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The Infinite Trip – TRIPS Volume 1

(yv)„What land is this that you call home“

Ein Zitat aus dem ersten Track – sehr bezeichnend für diese Zusammenstellung.

Der Versuch, etwas mehr über die Geschichte, die Vita der Künstler Jules & Pete herauszufinden gestaltet sich wirklich schwierig. Man hält sich bedeckt und geheimnisvoll und es drängt sich beim Reinhören in die CD ein Gesamtkonzept auf: Das Mysterium an sich. Hier scheinen gewiefte und erfahrene Vollblut-Psychedeliker am Werk zu sein.

Die CD an sich ist eine auf 500 Exemplare limitierte Auswahl von Stücken der zuvor erschienenen kleinen Auflagen namens „all aboard the mothership“ und „brain blossom“.

Schon nach kurzer Zeit ist man in einer wehmütig-melancholischen Stimmung gefangen: dumpfer, schwerer Bass und eine monotone Männerstimme, die einen dazu verleitet, unbedingt die Lyrics verstehen zu wollen oder als Text zum Mitlesen in der Hand zu halten.

Alles sehr getragen, sehr bedächtig bzw. andächtig, schwüle Atmosphäre, den Sound könnte man quasi fast in Scheiben schneiden, so dicht ist er, und die ondulierenden Wortvorträge erinnern mich teils ein wenig an den guten Robbie Robertson – mehr Effekt durch weniger Effekthascherei.

Der zweite Track wird dann schon rhythmischer, tanzbarer, gesprenkelt von Garagen-Sound, ein paar Mods haben sich auf ihren chromblinkenden Vespas in die Karibik verirrt und machen jetzt eine sehr englische Strand-Party.

Zeit loszulassen, alles etwas weniger verkopft anzugehen und ein paar richtig schöne Rundflüge bei „Children Of Infinity“ zu genießen, die Herren versprechen wirklich nicht zu viel, Trips gibt’s auf dieser Scheibe zuhauf.

Mal erfreuen einen das Bassgepucker und heulende Tasteninstrumente diverser Couleur, dann ertönt bei „The Mothership“ elektronisches Gepiepse wie man es sich in einem Raumschiff aus einer 60-er Jahre-Fantasie vorstellt.

„The Illustrated Man“ dürfte das wohl gefälligste, melodiöseste und spacigste Stück der Kollektion sein, ein Touch von Bowie, wie mir gerade eine Stimme aus dem Off mitteilt. Vielleicht ist dieser Song ein guter Tipp für diejenigen, die sich einen ersten Eindruck von diesem Studioprojekt machen möchten.

Hoppsa, ganz plötzlich kommt der nächste Track unerwartet jazzig-loungig mit dem dafür fast obligatorischen Saxophon daher. Es sirren die Becken, eine leicht „Blackmoreske“ Gitarre schiebt sich dazwischen, übernimmt zunächst die Führung und gibt dann den Staffelstab zurück an die Stimme, zurück im Psych-Fahrwasser.

Die bunte Reise geht noch weiter, sogar einen Ausflug in die 90er Jahre mit groovigen Bässen und etwas weniger Gesangslast kann man erleben, leichtere Kost mit Hüpflaune.

Die Bandbreite der Klangwelten und Einflüsse die sich hier zusammengefunden haben ist groß, und doch reiht sich alles an der Richtschnur der eher langsam schwingenden Gehirnwellen – sprich dem elegischen Gesang entlang auf.

Strange kind of happiness, gerade so wie es die Herren in „Quarters Of The Moon“ selbst beschreiben.

Wer die psychedelische Welt einmal von der weniger hektisch-schrillen und eher philosophisch-meditativen Seite betrachten bzw. belauschen möchte, der wird hier bestens bedient und bekommt bestimmt Lust auf mehr…(yvonne)

Tracklist:

  1. Enigma Vibration
  2. Who Is It?
  3. Children Of Infinity
  4. The Mothership
  5. The Illustrated Man
  6. Brain Blossom
  7. Tommorrow’s World
  8. Quarters Of The Moon
  9. Freedom Above All

Erschienen in Hardkopie bei Clostridium Records in Zusammenarbeit mit den Underground Äxpärten:

http://www.clostridiumrecords.com/product_info.php?products_id=111

Zum Reinhören und zum Kauf digitaler Stücke aus der gesamten Bandhistorie:

https://theinfinitetrip.bandcamp.com/album/trips-volume-1

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Clostridium Labelnight Vol.1 in der Pauluskirche Dortmund am 13.04.19

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