rockblog.bluesspot

musikalisches schreibkollektiv

VUG – VUG

(pmck) Jimi Hendrix hatte mit Brant Bjork auf einem Black Sabbath Konzert Geschlechtsverkehr – das Ergebnis ist VUG, eine Berliner Band, die 2015 gegründet wurde. Die aktuelle Besetzung ist Philipp ‚Octowhale‘ Hennermann am Bass, Maximilian ‚Pank‘ Raine an der Gitarre, Felix ‚Bommi Peletier‘ Scholl an Gitarre und Vox und Nick DiSalvo am Schlagzeug.

Ende 2016 hatte VUG ihr gleichnamiges Debut Album live in zwei Tagen im Mesanic Music Studios in Kreuzberg eingespielt. Gemischt hat es Max Körich in Berlin und gemastert wurde es von Carl Saff in Chicago. Und ich habe die Ehre, die Platte zu reviewen. VUG’s VUG kommt am dreizehnten April über Noisolution raus, also Berliner Leser aufgepasst: am zwölften ist im Zukunft am Ostkreuz die Album Release Party!

Vug ist nicht nur ein legendärer Atomic Rooster Song, sondern auch ein Begriff aus der Geologie und Mineralogie. Als Vug oder deutsch Druse bezeichnet man einen Hohlraum im Gestein, der unvollständig mit verschiedenen Kristallansammlungen gefüllt ist. Genauso gefüllt ist die Band mit verschiedenen Genre Einflüssen, die von Bluesrock und Heavy Metal bis zu Prog- und Stonerrock reichen. Sie lassen nicht-flowerpowermäßige Musik der 70er Jahre wieder auferstehen, aber geben dem Vintage Sound einen durchaus dunkleren Ton. Drusen sind außerdem eine gute bildliche Vorstellung der vierunddreißig Minuten langen Proto Metal Platte: roh und ungeschliffen, mit versteckten, kunterbunten Schätzen.

Der erste Track heißt ‚Lose‘ und bietet dem Hörer einen sehr guten Einstieg in den VUG Stil. Denn hier werden die Türen zur modernen Welt des Hard Rocks geöffnet. Mit doomigen Passagen und abwechslungsreicher Spielart spiegelt ‚Lose‘ die vielfältigen, jedoch individuellen und sehr generationsübergreifenden Genres der Band wieder.

Es geht weiter mit dem wüstigen ‚Garden‘, ein sehr Route 66 Roadtrip würdiger Sound mit einem schönen und eher sanften Intro. Hier kann die Gitarre ihren 70er Trip ausleben. Mit guten alten Rock n‘ Roll Manieren werden sanfte Klänge wiederholt durchgespielt, unterbrochen von eingängigen Riffs, die aus dem steitgen Klangteppich herausragen. Zum Mitklopfen!

Als drittes kommt ein Lied, was einem anfangs wie eine Ballade vorkommt. ‚Prophecy‘ hat progressive Passagen und mächtigen Gesang, der einen einfängt und in einen ruhigen, gemütlichen Zustand versinken lässt. Wenn man fast vollständig eingetaucht ist kommt der zweite Part wie ein treibender Herzschlag, der einen wachrüttelt. Mit nur wenigen Takten zieht die Musik einen rasch in ihren Bann. Der Hauptriff, der sich von Part zu Part ändert, wirkt wie ein Uhrwerk, und treibt immer weiter nach vorne. Diese einprägsamen, repetitiven Riffs sind genau das, was das VUG Feeling ausmacht: sie sind das treibende Maschinenwerk ihrer Musik. Im dritten Part des Songs holt Felix mit seiner Stimme wieder das Beste von Hendrix aus der Jukebox raus und der Gitarrenriff steigt ins Unermessliche, mit Höhepunkten, die immer wieder überschritten werden. Eigentlich ein typisches Stonerrock Manöver: permanente Steigung aufbauen, die sich endlos ziehen kann.

Doch die Steigung hört am Ende des Liedes auf und ‚Prophecy‘ wird vom Kernstück des Albums abgelöst. ‚Awaken‘ wird um einen Riff aufgebaut, der für Spionagefilme oder in der Surf Musik gängig wäre. Der Rockabilly ähnliche Bass Sound und die Off Beat Gitarren Parts am Ende von Passagen vervollständigen diese Atmosphäre. ‚Awaken‘ entwickelt sich gegen Ende wieder in den unverfälschten guten alten Rock n‘ Roll, der jeder skandinavischen Rock Band das Wasser reichen könnte.

‚Poseidon‘ hat ein melodisches Intro, das wiederum den brummigen Gesang hervorhebt. Der Song zeigt am ehesten die Oldschool Metal Einflüsse VUGs: stark an Sabbath erinnernde Riffs und taktgenauer, unterstützender Schlagteppich direkt aus der Ecke des dunklen 70er hard Stonerrocks.

Mit ‚White Room‘ wird das Album in guter Manier fortgesetzt mit vielen Soli, die Akzente schaffen. Eine Soli-Soli Jagd der Gitarre im Kampf zwischen Konkurrenz und Harmonie.

Goldener Abschluss der Debut Perle ist der gleichnamige Track ‚VUG‘. Mit bluesigem Intro und gut fundiertem Gesang wird zum Schluss noch einmal an die Vielfalt des kunterbunten Oldschools erinnert. Ein melancholischer Abschied mit weinenden Riffs. Einprägsam und energisch hallt der Song und somit die Platte lange nach. Ein Debut, das gleich umhaut. Was kann man sich noch von VUG wünschen?….(pearlmckurdy)

Tracklist:

Lose (7’07)
Garden (4’30)
Prophecy (7’01)
Awaken (4’06)
Poseidon (4’12)
White Room (3’09)
VUG (4’15)

Die Release Party findet eben heute abend, am 12.04.2018 in Berlin, Zukunft Am Ostkreuz statt, + Black Salvation als Support. Außerdem spielen VUG  am 14.04.18 zusammen mit Lonely Kamel und Mirror Queen im Vortex/Siegen: http://www.vortex-surfer.de/nc/programm/event/article/lonely-kamel-no-mirror-queen-us.html

 

Filed under: 70s, Album Reviews, Blues, Bluesrock, Classic Rock, Hardrock, Heavy, Metal, Prog, Proto-Metal, Psychedelic, Rock, Stoner, , , , , ,

April 2018
M D M D F S S
« Mrz   Mai »
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
30  

Link zu unserem You Tube Kanal

Wild Dogs Festival in der Kulturfabrik Löseke in Hildesheim am 29.09.18

Euroblast Progessiv Music Festival in Cologne 05.10 – 07.10.18

Desertfest Antwerpen vom 12.10. – 14.10.18

Keep It Low in München am 19. + 20.10.18

Samstag, 03.11.2018 / RED LIGHT FESTIVAL in Falkensee

Leif de Leeuw Band im Culturpodium Vanslag in Borger/NL am 09.11.18

Walter Trout – Music Hall Worpswede am 21.11.18

Dome Of Rock Festival 2018 22. – 24.11.18 Salzburg/Rockhouse

Diese Artikel werden gerade gelesen:

%d Bloggern gefällt das: