rockblog.bluesspot

musikalisches schreibkollektiv

Drive By Wire – The Whole Shebang

(as) „The Whole Shebang“ hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel, funktioniert aber immer noch bestens, so wie es sich für zeitlosen Hardrock gehört … und da „Drive By Wire“ gerade ein neues Album veröffentlicht haben (worüber wir uns an anderer Stelle auslassen), bietet sich eine Rückbetrachtung bzw. ein Vergleich an.

Die Band existiert seit 2006 und stammt aus dem niederländischen Stoner-Mileu, das seit Gruppen wie „Astrosoniq“ zumindest europaweit als Garant für gehobene Qualität in diesem Genre gilt. Amerikaner mögen hingegen auch im Fall von „Drive By Wire“ schmunzeln, wenn sie hören, wie stoisch – wohlgemerkt nicht unflexibel – deren Musik Wüstenstaub aufwirbelt. Es ist als würden sich die Mitglieder träge, aber gutgelaunt in der heißen Sonne Kaliforniens fläzen, statt diese Songs in einem grauen Vorstadtkeller zu proben, was wahrscheinlicher sein dürfte.

Und ja, diese Songs: gut abgehangen ohne allzu viel Verzerrung mit geradlinigem Puls von Bass und Schlagzeug, aber mit gehörigem Swing gespielt (die Becken, Baby!), nicht zu vergessen eine unaufgeregte Frauenstimme, die so gar nichts von den vielen verkrampften Amazonen im Rock- und Metal-Bereich hat. Apropos Metal: Klassischem Doom kommt das finstere „Rituals“, der persönliche Tipp dieses Schreibers, am nächsten.

Bei „Drive By Wire“ ist unabhängig von Stilfragen niemand allein der Star, sondern die gesamte Band respektive ihre Musik. Unter den ausnahmslos kompakten Stücken (keins dauert über fünf Minuten) ragen der verspielte Titelsong und das treibende „Rotor Motor“ als unmittelbarer Zündstoff heraus, für die mit warmen Orgel-Teppichen unterlegte Ballade „River Run“ und das ebenfalls gedämpfte Finale „Voodoo You Do“ nimmt man sich gerne mehr Zeit.

In Form von „In This Moment“ und „All Around“ finden sich zwei relativ hart krachende Garagenrocker im Programm, die „The Whole Shebang“ zu in diesem Stil vermutlich maximal möglicher Vielfalt verhelfen. So oder so hört man „Drive By Wire“ an, dass sie zuallererst ein Bühnenact sind, und bei Konzerten dürfte so ziemlich jeder der elf Tracks umso kräftiger einschlagen; produktionstechnisch hat der Nachfolger die Nase vorn, aber das ist wie gesagt eine woanders lesbare Geschichte …

My First Sonny Weissmuller Recordings
http://www.drivebywire.bandcamp.com
41:33

Kerosine Dreams
Woodlands
The Whole Shebang
Five ft. High
Rituals
In This Moment
River Run
Promised The Night
Rotor Motor
All Around
Voodoo You Do

Andreas Schiffmann

Filed under: Album Reviews, Bluesrock, Hardrock, Psychedelic, Rock, Stoner,

September 2018
M D M D F S S
« Aug   Okt »
 12
3456789
10111213141516
17181920212223
24252627282930

Link zu unserem You Tube Kanal

Clostridium Labelnight Vol.1 in der Pauluskirche Dortmund am 13.04.19

Diese Artikel werden gerade gelesen:

%d Bloggern gefällt das: