rockblog.bluesspot

musikalisches schreibkollektiv

Glasgow Coma Scale – Sirens

(yvonne) Juhu, Neues aus Frankfurt. Endlich

Kopfhörer auf und ab geht die tolle Fahrt,

Vorgeplänkel braucht es bei dieser Band wohl kaum noch …

(falls doch, siehe Ende des Artikels)

  • Orion –

Töne wie durch ein Hydrophon im Hafenbecken einer Sci-Fi-Welt,

Zirpen, tiefes Surren, kurz in der Ferne aufheulende Schraubengeräusche.

Eine Frauenstimme fleht „come back alive“.

Volleinsatz auf allen Kanälen, nach wenigen Sekunden wackelt der Kopf, ja, GCS sind wieder da. Hochenergetisch wie eh und je.

Ein Funkspruch kommt rein, Nemo scheint auf der Nautilus unterwegs zu sein.

Es perlt und wellt und trägt mich mit, diese Brillianz im Gitarrenklang und der samtene Bassteppich, scharfes Tschicktschicktschick als Gegenpart von den Drums.

Ich liebe die Platte jetzt schon, Mannomann.

Hoppla, es wird, luftiger, Kunstflugübungen im Gürtel des Orion zwischen schwarzer Nacht und blinkenden Sternen ringsum.

  • Magik –

Augen zu und ab dafür…

Sofa-Belastungstest, eure werte Rezensentin schwingt im Rhythmus, wahrhaftig verzaubert.

Spiralen aus Klang, mal sachte gezeichnet, mal druckvoll und fett.

Bam, Feuerwerk, yeah, da wird volle Möhre reingegriffen und ich sehe die Jungs vor dem inneren Auge selig grinsend auf der Bühne vor mir rumflippen.

Himmel, ist das genial, und stets dieser unverkennbare Sound.

Mich hält es kaum noch vor meinen Notizzetteln, Ausgleichssport mit exzellentem Endorphinlevel-Hebepotential.

Ich will das live. Bittebitte.

  • Underskin –

Sanft, fast zärtlich, ein zurückhaltendes Klagelied der Sirenen von Ferne, verträumt, sehnsuchtsvoll, fast schon melancholisch wie ein Blick über’s kühle dunkle Meer Richtung Horizont, den erstarkenden Wind im Haar und peitschenden Regen im Gesicht.

Der Sturm bricht los, mal ein kurzes Verschnaufen in einer geschützten Ecke, ehe der Wind dreht und wieder an der gesamten Physis rüttelt und zerrt, ein Ringen mit schierer Energie.

Großartig.

  • Sirens –

Holla, hier ist Bewegung drin, Dynamik, welcher Kontrast.

Ausdauerhopsen ist angesagt, schnarrende Stromgitarre und bollernder Bass, die Drums peitschen, auf Konzerten wird der/die eine oder andere jetzt mal ein Bier holen gehen, weil er/sie nicht mehr mitkommt. Ha! Schön doof!

Es geht immer weiter und weiter in bester GCS-Manier , das schraubt sich ins Hirngewinde wie nix, das Sofa ächzt unter der rückwärtigen Anatomie und der Nacken spürt den Trainingsmangel der konzertlosen Monate…

  • Day 366 –

Finale Furioso.

Düster, wolkenverhangen, die Stimmung von „Underskin“ scheint zurückgekehrt zu sein, etwas bedrückend und doch verträumt, wie es sich für den Schalttag am Ende des Februar geziemt.

Wieder klingen diese maritim anmutenden Effekte an, wieder kann ich nicht anders als die Augen schließen und eintauchen, die Notiererei von Eindrücken mal beiseite legen und einfach die Musik genießen. Oh wie wundervoll.

Zur Mitte des wolkenverhangenen Tages drängen sich ein paar Sonnenstrahlen durch das pling-pling der Regentropfen, oder ist das helles Vogelgeschrei im Wind oder gar die Sirenen?

Wer weiß das schon so genau?!

Macht euch doch eure eigenen Bilder im Kopp. Eine geniale Steilvorlage hierfür habt ihr ja bald zur Verfügung und sie sei euch wärmstens ans Herz gelegt.

All die Floskeln in Sachen „Reifung einer Band“ etc pp. spare ich mir komplett und überlasse das denen, die weit mehr vom Musiktheorie, Produktionstechnik und dem ganzen Business-Gedöns verstehen als ich.

Meine bescheidene, ganz persönliche Meinung:

Wieder eine unglaubliche Scheibe, die ich hier beschreiben darf, bestellt bitte, was das Zeug hält, egal ob LP, CD oder Downloads, holt euch Kino für Ohr und Kopf, holt euch einen Seelenschmeichler und Sportprogramm und all das, was solche Spitzenmucke in euch erweckt und unterstützt diese Band und ihr Label.

Erscheinen wird „Sirens“ am 17.09.2021

Die Band:

P. Kowalski – guitars, keys, programming
M. Kowalski – bass
P. Adamowicz – drums

Mehr Infos:

https://www.facebook.com/glasgowcomascale

Zu bestellen gibt’s Mucke in verschiedenen Aggregatzuständen hier:

https://www.tonzonen.de/

oder hier:

https://glasgow-coma-scale.bandcamp.com/

Rezis der Vorgängeralben und Liveberichte findet ihr hier:

Filed under: Album Reviews, Postrock, ,

international – choose your language

August 2021
M D M D F S S
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
3031  

Gib deine E-Mail-Adresse ein, um diesem Blog zu folgen und per E-Mail Benachrichtigungen über neue Beiträge zu erhalten. Informationen zum Umgang mit Deinen Daten findest Du in der Datenschutzerklärung.

Diese Artikel werden gerade gelesen:

PeeWee Bluesgang – 40 Bluesful Years
Ben Granfelt – Live… Because We Can
Andreas Diehlmann Band - Them Chains
Raphael Wressnig & Igor Prado – Groove & Good Times
%d Bloggern gefällt das: