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Jessy Martens – Break Your Curse

jessymartensVor ein paar Jahren war es, da durfte ich Jessy Martens und ihre Band mitten im tiefsten Sauerland live auf der Bühne erleben. Es war ein kalter Tag, es regnete in Strömen und hätten mich die Veranstalter nicht persönlich eingeladen, hätte ich mich wohl kaum aufgemacht, um in einer abgelegenen Schützenhalle einer mir damals unbekannten Band Aufmerksamkeit zu schenken. Und genau das wäre ein riesiger Fehler gewesen.
Jessy Martens gehört nämlich zu den umwerfenden Frauen, die nicht nur rein gesanglich den teilweise nervig nölenden, von den Medien hoch gepushten „Sängerinnen“ mehr als nur ein paar Meilen voraus sind.
Dazu hat sie auch noch eine fantastische Band, die perfekt im Zusammenspiel und mit Freude und Spaß bei der Sache ist. Christian Hon Adameit (Bass), Christian Kolf (Schlagzeug), Roman Werner (Gitarre) und Johnny Arzberger (Keyboards) musizieren ohne Frage allesamt handwerklich auf sehr hohem Niveau.

Mittlerweile haben die Senkrechtstarter aus Hamburg den „Deutschen Rockpreis 2012“ als beste Rockband/beste Rocksängerin und den „German Blues Award 2012“ als beste Bluesband/beste Bluessängerin“gewonnen. Dazu kommt noch die Auszeichnung für ihre Songwriter Premiere „Brand New Ride“ als bestes Bluesalbum des Jahres.

Klar also, dass ich ziemlich gespannt war, als ich das neue Album der Jessy Martens & Band, „Break Your Curse“, in den Player schob.

Zwölf Eigenkompositionen sind es, die hier für ein deutliches Rappeln im Karton sorgen. Zum einen rotzt es hier gesanglich und rockt es gitarrig, z.B. bei „Run With Me“, das mit so großen Schritten nach vorne startet, dass Hinterherkommen stellenweise schwerfällt. Whoo, so eine variable Stimmgewalt wie bei Frau Martens erlebt man nicht alle Tage! Aber damit haben Jessy und ihre Band ihr Pulver noch lange nicht verschossen.
Denn zum anderen gibt es stupend ausgestaltete Balladen, voller Souligkeit und überwältigend-gefühlvoll. Jessy Martens füllt die Lieder mit derart viel Inbrunst und Leben, dass sie im Herzen des Hörers/ der Hörerin Flammen schlagen. Das sind dann so die kleinen Leuchtfeuer, die man ab und zu im Leben braucht. Man höre sich einfach nur mal „My Love..“ an – ein intensiver Song, der mit offenen Worten auf eine tiefe Art berührt. Hier werden Erinnerungen entfacht, die lauernd unter der Oberfläche lagen.
Ein Aufmerker ist auch der Titelsong „Break Your Curse“. Eine strahlende Gitarre, ein die Hörerin sogleich mitnehmender, tiefgründiger Bass, dazu dynamischer Gesang, Gesang, Gesang. Und eine umgarnende Melodie, die zum Mitwippen und Mitpfeifen einlädt. Braucht`s eigentlich mehr?
Oh ja, die Souveränität, mir der sich Frau Martens durch die zwölf Songs bewegt, fasziniert ungemein. Wo andere sich von Ton zu Ton hangeln müssen, röhrt sie einfach darauflos, nur um im nächsten Lied wieder in raue Sanftheit oder gar verruchte Schauer zu verfallen.

Meine persönlichen Favoriten sind ganz klar das stürmisch aufwühlende „Trust me“, das die energetische, schweisstreibende Stimmung ihrer Konzerte quasi bündelt und im Gegensatz dazu das Gänsehaut erzeugende, anrührend melancholische „Human Nature“. Ruhig und reduziert, wunderbar begleitet von Johnny Arzberger, wird dieses Lied wohl kaum jemanden unbeeindruckt lassen.

Diese Platte sollte man sich auf die Merkliste setzen!
Sie ist insgesamt ein prächtiger Ohrenschmaus, der allerdings, und das muss ich jetzt doch noch loswerden, für meinen ganz persönlichen Geschmack den Blues diesmal leider zu sehr in den Hintergrund geschoben hat. (…Rosie..)

Songliste:
01 – How Beautiful // 02 – Break Your Curse // 03 – You’re Not The One I Need // 04 – Darling
05 My Love // 06 – Shaking Off The Shackles // 07 – Run With Me // 08 – Trust Me // 09 – Wake Up // 10 – Silence // 11 – Stranger // 12 – Human Nature

Nächste Konzerte:

10. April 2013, D-93047 Regensburg
11. April 2013, D-67659 Kaiserslautern
12. April 2013, D-57074 Siegen

weitere Termine: http://www.jessymartens.de/de/tour.html

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