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TOUNDRA Record Release Show + Glasgow Coma Scale + Green Orbit am 27.04.18

Untertitel: Wenn in Siegen die Spanische Post abgeht.

(yv) Es spricht schon Bände, wenn eine „auswärtige“ Combo ihr neues Album nach einem Musik-Club benennt. Und nein, es handelt sich nicht etwa um einen der schicken, massentauglichen Hochglanz-Bunker in einer der großen europäischen Metropolen, sondern um diesen kleinen aber sehr gemütlichen und familiären, von so vielen heiß und innig geliebten Laden im gefühlten Nirgendwo, in dem eine ganz besondere Chemie zwischen Künstlern und „Konsumenten“ vorherrscht…

TOUNDRA gaben Siegens berühmten Vortex Surfer Musikclub diesen Ritterschlag, denn am 27.April erschien die neue Scheibe VORTEX, und in logischer Konsequenz musste die sozusagen geheime Plattentaufe an jenem Tag auch dort stattfinden.

Aber jetzt mal chronologisch richtig sortieren.

Die Veranstaltung wurde als „Glasgow Coma Scale & Green Orbit & Secret Headliner“ angekündigt und in den einschlägigen sozialen Medien und Foren beworben. Alleine die Support Acts hätten schon ausgereicht, um die Reiselust gen Siegerland zu wecken, aber mit nur wenig Fantasie und/oder etwas Buschtrommel-Hilfe war schnell klar, dass dieser Abend sehr sehr besonders werden würde, für den Freund des gepflegten instrumentalen Klanges quasi unverpassbar. Schwuppdiwupp, ausverkauftes Haus.

Noch eine „Warnung“ bzw. Entschuldigung in eigener Sache: Die Fotos zum Text fallen dieses Mal unter die Kategorie „die Tante fuchtelt wieder mit dem Handy rum“ und entsprechen in keinster Weise den sonst hier üblichen Qualitätsstandards.

Schon bevor die ersten Klänge von der Bühne ertönen, gibt es erstmal Plattfuß-Alarm in der Warteschlange am Merch-Stand. Toundra haben extra für diesen Anlass spezielle Shirts anfertigen lassen, die natürlich in Kombination mit dem neuen Album und zuvor schon erschienenen Tonträgern und anderen diversen Textilien weggehen wie geschnitten Brot.

Musik, Musik, Musik…

Als Opener gibt’s deftigen Lokalkolorit, GREEN ORBIT dürfte nun fast jeder kennen, der sich öfter im Vortex rumtreibt. Tobias, Luko, Michael und Caro bereiten den von vornherein schwingenden Boden für den Tanz- und Haarschüttelreigen mit einer schönen Mischung aus Stoner- und Spacerock, mal eine Spur härter, dann wieder sehr feinfühlig-melodiös, und Caros Didgeridoo-Einlagen sind ein tolles Alleinstellungsmerkmal.

So, das Publikum ist warmgelaufen, die Saalatmosphäre auch. Schweiß beginnt zu fließen und die offene Seitentür zur Umbaupause bringt nur mäßige Luftverbesserung.

Macht aber nix, es geht gleich heiß weiter. GLASGOW COMA SCALE – man sollte sich tunlichst nicht täuschen, Nomen ist nicht immer Omen.

BÄÄÄM, diese Präzision, dieser Druck, diese Klangfülle, der Funke springt in Millisekunden über, das Publikum tanzt und klatscht und grinst, teils mit genießerisch geschlossenen Augen und es ist einfach wunderbar. Post-Rock der ganz feinen Sorte von einer dieser Drei-Mann-Combos, die einen schier aus den Latschen reißt und zum Rundflug einlädt – nicht umsonst freue ich mich über jede sich bietende Gelegenheit, Piotr, Marek und Helmes mal wieder auf einer Bühne zu sehen.

An diesem Abend jedenfalls passt alles wieder perfekt, die Meute vor der Bühne ist begeistert, ein brandneues Stück namens „Magik“ gibt’s als Schmankerl obendrein und die „Zugabe“-Rufe wie aus einem Halse am Ende ihres Sets überraschen die drei Herren sichtlich, mich jedoch nicht wirklich. Mehr als verdiente Anerkennung und Euphorie. (Und ich hoffe doch schwer, dass diesem einen neuen Stück noch einige mehr folgen werden, hihi.)

Schnelle Pieselpause, eine Kippe, ein oder zwei mehr als notwendige Getränke von den netten Damen an der Bar kredenzen lassen, dann wieder rein in die musikalische Gemischtsauna, einen Platz an der spanischen Sonne sichern.

Angesichts des Andrangs und der bevorstehenden Fortsetzung der Tanzeinlagen mit Drall Richtung vorne wird ein späteres Raus- und wieder Reinkommen so gut wie unmöglich sein, außerdem war es mir wichtig und ein Fest, den Headliner des Abends in voller Bandbreite, Fülle und Länge mit einer guten Perspektive zu genießen. Noch dazu oblag es wie schon erwähnt aufgrund der Abwesenheit unserer Linsenmeister mir, mit meiner weniger tauglichen Handgurke ein paar halbwegs passable Fotos zu erhaschen, so ich denn gerne welche hätte.

