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Monkey3 im Het Depot in Leuven/Belgien am 30.09.11

(vo) Knapp 200 km von meiner Heimat entfernt, im belgischen Leuven, fand für mich ein Highlight des modernen Psychedelic Rock statt. Nach knapp 150 minütiger Fahrt und 3 Autobahnstaus in Deutschland und den Niederlanden betrat ich um 18 Uhr das Het Depot in der Kapucijnenvoer 47 und guckte mich erst mal um und holte mir anschließend Getränkechips und Getränke und wartete auf den Auftritt der Jungs aus der Schweiz.  Sie spielten im Rahmen eines Festivals – 14 Years Orange Factory, A Celebration Of Live Rock Music And Poster Art – an zweiter Stelle. Vorher gab es Doom Metal von „Temple Of Nothing“, nach Monkey3 musikalische Proganekdoten von „Anekdoten“ aus Schweden. Nach dem Intro betraten unter lautem Beifall und Jubel die Jungs aus der Schweiz die Planken der Bühne und legten eine Soundwand auf die einfach perfekt war. Ein großes Kompliment an den Soundmann, der auch die Lightshow befehligte, und das auch tadellos. Und nun Bühne frei für eine Band, die uns in Grund und Boden spielte und die Temperatur im Depot hocharbeitete. Eine Viererbande, die über alle Banden musizierte. Energie, Druck und Spielfreude prasselte von der Bühne auf uns nieder, Boris an der Gitarre, db am Soundboard, Picasso am Bass und Walter am Schlagzeug gaben sicht- und hörbar alles, alles instrumental. Die Orgie der tonnenschwer bratenden und federleicht feinen Instrumententöne begann mit dem Titelstück ihrer aktuellen CD „Beyond The Black Sky“. Aus dieser Liedgutsammlung hörten wir im Verlauf des Abends noch einiges. „Camhell“ wurde von db und Boris im Verbund eingeleitet und nach kurzer Zeit schlug auch Walter um sich, Picasso basste alles nach vorne und dann flog er ab, der spacige Stoner Rock in schweizerischem Gewand. In Verbindung mit der grandiosen Lightshow hoben wir alle ab. Wir wurden schwerelos, die Schwere des Alltags los.

  

Erst schleppend und düster, dann treibend, stimmten uns die Jungs weiter ein mit „One Zero Zero One“. Die Bassläufe knallten unter unsere abgehobenen Füße, die Knie schlotterten ob der abgefahrenen Soundboardtöne und Boris und Walter sorgten für Lockerungsübungen in diversen Wirbelbereichen. Verrifft und zugerockt, was für ein Sound. Die Komposition „Xub“ startete federleicht und machte sich im weiteren musikalischen Prozess auf in den Heavybereich. Vor einiger Zeit sagte mir ein Fan Ehepaar aus dieser kleinen und feinen Musikszene, die die Monkeys schon einige Male live erlebten, die spielen alles in Grund und Boden. An dieser Behauptung ist was dran…. „Black Maiden“ besuchte anschließend den Spielsaal, Walter schlug das Intro ein, es knarzte weiter mit harten Riffs aus den Händen von Boris, db lockerte die Riffs mit flockigen Keyboardklängen auf und Picasso schlug die Saiten ein.

  

Das Stück trudelte aus und  „Jack “ aus ihrem Album „39 Laps“ übernahm die Initiative und hielt uns mit Heavyriffs über Wasser. Apropos Wasser, das Sprichwort aus der Schillerschen Glocke – von der Stirne heiß, rinnen muss der Schweiß, soll das Werk den Meister loben – stimmte hier und heute Abend, den Meister ersetzen wir mit die Meister, das passt. Und im Geviert waren jetzt locker 40 Grad  Celsius. Das Ende nahte mit einer Reise durch die Wüste, wieder aus ihrem Beyond Album. db flötete uns das Intro mit dem Board, akustische Gitarrenklänge setzten ein und dann wurden wir wieder völlig elektrisiert. Es ließ nicht nach, das feine und/oder bratende Inferno aus der Schweiz. Der Jubel des Publikums aus BeNeLux und Hilden, Solingen und Wuppertal elektrisierte auch die vier Jungs. Und die ließen sich nicht lumpen.

  

Die beiden Coverversionen  „Once Upon A Time In The West“ und „One Of These Days“ als Zugaben schmissen uns zum wiederholten Mal aus der Bahn, was für ein Abend, ich war hin und weg. Und für die Fans dieser Musik möchte ich noch ein Loblied anstimmen: In den letzten Monaten besuchte ich diverse Konzerte und Festivals der Psychedelic/Stoner/Space Szene wie u.a. Stoned From The Underground oder das Yellowstock Festival. Dabei lernte ich eine Menge netter Leute kennen. Und die treffe ich nun immer wieder mal, so auch heute Abend. Ich stellte übrigens nach „Xub“ das Photografieren ein, die Musik war einfach viel zu aufregend. Bei diesen phantastischen Klängen fand ich den Auslöser einfach nicht mehr. Was für eine supergeile Mördercombo. Ich entschuldige mich nicht für diese Ausdrucksweise. Ich erstand noch die Vinylausgabe ihrer letzten Veröffentlichung und machte mich auf den Rückweg nach Hilden, im Twingo beschwingt….(Volker)

>>> Monkey3 <<<

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