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John Townley – The Old Sailor

Folk, Blues und Traditionals

(ro) John Townley ist ein Mann mit vielen Talenten, breit gefächerten Interessen und einer großen musikalischen Bandbreite.
Im Jahre 1945 in Washington (DC) geboren, kann er auf ein spannendes Leben voller Kreativität und Schöpfergeist zurückblicken.

Schon seit den 60er Jahren ist er in teils sehr unterschiedlichen Musikprojekten unterwegs, er war Teil der lebendigen Blues- und Folkmusik-Szene von Greenwich Village/New York, in der auch Bob Dylan zu Hause war, gründete 1965 eine elektrische Folk-Band, die „Psychedelic Rangers“, hatte ein Duo mit dem unvergessenen David Blue, stieg dann bei den Folk-Rockern „The Magicians“ ein, eröffnete die damals ungemein innovativen „Apostolic-Studios“, arbeitete als Produzent, Journalist und Astrologe und konzentrierte sich später auf maritime Folk-Musik.

Aber statt sich nun mit seinen mittlerweile 75 Jahren auf den Lorbeeren auszuruhen oder sich auf das „Altenteil“ zurückzuziehen, legt Herr Townley ein brandneues Album mit dreizehn Songs auf den Tisch.
Es trägt den bezeichnenden Titel „The Old Sailor“, denn das Segeln war neben dem musikalischen Schaffen so sehr seine Leidenschaft, dass er oft tatsächlich, nicht nur bildlich, für Konzerte zwischen den USA und Europa hin und her segelte.

„The Old Sailor“ geht nun wieder zurück zu Townleys Anfängen, nämlich seinen Blues-und Folk-Wurzeln und versperrt sich keiner Kreativität.
Hier hat der erfahrene Multiinstrumentalist nämlich alles, was man auf dem Album hören kann, selbst eingespielt.
Mit seinem großartigen akustischen und elektrischen Gitarrenspiel, seiner folk-bluesigen Stimme und einem Sound, der sich vertraut anfühlt und doch so viele Schichten aufweist, ist „The Old Soldier“ ein Album für all die Menschen, deren Leben sich momentan oder generell als ein dynamischer Roadtrip anfühlt.
Denn es geht hier immer wieder darum, mit einem Wechselgefühl aus Sicherheit, Wagnis, Veränderung und großen emotionalen Momenten zu leben.

Authentisch und bedeutungsstark sind diese Tracks, die zwischen Introspektive und dem Wunsch auszubrechen changieren.
Bestehend aus Folk-und Bluesklassikern, Traditionals aus verschiedenen Kulturen und Epochen, bis hin zu neuen Songs aus der eigenen Feder lässt uns John Townley intime Momente der Selbstbesinnung erleben und öffnet die Tür zu einem unverfälschten und leicht retro angehauchten Sound.

Wie sagt es Herr Townley selbst?
„And so, all things old appear new again, spawned beneath the very same grand conjunction under which i first entered folk music, so it surely seems like another lifetime.“
Und genau so ist es.

Gleich mit dem Opener „Skin Game Blues“ gelingt es John, die Hörer zu sich zu holen, sie einen Moment inne halten zu lassen und sich auf den Takt, die Worte und das Gefühl zu konzentrieren.
Und somit auch auf sich selbst.
Denn mit diesem Song von Peg Leg Howell (1888 – 1966), einem US-amerikanischen Blues-Gitarristen, der dem Atlanta Blues zugerechnet wird, verfängt sich der Sound dieses Albums sogleich im Ohr und schafft somit die richtige Atmosphäre, um direkt von Beginn an wirklich zuzuhören.

Manchmal fühle ich mich, als hätte sich gerade jemand mit seiner Akustischen neben mich gesetzt, um mir selbstverloren etwas vorzuspielen.
Fast automatisch begibt man sich in eine Retrospektive, lässt vor seinem inneren Auge Situationen aus dem eigenen Leben Revue passieren und hat doch auch immer genug Raum für eine eigene Interpretationen.
….(..Rosie..)..

Songliste:

1.) Skin Game Blues
2.) The Lowdown Run
3.) Cold Day
4.) Drunken Hearted Man
5.) The Old Sailor
6.) Alligator Man
7.) Another Lifetime
8.) Flisackowa Zona
9.) This Life Belongs To Me
10.) Delia`s Gone
11.) If You Haven`t Any Hay
12.) Stealin`
13.) The Faithful Soldier

Recorded by Marc Greene at Greene Vinyl Studios Brookville
Mixed by John Kilgore at John Kilgore Sound & Recording, New York
Mastered by Bernhard Rupprecht at Black Sheep, Neuss
Label: The Lollipop Shop, Henning Kuepper

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