Schon beim Aufbau der Instrumente war ich fasziniert, mit wieviel Akribie hier wirkliche Millimeterarbeit geleistet wird. Der meisterliche Teufel steckt im Detail…

Dann geht’s los, alles steht in den Startlöchern, Volker erklimmt zur Ansage die Bühne, Jubel allenthalben, Lift-Off.

TOUNDRA starten das Set gleich mit einem neuen Stück namens „Cobra“, ein echter Kracher.

Ach, was erzähle ich denn, hier „kracht“ es im Dauerbetrieb, so funktioniert Post-Rock mit voller Drehzahl, mit totaler Leidenschaft, mit furioser Power und Endorphinlevels auf Stufe „Dauergrinsen“, jenes scheint nämlich in ihre Gesichter gezimmert zu sein. Das Vortex macht seinem Namen, seinem Ruf und der nach ihm benannten Platte alle Ehre, so eine Atmosphäre, so ein Sog hinein ins Wunderland der fantastischen Musik findet man echt nicht an jeder Ecke.

Immer weiter geht die Reise, neue Stücke gepaart mit den schon älteren, teils heiß geliebten Songs wie „Kitsune“, „Zanzibar“ oder „Cielo Negro“. Was eine unglaubliche Band, auf Platte schon genial, aber live einfach unglaublich – unglaublich gut. Und das mit doch sehr sportlichen Einlagen, die man noch als Dreingabe zur Show bekommt, hier wird die Gitarre rumgerissen wie im Ringkampf, es wird bis fast an die Decke gesprungen und der Schweiß fließt (auch bei mir, und zwar vermehrt ins Auge – aua).

Jaja, ich weiß, ich stolpere von einem Superlativ in den nächsten, aber jeder, der das Glück hatte, diesen Abend miterleben zu können, wird gerne bestätigen, dass ich hier kein Stück übertreibe.

Die vier werten, hochgeschätzten Herren auf der Bühne haben mächtig Spaß, wir alle auch, und als es schließlich so langsam gen Ende der Nacht zugeht, wird zur Feier des Tages und anlässlich der ersten Zugabe noch eine Flasche des allseits beliebten Mexikaners von kundiger Damenhand auf die Bühne geleitet… ¡SALUD!

Werter Leser, mach dich auf, weiter unten stehen weitere Tourdaten. Ich könnte mir vor Ärger fast selbst in den eigenen Hintern beißen, weil ich zu keinem der Daten mehr hinkomme….(yvonne)

http://toundra.es/

https://www.facebook.com/toundra/

https://toundra.bandcamp.com/

http://www.insideoutmusic.com/artist.aspx?IdArtist=685

http://www.glasgowcomascale.de/

https://www.facebook.com/glasgowcomascale/

http://www.green-orbit.de/

https://www.facebook.com/green.orbit.lavarock/

Wer sich nun selbst von Toundras sagenhaften Live-Qualitäten überzeugen möchte, bittesehr:

Tourdaten Europa (Stand Mai 2018)

  • 08.05.2018 Switzerland Geneva L’Usine
  • 09.05.2018 Belgium Gent DOK
  • 10.05.2018 United Kingdom London Hoxton Square Bar & Kitchen
  • 12.05.2018 United Kingdom Leeds Temple of Boom
  • 13.05.2018 United Kingdom Glasgow Nice ‘n Sleazy
  • 14.05.2018 United Kingdom Bristol The Fleece
  • 16.05.2018 Germany Koln JUNGLE
  • 17.05.2018 Germany Stuttgart Keller Club
  • 18.05.2018 Luxembourg Luxembourg Rocas
  • 19.05.2018 Germany Hamburg Molotow
  • 20.05.2018 Danmark Copenhagen KB18
  • 23.05.2018 Germany Berlin BiNuu
  • 24.05.2018 Germany Dresden Groovestation
  • 25.05.2018 Czech Plzen Papirna
  • 26.05.2018 Hungary Budapest A38
  • 27.05.2018 Austria Vienna Viper Room
  • 29.05.2018 France Lyon Le Farmer
  • 30.05.2018 France Marseille Molotov
  • 31.05.2018 France Toulouse Les Pavillons Sauvages
  • 29.06.2018 Santiago de Compostela, O Son Do Camiño SOLD OUT
  • 12.07.2018 Madrid, MadCool Festival SOLD OUT
  • 29.09.2018 Bilbao, Kafe Antzokia
  • 10.11.2018 Córdoba, Sala Ambigú Axerquía
  • 17.11.2018 Saarlamand, Gloomaar Festival
  • 23.11.2018 Valencia, Sala Moon
  • 28.12.2018 Gran Canaria, La Choza
  • 29.12.2018 Tenerife, Aguere Cultural

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Bluesrock Festival De Doolhof Tegelen/NL am 01.09.18

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