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Pressearbeit beim Lake On Fire Festival 2017 – Interview N°2: Triptonus

Triptonus- der Funk lebt

(pmck) Wer Funkadelic und Parliament kennt, weiß, dass Psychedelia in den 60er Jahren die Funkmusik stark beeinflusst hat. Diese beiden Stilrichtungen zu einem Klangteppich aus animuserfüllten Tönen zusammenzufalten ist keine leicht gemeisterte Aufgabe. Dennoch habe ich August ’17 eine Band erlebt, die etwas erzeugt, das sogar George Clinton euphorisch machen würde.
Triptonus ist eine unkonventionelle sechsköpfige Formation aus Wien, die dem Begriff der universellen Musik gerecht werden. Das sind Clemens an der Lead und Fabian an der zweiten Gitarre, Max am Djembe, Niki am Schlagzeug, Wanja an den Wavedrums und am Samplepad und Jakob am Bass. Der prägnante Name wird von Tritonus abgeleitet, der diabolus in musica, das Teufelsintervall. Auch Halboktave genannt, beinhaltet der Tritonus 6 Halbtöne. ‚Es war also ein glückliches Schicksal‘, bemerkte Wanja als ich 2017 fünf Mitglieder der Band kurz nach ihrem Konzert auf dem Lake On Fire Festival interviewte.
Stonerrock, unterstützt von dem Groove des Funks und den sehr vielen Rhythmusebenen des Psytrance wird mit afrikanischen Instrumenten und arabischen Melodien in Einklang zu einer psychedelischen Landschaft gebracht, die Triptonus seit 2012 zu einer einzigartigen und unbeirrten Band macht.
‚Wir wollen eine Symbiose wichtiger Weltkulturen erschaffen, die heutzutage Europa nicht fremd sein sollten‘, verdeutlichte Clemens. ‚Arabische und afrikanische Kultur sind historisch Teil Europas und sollen auch als Teil der gegenwärtigen Musik erhalten bleiben‘.

2013 wurde Triptonus‘ erste EP veröffentlicht. Sprout ist sehr progressiv und beinhaltet ein Paar meiner Lieblingslieder der Gruppe: Uhrwerk ist meines Erachtens die perfekte Verflechtung der vielen Stilrichtungen, die den Sound der Wiener prägt.
Sehr progressiv und eher melodisch, folgt das Album mit dem neuneinhalb Minuten langen Lied Suuto, was eine Symbiose der 5 Kontinente sehr gut veranschaulicht.
Apfelmanntanz fängt an mit dem besten, was Jakob zu bieten hat: seine slappende, fast ‚Mike B the Flea‘-mässige Basslines, die dem essentiellen Triptonus Groove stets starken Beistand leisten; und durchwärmte Gitarre Passagen, die Pink Floyd Fans nostalgisch machen.
Der größte Unterschied zwischen Sprout und Triptonus liegt an der Art der Aufnahme. ‚Sprout wurde Take für Take und mit Metronom eingespielt. Bei Triptonus waren wir in Rumänien, in dem Gelände einer Autofabrik in einem kleinem Raum. Dort haben wir im Kreis die Instrumente aufgebaut und das Album live aufgenommen‘, erzählte Clemens zu dem ersten Studio Album, veröffentlicht 2015 und produziert bei Mihai Toma. Live habe man einen anderen Zugang zu der selben Musik, wodurch der Aufnahmeprozess des Albums laut Band interessanter und spaßiger wurde. ‚Live ist , wie es ist‘ fügte Niki hinzu. ‚Der Sound wird durch die Liveaufnahme atmosphärischer und wirkt harmonischer‘.
Djembe und Wavedrums sind in einer Psych Stoner Formation keine herkömmlichen Instrumente. Diese geben Triptonus einen einzigartigen multikulturellen Charakter und geben dem Sound eine mehrdimensionale Fülle.
‚Rock Musik gibt es ja schon. Wir versuchen es ein bisschen zu kombinieren mit Elementen, die nicht unbedingt konventionell sind. Clemens war außerdem noch unterwegs in, unter anderem, Nordafrika, und hat von dort Instrumente und musikalische Inspiration mitgebracht. Unser Sound ist interessanter als… der Rest‘ lachte und erläuterte Max.
Bezüglich der Underground Szene in Wien erzählen die Musiker, es gäbe keinen Grund zum Appell. ‚Es gibt viele Lokale, wo Bands wie wir spielen können. Man muss viel selber machen und organisieren, aber die Szene ist vorhanden‘ schilderte Clemens. ‚Man muss aber dazu sagen, dass die Underground- und vorallem die Psych- und Stoner Schiene in den letzten Jahren massiv gewachsen sind, in Wien und auch europaweit. Es gibt so viele Menschen, die die Szene vorantreiben: ob neue Bands, Locations oder auch diese Art von DIY Festivals, wie das Lake On Fire: es gibt eine Verhehrung, eine Liebe zu dieser Musik, und dafür können wir uns glücklich schätzen.‘
‚Darüber, dass es noch genug und hoffentlich immer mehrere neue Menschen gibt die nicht nur die Musik unterstützen, die im Radio und Fernseher täglich ausgestrahlt wird.
In der Psychedelia gibt es nicht „zu lange“ oder „zu Trippy“, man ist was Komponieren angeht auf sich allein gestellt. Ist also schön zu wissen, dass man in der Ausbreitung der Musik dennoch nicht allein ist‘, fugte Max hinzu.
Parliament hat 1979 den Funk in den Ozean verloren, dennoch kann ich fast dreißig Jahre später bestätigen, dass der Funk nicht gestorben ist: Triptonus hat es wiedergefunden, optimiert und mit anderen Stilrichtugen gegenwärtig gemacht. Der Funk lebt. Pearl McKurdy 20.08.2017 – Photo@VolkerFröhmer

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