacht war wie weg geblasen. Und einem ersten Nachmittagsbier stand nichts mehr im Wege.

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#6 – KIKAGAKU MOYO

Die Japaner sind für mich im Nachhinein die musikalische Neuentdeckung des Festivals. Eine interessante Mischung aus Krautrock, indischer Folklore und psychedelischen Elementen. Das Foto zeigt eine typische Festivalszene, Nebel und Wolken unterstreichen zusätzlich die Energie der Band. Später im Merchandise habe ich das Artwork Ihrer Alben bewundert und vergessen, das Vinyl zu kaufen, bevor der Stand geschlossen hatte. Ein Fehler…

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#5 – GOLDEN VOID

Gitarren-Mastermind Isaiah Mitchell betritt das „goldene Nichts“. Ich mag dieses Porträt sehr, da es die ganze Leidenschaft, die er in sein Gitarrenspiel legt, gut vermittelt. Absolut fokussiert, in sich ruhend und selbstvergessen, eins mit der Musik…

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#4 – FÖLLAKZOID


Das „chilenische Feuerzeug“ hat alle Fans auf einen wahrhaft kosmischen – für manche musikalisch sehr ungewohnten – Trip entführt! Noch fassungslos über das extravagante Outfit des Gitarristen wurde ich schon Sekunden später vom hypnotischen „organischen Techno“ des Trio’s angesteckt und begann mit Doppelbelichtungen zu experimentieren. Das Foto ist ein Ergebnis davon. Einziger Wermutstropfen: FÖLLAKZOID mussten ihr Set noch bei Tageslicht absolvieren. Bei Nacht wäre das Ganze wohl noch beeindruckender gewesen.

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#3 – MASERATI

Die musikalische Neuinterpretation eines italienischen Sportwagens hatte mich bisher auf Platte noch nicht so angesteckt, wie an diesem Abend live! Unglaublich, welche ansteckende Wirkung die Amerikaner mit ihrer Mischung aus Gitarren- und von den Achtzigern inspirierten Keyboardsounds erzielen! Das Foto erzählt genau das, was ein Festival erzählen sollte: Licht, Lust, Leidenschaft, Fans vor der Bühne!

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#2 – MAMMOTH MAMMOTH

Am Samstagnachmittag gegen 17 Uhr – zur besten Kaffeegenießerzeit in Deutschland – fegte wahrhaft ein australisches Mammut über das gepflegte Porzellanservice und ließ keinen Teller auf dem anderen! Anders kann ich diese Show nicht beschreiben. Sänger Mikey Tucker zeigte uns außerdem, wie man sich mit einer Bierdusche an heißen Tagen gepflegt erfrischt. Es lohnt sich, auch die anderen Fotos der Show in meiner Diashow anzusehen – Link weiter unten.

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#1 – EARTHLESS

Wer geglaubt hat, nach Jimi Hendrix kommt nichts mehr in Sachen Improvisation und ausufernden Jam-Sessions hat die Rechnung ohne EARTHLESS gemacht! Einmal mehr haben mich die drei Herren aus San Diego überzeugt: auch Musik kann Ausdauersport sein! Für den ehemaligen Profi-Skateboarder Mario Rubalcaba am Schlagzeug ist das kein Problem. Das Foto erinnert mich von der Komposition an Arbeiten des Fotografen Gregory Crewdson. Fotografische Momentaufnahmen aus dem amerikanischen Alltag, in denen erst auf den zweiten Blick etwas nicht stimmt. Während bei Crewdson zumeist das Grauen vorherrscht, ist es hier ein wahrhaft „elektrifizierter Mario“. Die im Bild umherlaufenden Kabel unterstreichen den Effekt zusätzlich. Das Set von EARTHLESS war wie schon im Jahr 2015 am gleichen Platz – nicht von dieser Welt! Das kann man jetzt auch nachhören auf einem Livealbum – veröffentlicht von den Rockfreaks selbst.

Das waren die besten 12. Insgesamt haben es weniger als 300 Fotos in meine Galerie zum FREAK VALLEY Festival 2017 geschafft. Wer meinen persönlichen Blick auf Musiker, Fans und Freaks ungekürzt erleben will, sucht sich am besten einen bequemen Platz, ein gutes Getränk und klickt hier:

RADICALEYE PHOTOGRAPHY FVF2017 SLIDESHOW

Wir sehen uns wieder im nächsten Jahr – ich freue mich schon jetzt! Und dabei ist mein Grinsen mindestens so breit wie auf unserem Foto oben (Jens M.).

Kontakt RADICAL EYE PHOTOGRAPHY:
www.radicaleye.de
https://www.facebook.com/radicaleyephotography
@radicaleyephoto

 

 

 

 

 

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