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The Stray Cats – 40

(hwa) Auch schon wieder 40 Jahre her? Wo ist denn bloß die Zeit geblieben? Jedenfalls haben mich die Stray Cats ab Ende der Siebziger sofort in ihren Bann gezogen. Dieser nostalgische Rockabilly-Retrosound passte wie ein Handschuh in die damalige Punkära. Nun veröffentlichen die Stray Cats in Originalbesetzung ihr erstes gemeinsames Album mit 12 neuen Tracks nach 26 Jahren.

Da ist man erstmal baff und erhofft nur Gutes. Und das Gute ist tatsächlich eingetreten. Noch nie klang die Band so dynamisch wie heute. Da zucken die Nackenmuskeln und das Tanzbein ohne Ende. In 40 Jahren reift zweifellos die Erfahrung. Zudem war ja insbesondere Gitarrist und Leadsänger Brian Setzer – mit Ausnahmen – quasi immer im Dienst. Sei es solo oder als Chef des Brian Setzer Orchestra. Mit dem drittem Album „The Dirty Boogie“ kam für das Orchestra 1998 der Durchbruch. Das Album verkaufte sich über drei Millionen Mal und brachte Setzer zudem noch zwei Grammys ein.

Zurück zu den aktuellen Aktivitäten. Das „40“-Album klingt dank immer weiter optimierter Studiotechnik äußerst packend und dynamisch – irgendwie zeitlos und als sei man mittendrin. Rockabilly in Verbindung mit betörendem Twang und Surfsound, ist offensichtlich immer noch unschlagbar. Gegründet wurden The Stray Cats von Brian Setzer, Lee Rocker und Slim Jim Phantom 1979 in Long Island Town Of Massapeaqua, New York.

Ja, ihr Stray Cats-Boys, da habt ihr mich unverrichteter Dinge erneut erwischt. Hatte euch (ebenso wie Volker) seit eurem Start im Herzen. Eure Vinylsingles wie z.B. „Runaway Boys“, „Rock This Town“, „Stray Cat Strut“, „You Don’t Believe Me“ oder “(She’s) Sexy And 17” haben mich von Anfang an beeindruckt. Werde sie immer wertschätzen.

Und dann kommt zum 40. Bandjubiläum nochmal so ein Knaller!
The Stray Cats erklären den Entstehungsprozess des Albums wie folgt:

Brian Setzer: „Ihr müsst verstehen wie einzigartig The Stray Cats sind. Ich spiele eine alte Hollowbody-Gitarre, Slim Jim sitzt am Schlagzeug und Lee Rocker am Kontrabass. Ich hatte neue Songs geschrieben und irgendwie haben wir mit dieser einfachen Idee einen neuen, spannenden Sound erschaffen.“ (Anmerkung des Artikelschreibers: an Selbstbewußtsein mangelt es Setzer scheinbar keineswegs.)

Lee Rocker: „Dieses Album fühlt sich an, als wäre es fast unser erstes. Es ist so natürlich. Während der Aufnahmen taten wir so, als würden wir ein Konzert spielen und nahmen alles live auf. Die Amps waren auf 10 gedreht und wir konnten die Magie und die sprühenden Funken einfangen.“

Slim Jim Phantom: “Wir waren sehr, sehr fokussiert, als wir ins Studio gingen. Es fühlte sich an, als wäre seit unserem letzten Album kaum Zeit vergangen. Alles war natürlich und vertraut. Wir standen alle in einer Reihe – jeder konnte die anderen wie bei einem Konzert ansehen. Das haben wir für dieses Album genutzt und aufgegriffen.“

The Stray Cats nahmen „40“ im Herbst 2018 in den Blackbird Studios in Nashville auf. Zuvor hatten sie ihre ersten neuen Konzerte nach zehnjähriger Abstinenz in Nordamerika gespielt, unter anderem in Las Vegas sowie im Pacific Amphitheatre in Costa Mesa, Kalifornien.  Das Publikum feierte die legendäre Band während der Shows frenetisch – warum auch nicht?

Das war wohl auch der entscheidende Grund, es im Studio nochmal erneut so richtig wieder anzupacken. Nach dem Motto: Bitte das Beste vorher unbedingt live testen. Ist gelungen.
Keine Frage!

Weitere Hintergrundgeschichten verraten The Stray Cats und Albumproduzent Peter Collins
unter diesem Link:

(Heinz W. Arndt)

The Stray Cats „40“
Surfdog Records / Mascot Label Group / Rough Trade
12 Tracks
Laufzeit: 35:43 min.
VÖ: 24.05.2019
www.straycats.com

Zusätzlich wird „40“ auch auf limitiertem Silber-Vinyl sowie als limitiertes Boxset erscheinen. (Mit zwei Bonustracks, zwei Stray Cats-Untersetzern, einer Postkarte und zwei Stickern).

Musicians:
Brian Setzer – Guitar & Vocals
Lee Rocker – Bass
Slim Jim Phantom – Drums

Tracklisting:
Cat Fight (Over A Dog Like Me)
Rock It Off
I’ve Got Love If You Want It
Cry Danger
I Attract Trouble
Three Time’s A Charm
That’s Messed Up
When Nothing’s Going Right
Desperado
Mean Pickin’ Mama
I’ll Be Looking Out For You
Devil Train

Bonus Tracks (nur auf dem Boxset):
+ Cry Baby (Live in Orange County, CA 2018)
+ Double Talkin’ Baby (Live In Orange County, CA 2018)

(hwa)

Filed under: 70s, Album Reviews, Punk, Rockabilly, , , , , , , , , , ,

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