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Laurence Jones – The Truth

Cross-Over-Blues aus UK

(ro) Laurence Jones, geboren 1992 bei Liverpool, legt mit „The Truth“ sein mittlerweile fünftes Album auf den Tisch.
Im Jahre 2012, da war er gerade mal 19 Jahre alt, trat er mit seinem fulminanten Debüt „Thunder In The Sky“ auf den Plan und wurde seitdem immer wieder mit Lobeshymnen und Preisen überschüttet. Dieser junge Mann ist bereits Mitglied der „Blues Hall Of Fame“ und räumte drei Mal in Folge den Award als „Young Artist Of The Year“ ab.
Von der BBC, Radio 2, ist Laurence Jones als „die Zukunft des Blues“ betitelt worden. Das alles ist wahrlich beeindruckend!

Auf dem nun in meinem Player auf Repeat laufenden „The Truth“ zeigt sich der reich dekorierte, fantastische Herr Jones, dem übrigens auch bei den „European Music Awards“ der Preis als „Best European Guitarist“ verliehen wurde, nun einmal von einer etwas anderen Seite. Ich möchte sagen, dass dieses neue Album ein kleiner Bruch mit seiner bisherigen Tradition ist.
Denn hier hält sich der kreative und virtuose, moderne Blues, der sich mit ausgefeiltem Gitarrenspiel und unbändiger Energie sogleich in den Hörgängen festsetzte, eher etwas im Hintergrund.

Herr Jones erweitert auf dieser CD mit seinen Kollegen Bennett Holland (key), Greg Smith (b) und Phil Wilson (dr) seine musikalische Palette, er präsentiert nämlich eine Kombination aus unterhaltsamem Bluesrock, eingängigem Pop, etwas Funk, crossover rockenden Gitarrenimpressionen und immer wieder die Ohren spitzen lassenden Soli an den einzelnen Instrumenten.

Und das ist dann auch ein schönes Stichwort für das, was auf diesem neuen Album zu hören ist, nämlich genreübergreifende Songs, für die mit viel Power und ohne irgendwelche bunte Zirkusnummern mit fokussierter Lässigkeit und Leidenschaft zu Werke gegangen wird.

Dazu bietet Laurence Jones selbstverständlich eine vorzügliche, schlaue Gitarrenarbeit und einen klasse Gesang – und dies alles im Einklang mit der emotionalen Botschaft der Musik.
Wie schön!

„The Truth“ zeigt sich als wunderbares Potpourri an kraftvollen, nie überkandidelten Songs, voll hintergründiger Gedankengänge und Beobachtungen, die das Herz höherschlagen lassen.
Es verschönert und bereichert den Moment, bietet stets genügend Pfiff und Rumms auf, um über jeden Verdacht erhaben zu sein.
Es versteht sich von selbst, dass auch dieses zu der Sorte Alben zählt, die wie aus einem Guss gefertigt scheinen – komplex und stimmig, modern und bluesig rockend.

Schon gleich der erste Track „What Would You Be“ zeigt dem Hörer, wohin die Reise geht.
Er kommt voll lässiger Toughness daher, funky, melodisch eingängig und völlig ohne Zuckerguss oder Larmoyanz.
Hier verbandelt sich lockeres, kreatives Gitarrenspiel mit einem fantastisch treibenden Rhythmus, während der Text sich so schnell und einfach im Kopf einbrennt, dass man ihn spätestens beim dritten Hördurchgang auswendig mitsingen kann.

Der Titelsong „The Truth“ ist wunderbar gefällig, ja fast schon mainstreamtauglich, ohne dabei harmlos oder flach zu tönen.
Er erscheint gleichzeitig locker, melodiös, sehr rhythmisch und taff, aber auch gefühlvoll, unaufgeregt und nachdenklich.
Wobei bei allem Schönklang der fabelhafte Laurence Jones den Hörer oder die Hörerin beileibe nicht einlullt.
Sein Gesang, wie z.B. auch in „Take Me“ – schwelgerisch und teils die Worte dehnend, als lausche er ihnen nach – hat eine Unmittelbarkeit und Präsenz, die jede Distanz aufheben.
Feine Keybaoard-Akzente, die auf eine stimmig instrumentierte Bandbesetzung treffen, sorgen dafür, dass man das Feuerzeug zücken möchte, um in einem imaginären Lichtermeer vor sich hin zu schunkeln.

Einen Track gibt es, der sich direkt beim ersten Hören in meinem Gehörgang festhakte.
Das ist der Song „Hold Me Close“, der mit einem mich aufhorchen lassenden Piano-Einsatz seinen lässig-rockigen Sound mit umschmeichelnden Augenblicken verfeinert und eine erfrischende, musikalische Stimmigkeit hat.
Kein Zuviel, kein Zuwenig.
Eine Halbballade, fokussiert und dicht, mit leichter Hand gemacht, dazu vollkommen frei von dudeliger Gefühlsduselei oder irgendwelchen überflüssigen Spielereien.
Gepackt ist alles in einen gitarrenschwangeren, sehr warmen und gefälligen Gänsehaut-Sound.
Genau so mag ich das.

Wer jetzt neugierig geworden ist und sich Laurence Jones gern einmal live anschauen möchte, sollte sich den September vormerken, denn dann ist eine Deutschlandtour geplant.
Also, einfach immer wieder mal auf der website nachschauen, um nichts zu verpassen!
(Rosie)

Songliste:
1.) What Would You Do
2.) Don’t You Let Me Go
3.) Hold Me Close
4.) Keep Me Up At Night
5.) Give Me Your Time
6.) The Truth
7.) Take Me
8.) Gone Away
9.) Can’t Go On Without You
10.) Never Good Enough

Line-Up:
Vocals, Guitar – Laurence Jones
Backing Vocals, Keyboards – Bennett Holland
Bass Guitar – Greg Smith
Drum, Percussion – Phil Wilson

Fotos: Facebook Laurence Jones
Label: Top Stop Music
Vertrieb: Rough Trade
PR: Brooke-Lynn Promotion

Den Download für 8,99 Euro gibt es hier:
https://laurencejones.tmstor.es/cart/product.php?id=35794
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