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a-ha MTV unplugged München 03.02.2018

(GeraldAndersson) Ein Akustikkonzert ist ja bekanntermaßen etwas anderes als ein voll durchgestyltes Konzert mit sämtlichen technischen Finessen. Darauf hatte ich mich im Vorfeld schon versucht einzulassen. Dass aber nur sehr wenig Stimmung aufkommen konnte, lag auch sicherlich an der Songauswahl. Auch blieb die hintere Tribüne in der Olympiahalle fast leer und somit waren nur etwa 8000 Besucher gekommen.

Das Konzept der Mittsommernachts-Sonne in ein Konzert „Summer Solstice Koncert“ zu implementieren, war bestimmt ein guter Ansatz, allerdings wurden die oftmals nur dahinplätschernden Songs ohne große Höhen oder Tiefen gespielt.

Dass wir uns nicht falsch verstehen:
Die Musiker um Sänger Morten Harket haben alle virtuos gespielt.
Morten hat sich seine Stimmlage, durch die a-ha in den 80ern bekannt wurde, grandios gehalten.

Die Band, um die klassischen Instrumente erweitert, bot eine Vielfalt in den Songs an, welche bei einem herkömmlichen Konzert gar nicht zu hören gewesen wären. Aber heutzutage genügt es einfach nicht mehr, sich auf die Bühne zu stellen und los zu spielen.
Gut, die Songs waren nicht dazu geeignet, dass Morten eine irre Bühnenshow abgezogen hätte, aber etwas Konversation oder Einbeziehung des Publikums wären wirklich gut und sinnvoll gewesen. Man verließ sich ganz auf die Video- und Lichtinstallationen, welche die Besucher in eine, nmal sommerliche, dann wieder winterliche Umgebung hineinzogen.
Es war manchmal, als diente die Musik nur der Begleitung, wie bei einem Flug durch die Landschaft. Die Songs selbst lebten von der Stimme Morten´s und den Violinen und Geigen der aufspielenden Musikerinnen.

Jede Darbietung von a-ha wurde zwar gut gelaunt beklatscht, aber Begeisterungsstürme sehen anders aus. Nur einmal keimte so etwas wie ein Funken auf, der durchs Publikum ging, und das war bei „The Sun always shine on TV“. Da merkte man, dass die Besucher direkt darauf warteten, abgeholt zu werden, aber leider folgte ein interruptus und genauso schnell, wie man sich zum Klatschen erhoben hatte, saß man auch schon wieder auf dem Allerwertesten.

Keyboarder Magne Furuholmen versuchte zwar einzelne Sätze an die Audience zu richten, aber mehr als einen Versuch kann man nicht gelten lassen.

Gitarrist Pal Waaktaar-Savoy fiel eigentlich gar nicht besonders auf, er machte seinen Job.

Die Heimeligkeit hat sich zwar inzwischen eingestellt, aber die Dynamik der Ursprungszeit ist a-Ha abhandengekommen. Die Zuschauer werden nicht abgeholt.

Auch scheint es so als passten manchmal die Mundbewegungen nicht zeitgenau zur Videoleinwand. Konnte man das nicht besser machen, mit all dieser Bühnenerfahrung?

Die Mitglieder der Band hatten wesentlich mehr zu tun, die Spielfreude war besonders den drei Damen anzuerkennen, welche wirklich ihr Bestes gaben. Nach 90 Minuten erfolgten dann, endlich, mit den erwarteten Zugaben die Songs, auf die alle gewartet hatten: “The Living Daylights“ oder „Take on me“.

Die Wiedervereinigung von a-ha erfolgte 2015, nachdem man sich 2010 aufgelöst hatte. Im Juni 2017 spielten a-ha zwei akustische Sets vor etwa 250 Zuschauern. Aus diesen Live-Aufzeichnungen wurde ein MTV Unplugged-Album und eine DVD produziert. 13 Konzerte wurden und werden noch bis zum 14. Februar in London gespielt.
Es scheint so, als hätte die Welt nicht gerade darauf gewartet, das Konzept war einfach nicht stimmig, um überzeugen zu können, was wie gesagt nicht an den Songs lag.
Bei einem Akustik Konzert von Status Quo geht von Anfang an die Post ab, aber vielleicht liegt uns Deutschen die „Mittsommernacht“ einfach nicht.
(GeraldAndersson)

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