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Psyka Festival Vol.4 in Karlsruhe

(vo) Nach einer zügigen Anreise mit 40minütiger Verspätung (Notbremse, Signalstörung) kamen wir (Frau K. und ich) gegen 14:45 Uhr im Hotel an wo uns Elke und Manu begegneten: das wird ja heiter heute, schon hier soviel bekannte und beliebte Leute und Wetter. Vor dem Festival verspeisten wir uns noch gutbürgerlich in einem Biergarten und kamen etwas zu spät zur Walhalla, dem Austragungs Saal der vierten Auflage des Psyka Festival, das Michael Rentschler und Sonja organisieren und veranstalten. Machte nix, ging erst gegen 18:30Uhr los mit Fatso, einem Power Trio aus Stuttgart, das den Saal gut anglühte….

….mit einer Mischung aus Garage-, leichtem Punk- und Stoner Rock. Knackige Songs mit Bass, Gitarre und Schlagzeug, hörbar gut. Da sich die Umbaupausen generell etwas zogen fingen alle Bands des noch heutigen Abends später als geplant an, so auch Les Lekin, die aus aus der Mozartstadt Salzburg anreisten und die mich, aber beleibe nicht nur mich, mal wieder völlig aus den Schuhen spielten. Ihre beiden Platten sind schon knallig, aber live wird das locker gedoppelt! Was für Bretter da von der Bühne schallten, Bretter die für uns die Welt bedeuten. Kerstin unterstützt meist lächelnd (herrlich) mit deftigem und feinem Punch die Gitarrenausflüge von Peter, dazu der Viersaitengroove von Marian: die drei erschließen uns eine fast perfekte Psychedelic Stoner Welt, GROSSARTIG! Und im November beim Dome-Of-Rock in Salzburg gibt´s ein Wiederhören….Draußen vor Walhalla ergaben sich generell in den Umbaupausen wunderbare Gespräche mit lebenden alten, sehr alten und neuen Bekannten aus der Szene, herrlich.

Phono One riefen auf zum Rock´n´Rollschunkeln, das Rüganer Quartett, mittlerweile in Berlin ansässig brachte aber beileibe keine Kreide aus ihrer Heimat in ihre Songs ein sondern schwartete munter drauflos. Ihre Songs, mit bluesigen Untergründen, aus bisher drei erschienenen Alben, machten Laune, mir als sehr lange gegerbtem Bluesrockfreund gefiel das Gehörte und wenn dann neben Gitarre, Bass und Schlagzeug Tastentöne nicht nur nebenher ertönen und zwei Stimmen erschallen….. The Spacelords, aus Reutlingen an der Space, waren schon etliche Tage und Nächte im Auftrag des Psychedelic Space Rocks unterwegs. Sie unterhielten uns zum wegbeamen gut, schossen uns alle ins All und in buntbeleuchtete Umlaufbahnen. Apropos buntbeleuchtet: Die Lightshow von Keith Pearson während des gesamten Festivals war sehr beeindruckend gut, unterstützte visuell das Gehörte auf feinste Weise. Zum krönenden Abschluß ihres Gigs bekamen wir noch instationäre magnetoplasmadynamische Antriebe ins Gehör, den Plasma Thruster….five, four, three, two, one, Augen zu, Abflug. Und abschließend zum Thema Augen zu: leider verpasste ich danach wegen der sehr fortgeschrittenen Zeit und daraus resultierender sich minütlich steigender Müdigkeit den Auftritt von Automatism….

Neuer Tag, neues (Musik) Glück. Nach einem lecker Mittagessen im Biergarten von gestern landeten wir wieder als lebendige Psyka Krieger in der Walhalla um uns dem zweiten Psyka Tag zu widmen und der begann mit den Südwestdeutschen Desertrockern Wolf Prayer die uns auch gleich in die Wüste schickten: Desert, Like A Fool, According To The Rule und Wolf Prayer heißen die Songs ihrer EP zu der demnächst auch eine Vinylausgabe erscheinen soll. Schön verfuzztes, staubiges und bollerndes Zeug hallte durch Walhalla, ein guter Auftakt. Als nächstes stand The Alligator Wine auf der Psykakarte, ein Duo aus der Freiburger Gegend, und eine der hitzigsten in Deutschland. Tasten und Schlagzeug und der oft zweistimmige Gesang in Screamin´Jay, Voodoo, Swamp und Südstaaten Tradition, fehlten nur noch die Geräusche aus den Sümpfen, Hitze gab´s genug. Dann rief wieder die Speisekarte in unserem Biergarten, dadurch verpasste ich leider Aerolith….

Zu Cosmic Fall war ich wieder zugegen und die drei zogen uns das Fell über die Ohren, ramtamtam ging die Jam Post ab. Dauernde Nackenbeanspruchung, federweiche Kniegelenke und wummernde Bauchfellmassage waren das Ergebnis der großartigen Gitarrenfiguren, den dazu passenden, mitunter wilden Schlagwerkattacken und Groove der dicken Saiten. Und wenn sie so weitermachen, und das werden sie, sind sie in absehbarer Zukunft die Berliner Earthless. Aber nicht als Abklatsch, wohlaufgemerkt. Die haben das drauf. Bin gespannt auf die weiteren, schon vorbereiteten Attacken auf Vinyl. Cracked Machine from the UK waren die nächsten, die uns in die Fernen der Psykagalaxis beamten. Die Hauseigene Psyka Records Band bestach uns mit Bass, Gitarre, Schlagzeug und allerlei Keynoten und schickte uns auf eine Reise durch Raum und Zeit ohne den Boden unter den Füßen zu verlieren und das Gebäude zu verlassen. Ein perfekt eingespieltes Quartett das nicht nur mich angenehm abschoß. Leider war der Zeitplan zu dieser Zeit schon gehörig hintendran so daß Vibravoid nach einem doch sehr ausufernden Hin und Her erst um 23:15 Uhr statt um 21:45 Uhr ihre Psychedelic Show anzählten….aber die Show war gespickt mit allem was der Fan von dieser Band erwartet und erhält: Ausflüge in die 60ies: mit geblümter Oberhemden Musik im Style z.B. der frühen Pink Floyd und Can, die auch mächtigen Einfluß ausüben. Schrillbunte, angenehm laufende Psychedelic, diesmal Tastenlos, aber war für mich trotzdem ein Erlebnis. Die letzte Band, Da Captain Trips, musste ich leider aus Müdigkeitsgründen streichen, gegen 01:00 Uhr schlich ich erschöpft, aber abgefüllt mit fast durchgehend angenehmer Musik für meine Geschmacksnerven, zum Hotel Barbarossa. Ich bedanke mich bei Michael und Sonja für angenehme Unterhaltung und Akkreditierung und für viele nette Gespräche drinnen und draußen…..(volker)

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