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Goodbye June – Nor The Wild Music Flow

goodbyejunecdAlternative Country Rock aus Nashville

Schicksal ist, was man daraus macht. Brandon Qualkenbush, Landon Milbourn und Tyler Baker, drei Cousins aus Nashville, gründeten „Goodbye June“  im Jahre 2005,  kurz nachdem Tyler Bakers Bruder Shane bei einem tragischen Unfall starb.
Wie geht man mit solch einer Tragödie um?
Für Brandon, Landon und Tyler war es die gemeinsame Musik, die ihnen in dieser Situation eine Therapie und Hilfe war.

Denn jeder, der schon einmal einen solchen oder ähnlichen Schicksalsschlag durchlebt hat, weiß, dass man eine Stütze oder ein Geländer braucht, an dem man sich durch schwierige Zeiten entlang hangeln kann.
Jetzt legen die drei Jungs zusammen mit Blake Hubbard (Bass), Jarrod Ingram (Drums) und Dennis Wage (B3 Organ) ein Debüt mit Substanz vor.  Mit verhaltener Wut und Zartgefühl.  Mit emotionalen Ausbrüchen und introvertierter Zurückgezogenheit.  Und natürlich mit Rock!
Oh ja, dicht, intensiv, wuchtig und gefühlvoll wandelt das Album „Nor The Wild Music Flow“ durch großen klassischen Hard Rock, durch Blues, Country und Gospel.
Es balanciert zwischen Trauer und Aggression, Religiosität und Tradition, es hofft, wünscht und verzweifelt.
Immer wieder hört man sie heraus, diese tiefen, religiösen Einflüsse – sowohl in den Texten, als auch in der Musik.
Vielleicht spielt es dabei auch eine Rolle, dass Brandon, Landon und Tyler aus ländlichen Familien stammen, in denen die Väter Wanderprediger oder Kirchenchorleiter sind.
goodbyejuneUnüberhörbar zum Beispiel in dem schweren Opener “Man I Am“, der die Hörerin innerhalb von Sekunden hineinzieht in ein imposantes Soundgebilde, in dem man sich getrost verlieren kann. Hier gehen Glaubwürdigkeit und Poesie zusammen mit einer eindringlichen Melodie tief unter die Haut.  Energetische Gitarrensoli, ein stampfender Soundteppich, ein Bass, der noch Stunden später fest im Bauch sitzt und ein ans Herz greifender, authentischer Gesang, der irgendwo irrlichtert zwischen Rauheit und Empfindsamkeit …manchmal braucht man genau das.
Ganz besonders dann, wenn man selbst mehr oder weniger in den Seilen hängt.
Denn es geht ums Weitermachen und den Kopf oben zu behalten, auch wenn Vieles auf dem Weg verlorengeht.

Dazu passt auch „Breathe Easy“, ein sich wiegender Song mit Gospelanleihen, welcher sich nicht den Feindseligkeiten auf der Erde beugen möchte und darum einen ganz persönlichen Sinn in einer durchaus unbegreiflichen Welt sucht: „Breathe easy, take Your time – moving so slowly, so slowly…“.  Wer hat nicht schon erfahren, dass schmerzhafte Brüche manchmal gut sind, um die wirklich wichtigen Dinge zu erkennen und sich auf diese konzentrieren zu können?
„Moonshine“  ist ein im Blues verwurzelter Song, intensiv und bar jeder Eitelkeit. Rein und ehrlich überzeugt er mit runden, sprachlichen Bildern, mitreissenden Gitarrenlicks und einem leicht psychedelischen Einschlag.
Dagegen wird „Out Of Your Mind“ wie von sanft flackernden Flammen umhüllt. Eine emotionale und respektvolle Gänsehaut-Ballade ist das, mit viel dumpf pochendem Herzblut und verhaltener Hingabe. Dazu mit einem wunderbaren Mitsing-Refrain, sensiblen Gitarren und einer schönen Metaphorik, die verständlich ist, ohne plump sein zu müssen. Wunderbar.

Wenn uns dieses Album etwas geben möchte, dann wohl eine kämpferische Zuversicht, um mutig in die Zukunft zu schauen, egal, was auch passiert.  Gleichzeitig vermittelt es eine tief bewusste Menschlichkeit, ohne einen wie auch immer gearteten resignativen Zynismus.
Oh ja, wer Licht und Schatten sieht und versteht, wer das Elend und die Trauer von gestern als Hoffnung für ein Morgen interpretiert, der muss sich nicht erst bemühen, ein Fan von „Goodbye June“ zu werden.

Schön und liebevoll gestaltet ist auch das Digipack der CD. Auf der Vorderseite sieht man ein paar in die Jahre gekommene, gerahmte Fotos der Großväter, die vor einem ramponierten Fenster platziert sind. Innen gibt es alle Texte, Danksagungen und eine Widmung: „Goodbye June dedicates this album to our brother, cousin and best friend, Shane.“ …. (Rosie…)

Songliste:
1. Man I Am // 2. Love Clinic // 3. Moonshine // 4. Out Of Your Mind // 5. Breathe Easy // 6. Microscope // 7. Shreds Of Lightning // 8. Indiana Boys // 9. Strut Your Stuff // 10. Lady Luck // 11. Tent Revival

Label: CVR

Bandseite:  www.goodbyejune.com

Wer die Band gerne live sehen möchte, hier sind die Daten:

19.10.2013 – Bonn Harmonie
22.10.2013 – Hamburg – Rock Cafe St. Pauli
23.10.2013 – Norderstedt – Music Star

Und hier gibt es einen kleinen Vorgeschmack:
Goodbye June – „Man I Am“ Live – bitte hier klicken

Video: „Out Of Your Mind“ – bitte hier klicken

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Juli 2013
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