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Dean Denmark – Through A Realm Of Utopic Beliefs

Singer/Songwriter-Folk aus Zürich

(ro) Ein junger Mensch aus der Weltstadt Zürich mit dem bemerkenswerten Namen Dean Denmark macht sich auf seinem Album „Through A Realm Of Utopic Beliefs“ daran, die schöpferische Schönheit der ruhigen Töne zu entdecken.
Selbst beschreibt er dieses Album als eine Essenz seiner Musik, die „einen Hauch von Folk, melodischen Gitarrenlinien und feiner Introspektion“ bietet.

Beim Aufklappen des stilvoll gestalteten Albums, dessen Cover eine nebeldüstere, einsame Winterlandschaft abbildet, die sich unter einer riesigen Autobahnbrücke ausbreitet, zeigt sich ein in Gedanken versunkener Herr Denmark.
Blass und bärtig, in einem legeren Sweatshirt, scheint er dem Leben ohne Mätzchen, dafür mit sachtem Grübeln auf den Grund gehen zu wollen.
Und genau dies passt.
Eine sanfte Nachdenklichkeit und Aufrichtigkeit prägt seinen melodischen Seelenblues, in dem Herr Denmark seine Gedanken zur Gitarre schweifen lässt und sich dabei alle Zeit der Welt nimmt.
Die akustische Natur wird immer wieder mit einem E-Gitarren-Riff aufgepeppt, manchmal verschönert ein Fingerpicking, ein Piano oder auch wundervolle String Arrangements den jeweiligen Song, oder der Hörer wird mit einer geschmeidigen Harmonica erfreut.
Ja, es sind die kleinen Dinge, von denen der Musiker hier mit genauer Beobachtungsgabe erzählt und dabei unspektatuklär sehnsüchtige Gefühlszustände erzeugt.

Wir haben hier insgesamt elf Songs, in denen Dean Denmark von der Liebe singt, von dem Schmerz und der Tragik, von der Weisheit der Worte, aber auch von der unglaublichen Lust am Leben.
Und dies alles wird glücklicherweise ohne Weinerlichkeit oder gar diesem zur Zeit immer wieder weit verbreiteten Selbstzweifelding vorgetragen.

Die Texte, natürlich alle aus eigener Feder, sind zutiefst persönlicher Art.
Träumereien, die Suche nach irgendetwas, von dem man nicht weiß, was es ist, moralisches Scheitern, deplatzierter Ehrgeiz oder eine allgemeine innere Unruhe ( die jeden von uns dann und wann heimsucht ) – das sind die Themen, über die er in seinen nachvollziehbaren oder metaphorischen Texten erzählt.

So ist z.B. der Titeltrack „Through A Realm Of Utopic Beliefs“ mehr als ein Song über einen Song, denn er zeigt die unaufhaltsame Veränderlichkeit der Dinge und die Inkonstanz, die das Leben nun mal für uns alle bereit hält.
„I was never shure if there`s a plan for me / I played a lot and I found a lot of things I love / But there is only one thing that holds my heart together when I am lonely and playing a bit part / I walk torwards a wall and I don`t know / I walk torwards a wall and I don`t know what`s behind“.

Und was ist nun mein persönlicher Favorit?
Dies ist für mich ganz klar der letzte Song, betitelt „Running“.
Mir gefällt hier ganz besonders der Wechsel zwischen seelenvoller Inbrunst und dem griffigen, erzählenden Tonfall eines Singer-Songwriters.
Und obwohl auch hier die Instrumentierung im Kern vor allem auf die Gitarre baut, ist sie keineswegs schmucklos.
Eine intensive, das Herz berührende Harp, die eine besondere Atmosphäre kreiert und die der Ewigkeit eine gewisse flüchtige Note abgewinnt, assoziiert schöne, hoffende Bilder.

Nein, es sind beileibe keine Gassenhauer, die hier präsentiert werden, sondern Songs, die, wie man so schön sagt, das Leben schreibt und die in ehrlicher Schlichtheit präsentiert werden.
Alles in allem sind das unaufgeregte, doch dem Fühlen Gedanken mitgebende Produktionen, bei denen man hört, wie sie gemacht sind.

Bei der Instrumentierung einzelner Songs auf „Through A Realm Of Utopic Beliefs“ halfen Pianist Stephan Huwyler ( auf dem Track „Meet Me“), Yann Stein arrangierte die Strings auf „Vacation“ und Christoph Wenger bediente die Harmonica auf „Running“.
Das Cover gestaltete „vetsch frei“.
(…Rosie..)

Songliste:
1.) Catch You
2.) Nick Barrows
3.) Time
4.) Rusty Boat
5.) Vacation
6.) Love
7.) Through A Realm Of Utopic Beliefs
8.) Meet Me
9.) Seatbelt
10.) Wild Horses
11.) Running

Wer spielt mit?
Dean Denmark (vocals, guitars, synthesizers)
Stephan Huwyler (piano)
Yann Stein (string arrangements)
Christoph Wenger (harmonica)

https://deandenmarkmusic.com/
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