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Jimi Barbiani Band – Boogie Down The Road Live!

(vo)In den vergangenen Jahren durfte ich glücklicherweise einigen Bluesrockgitarristen zuhören, die mir/uns keine Ärgerfalten ob ihres Gefrickels ins Gesicht zogen sondern, im Gegenteil, die Gesichtshaut in Freudenfalten legten, dazu gehört auch Jimi Barbiani aus Italien, seit nunmehr neun Jahren auf Solopfaden mit jeweils großartigen Mitmusikern (nicht Mietmusikern). Von Jimi (sein Vater ist ein großer Hendrix Fan) und seinen Künsten hörte ich erstmals in den 2000er Jahren, als er bei den phantastischen Southern- und Jamrockern W.I.N.D. die Saiten grandios in Wallung brachte. Seit 2009 zieht er nun unter seinem Namen und seiner Band durch die Welt und im Januar 2017 schnitten Jimi-Gitarre und Gesang, Daniele Vicario-Bass und Gesang und Gianluca Zavan-Schlagzeug ihr Konzert im Castle of Udine/Italien mit.
Dabei sorgten bei den Songs 2,5,6,7 und 9 Pietro Taucher und bei Song 10 Nicholas Zampa zusätzlich für großartige Tastentöne wie ihr noch lesen werdet. 10 Kompositionen, vier Eigengewächse und sechs All Time Klassiker aus fremden Federn beinhaltet die CD, Vinyl gibt es neuerdings aber auch (siehe Bandwebseitenlink unter der Rezi).
Zum ersten Song passt der Bob Hite (Canned Heat) Spruch „And don´t forget to boogie“ natürlich wie die Gibson zu Jimi und Jimi zu Großmeister John Lee Hookers Meisterwerk „Boogie Chillen“, dessen Version auf der 1971 erschienenen Doppel LP „Hooker´N´Heat“ mir beim damaligen und erstmaligen Hören die Nackenhaare wegfräste. Und was machen Jimi, Daniele und Gianluca daraus? Einen deftig losmarschierenden Nackenschleifer, Motto: „I feel so good….“.
Weiter in den Takten: „Looking For The Truth“, ein Eigengewächs in Sachen Slowblues mit ungeöltem Gesang, wunderbarem Saiten Call & Tasten Response mit Jimi und Pietro, ein herrlicher Blues!
„Sad Soul“: instrumental. Und das noch dazu: Slide, Gänsehaut, Kippenvel, Pelle d´oca, Goosebumps.
„La Grange“, die Freudenhaus Hommage der Tres Hombres Beard, Hill und Gibbons, ein Live- und Partyknaller ever and ever, auch in der hier auf diesem Album zu hörenden Ausgabe ein Kracher, der sicherlich an einigen Steinen des Castle rüttelte und Staub aufwirbelte. Zur Beruhigung folgt eine Stevie Wonder Komposition: „Cause We’ve Ended As Lovers“. Und nicht nur hier an deser Stelle wiederholt zu loben die Groovemannschaft Daniele und Gianluca, sondern auch die großartige Saitenarbeit und Signore Tauchers Tasteneinlagen bei dieser reinen Instrumentaleinlage. Und dieses auch noch: die Band und natürlich Jimi drücken den Coverversionen ihre ganz eigenen Stempel auf, wie beim folgenden „Hey Joe“ wo auch noch Pietro glänzt und diesem Hendrix Klassiker hinter Jimi B´s. Saitenarbeit zusätzlich Pfeffer einstreut. Großartig!
Der „Ten O´clock Train“ rührt uns einen instrumentalen Slidekracher in die steil aufragenden Nackenhaare, der nach einer ruhigen Einleitungsphase schnell ein Niveau erreicht das dem aktuellen Meister der Slidegitarre, Herrn Sonny Landreth, sicherlich auch gefallen würde.
Als ich „Goin´ Down“, eine Komposition von Don Nix,  in 1976 vom kanadischen Mördergitarristen Walter Rossi erstmals hörte wußte ich bis zum Kauf der Platte nicht, das es eine Coverversion darstellte, und was für eine……sehr sehr heavy. Die Jimi Barbiani Band zerlegt diesen Song auf eigenen Art und Weise und inspiriert den Hörer, sich für das Luftgitarrendiplom anzumelden.
Elmore James, einer der Slide Kings des Blues, war einer der beiden Urheber des vorletzten Songs, „Look Onder Yonder Wall“. Pietro haut in die pianistischen Tasten das es eine wahre Freude ist, die restliche Mannschaft folgt, auch runter mit dem Sound bis auf pianissimo, bevor der rockige Endspurt startet.
Die letzten etwas über neun Minuten gehören der Barbiani/Drusin Komposition „Boogie Man“, einem Track des W.I.N.D. Albums „Hypnotic Dream“, in einer Liga mit Canned Heat und Publikumsmitmachteil….und das Slide Röhrchen glüht und knistert….
Eine Livescheibe, die mächtig Spaß verbreitet und die Band kann, wer in der Nähe wohnt, in den Niederlanden bei drei Konzerten Mitte Februar besichtigt werden (siehe Webseite der Band)….(volker)

Band:

Jimi Barbiani Gitarre und Gesang, Daniele Vicario-Bass und Gesang, Gianluca Zavan-Schlagzeug.

Pietro Taucher-Keyboards (2,5,6,7,9) Nicholas Zampa-Keyboards (10)

Songs:

1: Boogie Chillen
2: Looking For The Truth
3: Sad Soul
4: La Grange
5: Cause We’ve Ended As Lovers
6: Hey Joe
7: Ten O’clock Train
8: Going Down
9: Look On Yonder Wall
10: Boogie Man

Bandwebseite

Grooveyard Records

Jimi und Daniele bei ihrem Konzert am 15.01. 2011 in der Blues Rock Garaasje Geleen/NL, damals noch mit Elvis an den Drums und J.C.Cinel am Mikro.

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