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Edgar Broughton Band – Live At Rockpalast

(hwa) Als ich im April 1970 erstmals “Out Demons Out” der Edgar Broughton Band (im Weiteren abgekürzt als EBB) hörte, kam es mir wie ein verspäteter APO-Weckruf vor. Der Track erschien ausschließlich als Single (HAR 5015), war deshalb auf dem „Wasa Wasa“-Album, welches gut ein Jahr zuvor erschien, nicht vertreten und eigentlich nur dafür gedacht, flankierenden Appetit auf „Wasa Wasa“ (bzw. auf „Sing Brother Sing“) zu machen.

Der schwer blueslastige und psychedelische Sound plus einige explizite Texte spiegelten den nicht sichtbaren, aber gemeinten Fuckfinger der Band. Wie es zum Beispiel Captain Beefheart, Zappa aber auch MC5 mit „Kick Out The Jams, Motherfuckers!“ immer mal wieder durchscheinen ließen. John Lennon war Fan der EBB-Band.

Die EBB hatte sich bereit erklärt, insbesondere auf Gratiskonzerten ihre Botschaften als Politrockband zu verkünden. Sie avancierten zum Geheimtipp. Das ging eine gewisse Zeit lang gut, bis sich das Ganze betriebstechnisch als Nullsummen- bzw. Zuschussspiel entpuppte. Management und Plattenlabel Harvest hatten die Faxen dicke. Die Band verstieß ihre Hardcorefans, gewann aber auch viele neue hinzu. Man wurde insgesamt ein wenig gemäßigter und veröffentlichte insgesamt eine Hand voll Alben. Als der Punkrock in der zweiten Hälfte der Siebziger zuerst in GB und im Zuge dessen auch weltweit reüssierte, gehörte die EBB fast schon zum alten Eisen. Die Band löste sich 1982 auf und Edgar Broughton zehrte fortan von Tantiemen – insbesondere „Hotel Room“ erwies (und erweist sich immer noch) durch weltweite Airplays als Goldesel.

Die Band wagte 2006 einen kalkulierten Neustart für Live-Events, neben dem original Line-up mit Edgar Broughtons Sohn Luke an den Keyboards sowie Andrew Taylor an der Gitarre. Während ihrer Tour durch England und Deutschland gab es auch ein Gastspiel für den WDR Rockpalast in der Harmonie in Bonn. Die entsprechende DVD war rasch vergriffen. Jetzt gibt es eine Neuauflage der DVD mit zusätzlicher CD sowie zwei 1990 aufgenommenen Bonustracks.

Das gereicht MIG Music wieder mal zur Ehre.

(Heinz W. Arndt)

Setlist CD:

1. Evening Over Rooftops

2. Anthem

3. Speak Down The Wires

4. The Moth

5. Why Can’t Somebody Love Me

6. Refugee

7. Momma’s Reward

8. American Boy Soldier

9. Homes Fit For Heroes

10. Dr. Spock

11. Love In The Rain

12. Revelations

13. Hotel Room

14. Last Electioneer

15. Out Demons Out

BONUS TRACKS:

16. Caught In The Light

17. Southfield Boys

CD Lauflänge 79:15

Die DVD wartet als Bonus mit einem Backstage-Interview auf.

DVD Lauflänge: approx. 85 min.

Edgar Broughton Band „Live At Rockpalast“

CD+DVD Boxset

MIG music MIG90792

März 2018

http://www.mig-music.de

Filed under: Album Reviews, Blues, Bluesrock, Classic Rock, DVD / Film - Reviews, Hardrock, Psychedelic, Rock, ,

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Clostridium Labelnight Vol.1 in der Pauluskirche Dortmund am 13.04.19

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