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Noorvik – Noorvik

(as) Dass eine Differenzierung im Bereich instrumentaler Rockmusik längst ungemein schwierig ist, braucht man Eingeweihten nicht mehr zu erklären, und dementsprechend hadern auch die Newcomer „Noorvik“ damit, eine eigene Nische für ihren im wahrsten Sinn des Wortes stimmlosen Sound zu finden.

Im Meer ähnlicher Veröffentlichungen verorten lässt sich ihr selbst betiteltes Album aufgrund allzu vertrauter Koordinaten ungleich einfacher, als es die Musiker bei Etablieren eines individuellen Stils haben: überlange Kompositionen (knapp über sieben bis zehneinhalb Minuten), rätselhafte Songtitel und ein insgesamt luftiges Klangbild, dessentwegen man flugs das „Post“-Präfix anbringen kann – berechtigterweise …

Bereits das eröffnende „Denali“, der zugleich längste Track, gewinnt seine Spannung durch einen steten Wechsel zwischen Laut und Leise, entrücktem Flirren und nicht unbedingt tonnenschweren, aber dennoch satten Riffs. Das Aufbrausen geht meistens einher mit getragenen Melodien, die man je nach eigener Gemütslage als melancholisch oder trotzig aufbegehrend beschreiben kann.

In jedem Fall schrauben „Noorvik“ die Dramatik auf relativ klar vorhersehbaren Bahnen hoch, indem sie sich Zeit lassen. Exemplarisch dafür steht das stilistisch besonders bunte “Shishaldin“ (Stoner-Entspannung zu Anfang, ein schwebender Übergang und schließlich nahezu metallisches Poltern), dessen repetitiver Charakter der Intensivierung des Klangerlebnisses dient, statt – wie es bei anderen Kapellen allzu oft passiert – zu langweilen.

Nein, die Platte ist kein musikalisches Ödland, das kann man ihren Schöpfern nicht vorwerfen. Umrahmt von einer unbeschwert „atmenden“ Produktion entfalten sich im weiteren Verlauf noch mehr metallische Vorlieben der Mitglieder („Malaspina“ kracht phasenweise ganz schön deftig), dazu ein Hang zu cineastischen Klangkulissen mit Sprachsamples („Chugach“) und – jawohl – auch ein bisschen Kitsch. Beim Hören des süßlichen „Kobuk“ meint man nämlich, jeden Moment Zahnschmerzen bekommen zu müssen; es wäre gleichwohl eine wonnige Pein.

Insgesamt also null Neues, aber eine Menge liebenswert Vertrautes aus der Kategorie „Maul halten und mit Klängen malen“.

50:08
Eigenvertrieb
http://www.noorvik.bandcamp.com
Veröffentlichung: bereits erschienen

Denali
Shishaldin
Malaspina
Chugach
Kobuk
Turnagain

Andreas Schiffmann

Filed under: Hardrock, Heavy, Postrock,

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