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Lake On Fire 2018 – der Samstag

(vo) Nach ausgiebigem Frühstück, ersten Sichtungen der gestrigen Photos (na ja, sind ein paar nette Aufnahmen dabei), Linsen säubern, beide Akkus laden (Kamera + Volker). Noch ausruhen war angesagt denn heute geht die Party weiter und um 13:30 Uhr steht die erste Band auf der Matte. Es brühte der Lorenz da oben den Schweiß aus allen Poren, also erstmal den Almdudler (ja, ich liebe diese Limo seit dem ersten Familienurlaub 1965 in Tirol) dudeln, herrlich erfrischend. Dem ersten 0,4er Becher folgten dann bestimmt noch……weiß nicht mehr genau, etwas unter einer Tagesproduktion wahrscheinlich.

13:30 Uhr: Ryte. Diese Band hörte ich vor vier Wochen beim Stick&Stone Festival (lese hier den Bericht wenn du möchtest) zum jungfräulichsten Mal und war schlichtweg von ihrem Heavy Sound begeistert. Da wird nicht gefackelt und gefrickelt, da gibts heavy was auf die Glocke. Die Jungs formieren sich sonst noch in anderen Bands und jammen munter drauflos. Die Ergebnisse sind frappierend gut, so muß Heavy rocken und sprudeln. Umbaupause und apropos sprudeln: Almdudler ordern und Leberkas Semmel geniessen. 

14:45 Uhr: Succopus. Auch diesen Dreier sah ich vor vier Wochen beim Stick&Stone erstmalig, und? Ich war begeistert ob ihrer Mischung aus Rock´n´Roll, Blues und Rockabilly. Und dann dieser, entschuldigung, völlig versoffen klingende Schreihals Tobias, man was für ein Stimmchen, damit könnte er jeden Marktschreier Bewerb locker gewinnen. Und er spielt dazu noch eine Rüpelgitarre, die von Krystof per Schlagzeug angetrieben wird, dazu noch die mitunter schrägen Saxtöne von Magic Mike. Ein großer Spaß, auch im Spaßbad vor der Bühne, siehe Photo. Und für das Photo von Tobias betrat ich mal den schmalen Grat zwischen sehr nass und trocken, zwischen Wasser und LOF Banner an der Bühne. Schuhgröße ab 48 könnte kritisch werden für diese Art Photo.

Tanken, Wasser, Scheiben säubern (Brille und Objektivlinsen) und ein bißchen an unserer eckigen Biertisch Runde verweilen mit Bärbel, Elke, Olivia, Sonja, Klaus, Lothar, Rainer, Stefan und WoFo. Auf geht´s in die nächste Runde.

16:00 Uhr: Torso, die nunmehr vierte AustroRockBand des Festes. Und nach meinem ersten Besuch hier in 2017 die mittlerweile zehnte heimische Band. Das nenn ich mal eine Gelegenheit bieten, das auch Besucher aus Deutschland, Ostfriesland, Franken, Bayern, Wittgenstein, Köln, Italien, Rumänien, Griechenland, Schweiz und was weiß ich hören was die Bands aus Austria so drauf haben, enttäuscht hat mich noch keine, im Gegenteil. Die kannste blind zu jedem Festival „unserer“ Szene buchen. Torso: das Quartett aus dem Stonerschmelztiegel Wien überzeugte mich mit seinem fett gemischten, melodischen Sound in Stoner und Psychedelic. Zwei Gitarren, eine mit Gesang, Bass und Schlagwerk. Wunderbarer Gesang…..manche Kompositionen erinnerten mich an griechischen Psycedelic Brand der 7 Sterne Klasse. Besonders beeindruckend der Wechsel zwischen hart und zart, weich und in die Nackengegend.

17:20 Uhr: Yawning Man. Die befinden sich zur Zeit auf ausgedehnter Club Europatour, aber auch mit Gigs bei einigen Festivals. Andere Besetzung wie bei den 2016er Konzerten, die Urgesteine Gary Arce und Mario Lalli waren aber dabei. Ganz neu Drummer Greg. Die Band gibt es seit 1986. Sie veranstalten ungemein melodischen, wunderschön fließenden und mäandernden Experimental Rock, der dich dazu verführt die Augen zu schließen und allen Scheißdreck der gegenwärtigen Welt zu vergessen, es zählt nur das hier und jetzt. Musik im Takt und Licht des Garten Eden, herrlich. Und meine Kollegin Pearl, die die Band interviewen konnte, war schier aus dem Häuschen……

