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Morblus – Live at the Camploy Theatre

Am 17. November 2006 passierte in Verona, Italien etwas:  Eine Band namens Morblus stand auf der Bühne des Teatro Camploy und lieferte mit einer unbändigen Ladung Adrenalin einen einzigartigen Klangmix ab, der nun, nach immerhin 6 Jahren,  auf einer entsprechenden CD vorgelegt wird.

Der Hörer hat hier eine ganze Menge Zeit, sich ein Bild über die Live-Qualitäten des Roberto Morbioli (guitar, vocals), Daniele Scala (Hammond, keyboards), Paolo Legramandi (bass) und Marco Sacchitella (drums) zu machen.  Insgesamt finden sich hier 14 Stücke und über eine Stunde mitreissender Sound aus Funk, Blues, Rhythm & Blues und Soul. Natürlich gibt es auch wundervoll balladeske Momente oder groovende Lebensfreude,  jene Mischung also, mit der Morblus sich innerhalb der letzten 20 Jahre eine breite Fangemeinde aufgebaut haben.  Und das beileibe nicht nur in Italien.

Bereits in der ersten Minute des groovigen Openers “ C.O.D.“ kann sich der Hörer oder die Hörerin vorstellen, wie es ist, energiegeladen und in bester Stimmung irgendwo auf den Blues-Alleen zwischen Washington und New Orleans, zwischen Charleston und dem Mississippi unterwegs zu sein, mit der Gitarre auf dem Rücken und einem Zahnstocher im Mundwinkel. Dazu natürlich eine Sonnenbrille, wie sie sonst nur Sam Lightnin`Hopkins oder Hank Williams so cool tragen können

Ja, auf Anhieb gefallen die feinen Gitarrenkünste des Roberto Morbioli im Zusammenspiel mit der perlenden Hammond des Daniele Scala. Das ist gar keine Frage.

„I Play My Blues“ verbindet eine raffinierte Gitarrenarbeit mit melodischer Hookline und gedrosseltem Tempo, während „I`ll Play The Blues For You“ ( von Jerry Beach) irgendwo zwischen Funky-Passagen und breit angelegtem Blues-Rock ganz weit ausholt und „I can`t go wrong“ inmitten seiner getragenen, epischen Atmosphäre und seines aufwendigen Arrangements mit wunderschönen Piano-Passagen gar einen Backgroundchor hervorzaubert. Dazu bieten das treibende „Jungle Night“ und der instrumentale Jump-Blues „Lump Sugar“ weitere individuelle Spielarten des Blues, die den Zuhörer, bzw. die Zuhörerin in ihren Bann ziehen.

Kurz vor dem letzten Stück des Albums, eine Interpretation des bereits von Prince bekannten Songs „Purple Rain“, der sich schon vor Jahrzehnten unwiderruflich im Ohr und in den Erinnerungen festgesetzt hat, holen Morblus noch ein As aus dem Ärmel; mit Leichtigkeit avanciert „Better half of me“ für mich persönlich zu einem der besonders gelungenen Stücke des Albums und das nicht nur wegen der wunderbaren Bottelneck-Passagen. Der Gitarrist offenbart hier seine sanfte Seele, und man wird unweigerlich in den Bann seiner leicht angerauten Stimme gezogen, die nur wenige Minuten vorher noch so undurchdringlich klang.

Und so gesellt sich zu alten Erinnerungen und neuen Verwunderungen doch einerseits Ratlosigkeit ( warum gibt es eigentlich kein neues Konzert auf CD? ), andererseits eine gewisse Neugier auf das, was denn da noch kommen mag. (……Rosie….)

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