WoFo, Alex und Klaus im Festivalmodus

Ellen

18:45 Uhr: Ruby The Hatchet. Wirbelwind und Gesangsarbeiterin und Rampensau (tschuldigung für diesen Ausdruck aber er passt für mich sehr zu solch einer überzeugenden und ungekünstelten Bühnenperformance) Jillian Taylor und Johnny – Gitarre, Lake – Bass, Owen – Schlagzeug und Sean – Tasten hauten für mein Empfinden aber sowas von den Lukas….das war Stoner/Psychedelic Entertainment in Vollendung. Ich habe ihre ersten beiden Platten. die mich ziemlich beeindruckten, aber live ist das ´ne ganz andere Bühne, GROSSARTIG. Ich vergleiche ihre musikalische Vorgehensweise gerne mit der von Uncle Acid wobei durch Sean an den Tasten noch ein gewisser Spaceeffekt und ein bißchen Purple dazu kommt, hör dir mal „Planetary Space Child“ oder „Pagan Ritual“ an. Der Fünfer brachte jedenfalls mächtig Spaß in alle Backen und Wangen, die Stunde mit ihnen verging viel zu schnell. Aber am 13.08. gibt es für mich ja die Gelegenheit die Band im Kölner Sonic Ballroom nochmal zu erleben.

20:10 Uhr: Rotor. Die Berliner Umland Band in ihrem 20sten Jahr on air musste leider im letzten Jahr aus Krankheitsgründen absagen, aber in diesem jahr klappte es: Rotor auf der Nepomukteichbühne, für mich sowieso ein Fest. Und für alle anderen Besucher (das behaupte ich einfach mal denn: was da während des Auftritts im Publikum abging….) auch. Und sie spielten „Rabensol“. Für mich gibt es keinen instrumental großartigeren Southern Rock angehauchten Song aus deutschen Landen, Punkt. Nee, dabei kann ich keine Photos machen, da muß ich mitswingen. Und ich hab mir das zum Auftrittsende hin auch mal vom Hügel etwas oberhalb angeguckt: eine im Midtempo hin und her wogende Freakmasse bei“Volllast“, die sich durch das stoische Riff zum Outro hin in den siebten instrumentalen Himmel schoß. Dieser 15 minütige Übervater ihres Repertoires ließ selbst die Glocken der beiden ans Festivalgelände angrenzenden Konfessionsgebäude ins Weihwasser fallen, der anschließende Feiermodus der Freaks an die Band war höchste Weihe. Und wer den Sound dieser Band nicht versteht…..dem ist eh nicht zu helfen.

21:50 Uhr. Orange Fuckin´Goblin. Das Hardrockin` Quartett aus Großbritannien mit Funkturm Ben Ward am Mikro, Joe Hoare an der Gitarre, Martyn Millard am Bass und Chris Turner am Schlagzeug ist ein Garant für hochexplosiven Hard Rock mit sehr eigenen Trademarks von Anfang an, deshalb zerlegten sie uns auch u.a. mit Songs ihrer ersten Platte „Frequencies From Planet Ten“. Und natürlich als Verbeugung vor einem der Größten im Genre: einen Song zu Ehren von Lemmy. Vor ihrem Auftritt konnte ich Joe beim warmspielen auch photographisch beobachten. Ansonsten hieß das Motto des Auftritts: Abschädeln, keine Gefangenen, immer auf´s Maul. Gröhlschreihals Ben stachelte auf und an und der Nepomukteich rockte…..

23:40 Uhr. Earthless. Die Garanten des heavypsychedelischen Rocks im 17ten Jahr. Isaiah, der Saitenzauberer, und in überraschender Weise auf dem letzten Album „Black Heaven“ auch als Sänger, Mike, der ruhende Pol am Bass und Mario als Dreschflegel hinter der Dreschmaschine, ein Dreigestirn der Extraklasse in der Szene.

©MariaOrtner

©MariaOrtner

Aber trotzdem: ich war fix und alle nach dem ersten Instrumentalexzess mal ohne Photos. Deshalb vielen Dank an Maria für die beiden Photos. Die Hitze und das Photographieren und hin und her rennen bei der Motivsuche (´ne Motivklingel gibt´s ja nicht, gut so) und die schon pensionierten Knochen, Gelenke und Sehnen waren im absoluten Physiotherapiemodus, die Sinne ausgereizt. Ab in den Twingo und leicht swingend nach Dorfstetten. Dort erstmal in wirklich vollkommener Ruhe auf dem Balkon des Angerhofs runterfahren und das Festival nochmal im Hirn und im Herzen nachgeniessen……

Ein größtes Lob an die Veranstalter, den Verein Saitwärts, der den Erlös für wohltätige Zwecke zur Verfügung stellt. An das ganze LOF Team für den perfekten Ablauf, das Essen, das Trinken, den Merch, ach was, für die ganze Infrastruktur. An das formidable Team für den Sound und die Stagemannschaften Bühne/Backstage etc. Stellvertretend ein Photo vom Meister der Stage, Stef……und natürlich großer Dank an die Pausenmusike und die Musiker, ihr habt uns phantastisch unterhalten. Ich verneige mich und bis hoffentlich in 2019…..(volker)

Hierher geht´s zum ersten Teil

Und hier gibt es den Bericht von Pearl über ihre Helfertätigkeit beim LOF

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Bluesrock Festival De Doolhof Tegelen/NL am 01.09.18

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Magnificent Music Festival 2018 Jena 07. + 08.09.18

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